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OBERGERICHT: Zug: Mann soll seine Lebenspartnerin geschlagen und getreten haben

Ein Portugiese plädierte vergeblich auf einen Freispruch. Das Urteil gegen ihn wegen mehrfacher Körperverletzung und Drohung wurde bestätigt.
Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Vorfälle ereigneten sich bereits in den Jahren 2012 und 2013. Laut Anklage von Staatsanwalt Marc von Dach hatte der 38-jährige Portugiese seine damalige ungarische Lebenspartnerin geschlagen und getreten und ihr dadurch Blutungen, Hämatome, Schwellungen sowie einen Handbruch zugefügt. Mit Urteil vom Herbst 2016 hatte Einzelrichterin Carole Ziegler den Beschuldigten in drei von fünf eingeklagten Fällen schuldig gesprochen und wie beantragt mit einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten bestraft.

Vor Obergericht hatte der Portugiese im letzten Sommer wiederum Freispruch von Schuld und Strafe gefordert. Dabei wurden ein Schulkollege des Beschuldigten, mit der die Frau eine Beziehung hatte, als Zeuge und die Frau selbst als Auskunftsperson einvernommen. Nach der Verhandlung beschloss das Obergericht unter dem Vorsitz von Paul Kuhn, auch noch die Eltern des portugiesischen Schulkollegen zu befragen, und holte einen Bericht beim Kantonsarzt ein.

Mit einem Küchenmesser bedroht

Auch die Berufungsinstanz kommt zum Schluss, dass die Behauptungen des Beschuldigten als unglaubhaft einzustufen sind. Dabei stützen sich die Richter auf die Aussagen der Klägerin, ihrer Schwester und den Bericht der Notfallpraxis. So hätte sich die Freundin, wenn sie wie behauptet sich aus Eifersucht an ihm hätte rächen wollen, bereits bei der ersten Befragung ihn eines körperlichen Übergriffs bezichtigt. Dies tat sie aber erst, nachdem sich ein weiterer Vorfall ereignet hatte. «Ein Motiv für eine Falschaussage der Privatklägerin ist damit nicht ersichtlich», halten die Richter fest.

Von ihrer Schwester hatte der Angeklagte einst erfahren, dass seine Freundin mit einem anderen Mann im Bett gewesen sei. Deshalb kam es zum Streit. Nach den körperlichen Attacken holte er ein 40 Zentimeter langes Küchenmesser, lief bis einen halben Meter auf sie zu und sagte: «Ich töte dich.» Dadurch bekam sie grosse Angst. Er habe aus rein egoistischen Beweggründen gehandelt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er ein Messer zückte, so das Fazit. Doch auch sie habe Anlass zum Streit gegeben, indem sie ebenfalls handgreiflich wurde. Vor Obergericht räumte er ein, dass es häufig zu Auseinandersetzungen kam. Bei einer solchen Streitigkeit zog er sich einen Fussbruch zu. Sie hatte ihn auf den Balkon gesperrt, und er war darauf von diesem ­hinuntergesprungen.

Wegen der Frau den besten Kollegen verloren

Die Aussagen des Schulkollegen, seine damalige Freundin habe ihm auch in Anwesenheit seiner Eltern mehrfach gesagt, sie habe den Mann falsch beschuldigt, überzeugten das Gericht nicht. Dass er die Erklärung erst im Berufungsverfahren machte, «lässt sie als unglaubhaft erscheinen. Es liegt die Vermutung nahe, dass er seinem ehemals besten Kollegen im Nachhinein einen Gefallen erweisen wollte, nachdem nun die Beziehung mit der Klägerin gescheitert war.» Auch die Aussagen der Eltern seien unglaubhaft und widersprüchlich.

Auch für die anderen beiden ­Vorfälle bestätigte das Obergericht das Urteil der Vorinstanz. Wegen solcher Vorfälle im Strassenverkehr wurde der Portugiese seit 2002 nicht weniger als zwölfmal verurteilt, wenn auch nach Eröffnung des vorliegenden Verfahrens nicht mehr. So wurde jetzt eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ausgesprochen, wobei dem Zeitablauf und der Verletzung des Beschleunigungsgebots mit je 30 Tagen Rechnung getragen wurden. Erstinstanzlich war der bedingte Strafvollzug mit einer minimalen Probezeit von zwei Jahren gewährt worden, was wegen des Verschlechterungsverbots nicht geändert werden konnte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Jürg J. Aregger

juerg.aregger@zugerzeitung.ch

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