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OBERWIL: Regierung hat ein Auge auf die Klinik

Die Personalsituation in der Psychiatrischen Klinik Zugersee ist auch dem Zuger Gesundheitsdirektor nicht verborgen geblieben. Mit Kritik hält er sich aber zurück.
Samantha Taylor
Die Psychiatrische Klinik Zugersee in Oberwil. (Archivbild: ZZ)

Die Psychiatrische Klinik Zugersee in Oberwil. (Archivbild: ZZ)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

In der Psychiatrischen Klinik Zugersee herrscht schlechte Stimmung. Die Klinik musste im vergangenen Jahr zahlreiche Abgänge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verzeichnen – auch aus Kaderpositionen. Seit kurzem ist zudem der Klinikdirektor krankgeschrieben. Daneben sieht sich der Betrieb mit teilweise tiefroten Ergebnissen einer Mitarbeiterbefragung aus dem letzten Jahr konfrontiert (Ausgabe vom 6. April).

Dass in Oberwil der Haussegen schief hängt, ist auch dem Konkordatsrat nicht verborgen geblieben, wie dessen Präsident, der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister, einräumt. «Die Probleme sind uns bekannt. Wir haben einen engen Kontakt mit der Klinik», gibt Pfister auf Anfrage Auskunft. Als Präsident des Konkordatsrats ist er die Hauptaufsichts- und Genehmigungsinstanz (siehe Box). Der Konkordatsrat habe sich anhand interner Unterlagen – wie der besagten Mitarbeiterbefragung – und direkter Gespräche mit den involvierten Personen ein genaues Bild von der Situation verschafft. «Ausserdem haben wir einen gemischten Ausschuss eingerichtet, um in der aktuellen Situation einen regelmässigen Austausch zu gewährleisten», führt Pfister aus.

Massnahmen «müssen ergriffen werden»

Martin Pfister will derzeit als Konkordatsratspräsident zwei Ebenen im Auge behalten. «Zum einen geht es um die Sicherstellung der Versorgung.» Hierfür sei mit der Ernennung von Patrik Benz als ärztlicher Leiter gesorgt worden. Daneben hat Pfister auch in die Stellvertretung für den ausfallenden Klinikdirektor Vertrauen. Mit Markus Müller stehe jemand zur Verfügung, der Erfahrung in diesem Bereich mitbringe. Der Grund: Markus Müller hat die Klinik bereits vor zwei Jahren einmal interimistisch geleitet. Der Gesundheitsdirektor ist ausserdem überzeugt, dass die aktuelle Personalsituation in der Klinik keinen Einfluss auf die Patienten habe: «Ich habe hier vollstes Vertrauen, dass sich die Mitarbeitenden uneingeschränkt für die Patientinnen und Patienten einsetzen.» Die zweite Ebene betrifft die internen Themen, also die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung. «Diese werden direkt von der Klinikleitung angegangen.»

Vielmehr ist dem Konkordatsratspräsident zu den aktuellen Zuständen in der Klinik Zugersee nicht zu entlocken. Er betont einzig noch: «Es ist wichtig, dass umgehend gehandelt wird. Dazu gehört auch, die Sorge der Mitarbeitenden ernst zu nehmen.» Ausserdem habe sich der Konkordatsrat versichert, dass gezielte Massnahmen ergriffen würden.

Aussagen werden angezweifelt

Die Personalsituation in der Klinik Oberwil ist prekär. Per Ende März hat Chefärztin Magdalena Berkhoff ihren Platz nach über zehn Jahren geräumt. Seit kurzem ist zudem Klinikdirektor Reto Fausch auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben. Über den ärztlichen Befund ist nichts zu erfahren. Fausch hatte die Klinikleitung erst im Dezember 2015 übernommen. Wie von verschiedenen Seiten zu hören ist, kam es in der Klinik in den vergangenen Jahren ausserdem zu zahlreichen weiteren Abgängen. Unter anderem haben der Personalchef, der Oberpfleger, eine Pflegeexpertin sowie ein leitender Arzt den Betrieb verlassen. Im Begriff zu gehen sind weiter zwei Oberärztinnen und eine Stationsleitung. Daneben gab es zahlreiche Wechsel in der Pflege. Und dann sind da noch die schlechten Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung vom letzten Jahr.

Hans Küng, Präsident der Betriebskommission, betont, dass man die Resultate ernst nehme. Die Klinik befinde sich derzeit in einem organisatorischen Umbau. Darauf seien die Ergebnisse denn auch grösstenteils zurückzuführen. Beim Weggang von Magdalena Berkhoff handle es sich um einen «normalen Abgang». Auch die Krankschreibung von Reto Fausch hätte nichts mit der Befragung zu tun.

Aus Klinikkreisen wird diese Aussage jedoch angezweifelt. Genauso wie die Aussage, dass die Probleme angegangen würden. Man fürchtet in der Belegschaft, dass alles beim Alten bleibt.

Zwei Gremien

Die Klinik Zugersee ist eine Konkordatsklinik der drei Zentralschweizer Kantone Uri, Schwyz und Zug. Damit soll die stationäre psychiatrische Versorgung der Bevölkerung dieser drei Kantone sichergestellt werden. Der Konkordatsrat besteht aus insgesamt sieben Mitgliedern. Er ist für die Klinik Zugersee das oberste verantwortliche strategische Führungsorgan. Einsitz nehmen darin neben dem Zuger Gesundheitsdirektor unter anderem auch Petra Steimen, Regierungsrätin des Kantons Schwyz, und Barbara Bär, Regierungsrätin des Kantons Uri. Zudem verfügt die Klinik Zugersee über eine Betriebskommission. Sie ist das direkte Aufsichtsgremium des Klinikbetriebs. Für den operativen Betrieb ist die Klinikleitung zuständig. (st)

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