OBERWIL: Zäsur bei der Psychiatrischen Klinik Zugersee

Die Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf ziehen sich aus der Trägerschaft der Psychiatrischen Klinik Zugersee zurück. Nun ist das Psychiatriekonkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug an der Übernahme der Klinik interessiert.

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Die Psychiatrische Klinik Zugersee in Oberwil. (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Psychiatrische Klinik Zugersee in Oberwil. (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Seit 87 Jahren ist die Kongregation der Barmherzigen Brüder Träger der Psychiatrischen Klinik Zugersee. Damit ist nun Schluss, da den Barmherzigen Brüdern der Nachwuchs fehlt. Bereits 2004 gab die Kongregation die direkte Führungsverantwortung für die Klinik ab, und vor zwei Jahren verlegten die Brüder ihre Gemeinschaft von Oberwil nach Luzern in den Steinhof.

Seit Jahren leisten die drei Konkordatskantone Uri, Schwyz und Zug massgebliche Investitions- und Betriebsbeiträge an die Psychiatrische Klinik Zugersee (beispielsweise 2009 total 13,5 Millionen Franken). Wie die Konkordatskantone in einer gemeinamen Medienmitteilung verlauten lassen, haben sie zudem für den Um- und Neubau der Klinik 1990 bis 1998 43 Millionen Franken aufgewendet (Uri: 3,6 Millionen, Schwyz: 12,1 Millionen, Zug 27,3 Millionen). Die Barmherzigen Brüder ihrerseits stellen das Land kostenlos zur Verfügung.

Regierungen an Kaufsrecht interessiert
Für den Fall, dass sich die Kongregation aus der Trägerschaft zurückzieht, wurde vertraglich ein Kaufsrecht vereinbart. Diese Bestimmung kommt jetzt zur Anwendung. Danach kann das Psychiatriekonkordat den Klinikbetrieb zu Buchwerten und das Grundstück zum Verkehrswert übernehmen. «Die Regierungen der drei Kantone sind an der Ausübung des Kaufsrechts interessiert», so Konkordatsratspräsident Joachim Eder. Profitieren würde in erster Linie die Bevölkerung der Kantone Uri, Schwyz und Zug. Aber auch finanziell sei das Geschäft attraktiv: «Als Gegenwert würden wir eine fachlich und strategisch optimal positionierte Klinik an bester Lage erhalten. Und den grössten Teil der Gebäude haben wir mit den Investitionsbeiträgen vor über zehn Jahren bereits bezahlt.»

Kantonsparlamente entscheiden 2011
Die Verantwortlichen des Psychiatriekonkordats werden im Laufe der nächsten Monate Verhandlungen mit der Brüdergemeinschaft führen, um die Konditionen und Modalitäten für die Ausübung des Kaufsrechts zu regeln. Die Ergebnisse der Verhandlungen werden voraussichtlich 2011 den Kantonsparlamenten von Uri, Schwyz und Zug zum Entscheid vorgelegt. Parallel dazu erstellen die drei Kantone eine gemeinsame Psychiatrieplanung, um den künftigen Versorgungsbedarf unter Einbezug des ambulanten Bereichs zu ermitteln und die verschiedenen Leistungsangebote optimal aufeinander abzustimmen.

pd/zim