ÖFFENTLICHER VERKEHR: Der Zug, der in Zug durchfährt

Mitten in der Nacht fährt an den Wochenenden bald ein Zug von Zürich nach Luzern. Für manche hält er am falschen Ort.

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Im Nachtzug auf dem Weg nach Hause. Wer in Zug aussteigen will, muss künftig aber die SN9 nehmen – der Schnellzug hält nicht. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Im Nachtzug auf dem Weg nach Hause. Wer in Zug aussteigen will, muss künftig aber die SN9 nehmen – der Schnellzug hält nicht. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Ab dem 14. Dezember wird erstmals ein SBB-Nachtzugpaar an Wochenenden (Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag) Luzern und Zürich und umgekehrt verbinden. Diese zwei Züge verkehren auf der zeitlich und distanzmässig kürzeren Strecke über Thalwil. Auf seiner Fahrt zwischen den beiden Endpunkten hält die neue SBB-Verbindung aber nur in Rotkreuz. In Baar und Zug fährt er hingegen durch. In einem früheren Fahrplanentwurf waren in diesen beiden Bahnhöfen noch Halte eingeplant.

Der Grund für den Rückzieher: Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) als Betreiber der Nacht-S-Bahn hat bei den SBB vorgesprochen. Denn seit dem vergangenen Dezember transportiert die SN9 (Zürich–Affoltern am Albis–Zug–Baar) Nachteulen aus dem Kanton Zug an Wochenenden nach Hause.

Schneller und ohne Nachtzuschlag
Der Kanton Zug als Besteller des SN9-Astes von der Zürcher Kantonsgrenze nach Baar habe die Züge beim ZVV schon bestellt und ein Zurück gebe es nicht mehr. Zuger Nachtschwärmer, so vermutet Hans-Kaspar Weber, der Leiter des Zuger Amts für öffentlichen Verkehr, würden bei Halten in Zug und Baar natürlich zum rund 20 Minuten schnelleren Zugs-Angebot über Thalwil wechseln. Aber nicht nur wegen dem zeitlichen Faktor, sondern auch wegen dem Nachtzuschlag. Benutzer der SN9 müssen einen Nachtzuschlag von 5 Franken bezahlen. Bei der Fahrt über Thalwil ist ein solcher nicht zu entrichten.

Die Zuger können noch hoffen, dass der Bahnhof Zug nur während eines Jahres links liegen gelassen wird. Für dieses Jahr scheint der Zug allerdings bereits abgefahren zu sein.

Marco Morosoli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.