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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Schulbusbetrieb in Menzingen wird neu organisiert

Der öffentliche Verkehr nach Finstersee wird eingestellt, weil das Postauto zu oft leer bleibt. Der Gemeinderat hofft nun auf private Initiativen. Für den Transport der Schüler will er mit einem lokalen Unternehmen zusammenarbeiten.
Rahel Hug
Das Postauto wird in Finstersee nur noch bis Ende 2018 verkehren. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 4. Oktober 2017))

Das Postauto wird in Finstersee nur noch bis Ende 2018 verkehren. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 4. Oktober 2017))

Interview: Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Noch dreht das Postauto mit der Nummer 661 werktags und samstags zwischen Menzingen und Finstersee seine Runden. Doch damit ist Ende 2018 Schluss. Grund ist, dass die Konzession mit der Post ausläuft, ausserdem gehört die Linie zu den nachfrageschwächsten im Kanton. Die wenigen Nutzer des Busses sind fast ausschliesslich Schüler, denn der Schulbus für die Finsterseer Kinder, die nach Menzingen müssen, ist in den Kursbus integriert. Wir haben bei der Sicherheitsvorsteherin Barbara Beck-Iselin nachgefragt, welche Pläne der Gemeinderat für die Zukunft des Schulbusses verfolgt.

Barbara Beck, weshalb nutzen fast nur Schüler den Bus? Haben alle Einwohner von Finstersee ein Auto?

Es ist schon so, dass in Finstersee kaum Leute ohne eigenes Fahrzeug wohnen. Als der Bus früher noch bis nach Schindellegi verkehrte, gab es zwei Pendler, die ihn nutzten. Inzwischen nimmt man eher das eigene Auto, und das gilt auch für die Besucher des Bostadels. Wir wussten schon länger, dass die Nachfrage sehr gering ist, und haben auch entsprechende Aufrufe gemacht. Doch wenn der Bus sehr oft leer bleibt, sind uns die Hände gebunden.

Prüfen Sie Ersatzmöglich­keiten, etwa auf privater oder freiwilliger Basis?

Es gibt durchaus Ideen, zum Beispiel Mitfahrgelegenheiten, die via Smartphone kommuniziert werden. Es wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich nun mit solchen Ideen auseinandersetzt. Der Gemeinderat hofft natürlich auf private Initiativen und wird dabei auf jeden Fall Hand bieten und auch mit dem Verein finstersee.ch zusammenarbeiten.

Zum Schulbus: Wie viele Schüler sind effektiv auf den Transport angewiesen?

Das sind ungefähr sieben Kindergärtler und zwischen acht und neun Oberstufenschüler.

Welche Lösung strebt der Gemeinderat betreffend Schulbus an?

Den Schulbus haben wir nie in Frage gestellt. Unabhängig von der Zukunft der Postautolinie nach Finstersee müssen wir diese Dienstleistung gewährleisten. Wir stehen in Kontakt mit privaten Anbietern. In der Gemeinde gibt es ja für die Gebiete Brettigen/Schwand und Heiterstalden bereits Schulbuslinien.

Wie viel kosten diese?

48 000 und 52 000 Franken. Die Linie nach Finstersee lassen wir nun offerieren.

Die Gemeinde Hünenberg hat den Schulbusbetrieb für das Gebiet Unterhünenberg auf das neue Schuljahr hin an die Firma Eurobus Häfli­-ger AG ausgelagert. Kommt eine solche Lösung auch für Menzingen in Frage?

Eher nicht. Für uns ist es wichtig, dass ein lokales Unternehmen den Transport der Schüler übernimmt, vor allem weil wir hier ja Firmen im Ort haben, die damit Erfahrung haben. Der Umgang auf unseren Schulbuslinien ist sehr persönlich, man kennt sich. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Am 4. März stimmt die Menzinger Bevölkerung darüber ab, ob die Schule in Finstersee erhalten bleibt. Welchen Einfluss wird der Ausgang dieser Abstimmung auf die Schulbusdiskussion haben?

Eigentlich haben die beiden Themen nicht viel miteinander zu tun. Dass die Zukunft des Schulbusses nun kurz vor dieser Abstimmung neu geregelt werden muss, ist ein Zufall. Wird die Schule in Finstersee geschlossen, braucht es letztlich einfach einen grösseren Bus, um auch die Erst- bis Viertklässler nach Menzingen zu bringen.

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