ÖFFENTLICHER VERKEHR: Zug testet neue Ticket-Technologie

Einsteigen in den Bus, umsteigen auf den Zug und zwar ohne vorher ein Ticket zu lösen: Ab Mitte 2017 soll dieses «Reisen mit GA-Komfort» in der Region Zug möglich sein. Der Kanton Zug, die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) und die SBB haben am Donnerstag das Bibo-Projekt (be in be out) vorgestellt.

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Ob mit dem Bus oder mit der Bahn, mit dem Ticketingsystem Bibo werden alle Fahrten mit einer Chipkarte automatisch registriert. (Bild: PD)

Ob mit dem Bus oder mit der Bahn, mit dem Ticketingsystem Bibo werden alle Fahrten mit einer Chipkarte automatisch registriert. (Bild: PD)

Statt immer wieder ein Ticket lösen zu müssen, besitzen die Fahrgäste der Zukunft eine Chipkarte. Damit werden alle Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln automatisch registriert und der Preis für die gefahrene Strecke berechnet und belastet.

Die Abrechnung soll über Kreditkarte, Prepaid-Guthaben oder eine monatliche Abrechnung möglich sein. Als «GA-Komfort für alle» bezeichnete der Zuger Regierungsrat Matthias Michel (FDP) die neue Ticket-Technologie. Und verspricht sich unter anderem davon, dass mehr Leute den öffentlichen Verkehr benutzen: Aus seiner Sicht sei der Automat eine der grössten Einstiegshürden in den öV, sagte Michel am Donnerstag vor den Medien in Zug.

Zu Demonstrationszwecken haben die ZVB nun in einem ersten Schritt bei einem Bus das Bibo-System eingebaut. Zudem sollen in dieser ersten Phase alle Fragen geklärt, der Pilotbetrieb vorbereitet sowie eine Kantonsratsvorlage ausgearbeitet werden.

Bis Ende 2016 sollen dann in einem zweiten Schritt auf zwei Buslinien technische Tests durchgeführt werden. Etwa 500 Personen sollen das neue System testen, ohne dass aber bereits darüber abgerechnet wird.

Finanzierung noch unklar

Geplant ist ein Pilotbetrieb in der ganzen Region Zug ab Mitte 2017. Dann sollen alle 130 Fahrzeuge der ZVB und Stadtbahn Zug mit dem Bibo-System ausgerüstet werden. Vorher muss aber noch die Finanzierung geklärt werden.

Michel geht in einer groben Schätzung von 10 bis 15 Millionen Franken aus. «Ziel ist es, Transportunternehmen wie SBB und ZVB sowie Partner aus der Industrie mit ins Boot zu holen und die Kosten zu verteilen», sagte Michel. Der Kanton Zug sei eine geeignete Region für ein solches Pilotprojekt: übersichtlich und relativ kompakt.

Die SBB sind denn auch sehr froh, mit Zug anfangen zu können, wie Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr SBB, sagte. Auf nationaler Ebene gelte es aber zuerst, den «Swiss Pass» einzuführen. Die Chip-Karte soll ab August 2015 nach und nach GA, Halbtax und weitere Abonnemente ersetzen.

Parallel zu dieser Einführung würden die IT-Vertriebssysteme der SBB modernisiert. Erst danach sei an eine flächendeckende Einführung von BIBO als Möglichkeit zu denken, sagte Pilloud. Im besten Fall soll der Pilotbetrieb in Zug dann in einer vierten Phase in einen Regelbetrieb umgewandelt und das Bibo-System in der ganzen Schweiz eingesetzt werden.

sda