Pro & Contra

Ist der neue Ökihof in der Stadt Zug eine Chance oder überwiegen die Mängel?

Am 27. September stimmt die Stadtzuger Stimmbevölkerung über den neuen Ökihof ab. Die beiden Fraktionschefs der CVP und der FDP sind gegenteiliger Meinung.

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Inhaltsverzeichnis

Pro

Etienne Schumpf, FDP-Fraktionschef, GGR-Mitglied.

Etienne Schumpf, FDP-Fraktionschef, GGR-Mitglied.

Bild: PD

Es geht bei dieser Abstimmung um mehr als einen Ökihof. Es geht um ein innovatives und soziales Recyclingkaufhaus, wo mit nicht nur Wertstoffe verwertet und alte Gegenstände wieder verkauft werden. Auch Menschen, die aus dem Arbeitsmarkt gefallen sind, finden im Ökihof und im Recyclingcenter eine sinnvolle Tätigkeit. Es handelt sich um eine wegweisende Investition in die Zukunft der Stadt Zug, die für alle einen Mehrwert bietet und die bewährte Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen (GGZ und Frauenzentrale) weiter stärkt.

Die CVP Fraktion stellt sich, mit zum Teil sehr fragwürdigen Argumenten gegen den Objektkredit und stösst alle Stadtzuger vor den Kopf, wenn der CVP-Fraktionschef Christoph Iten behauptet, dass es ja kein Problem sei, wenn es in der Stadt Zug für ein bis zwei Jahre keinen Ökihof gibt, da die Stadtzuger ja einfach nach Baar oder Cham gehen könnten. Es ist begrüssenswert, dass die CVP diese Vorlage besonders kritisch hinterfragt – so wie sie dies auch mit dem «C» in ihrem Parteinamen tut. Und auch bei dieser Frage wird die Partei zum Schluss kommen, dass es sich lohnt, auf Bewährtem zu bauen und Durchdachtem zuzustimmen.

Die FDP braucht kein C im Parteinamen, um sich für eine solidarische und moderne Abfallbewirtschaftung einzusetzen und baut weiter auf Stadträtin Eliane Birchmeier (FDP), die mit viel Elan sämtliche Bauvorhaben sehr kompetent vorantreibt.


Contra

Christoph Iten, CVP-Fraktionschef, GGR-Mitglied

Christoph Iten, CVP-Fraktionschef, GGR-Mitglied

Bild: PD

GGZ, Brockenhaus und Ökihof unter einem Dach am Standort Göbli. Auf den ersten Blick ein gutes Projekt. Sieht man aber genauer hin, zeigen sich erhebliche Mängel: Schlechte Ausnutzung: Bauland in Zug ist rar und teuer. Rundherum wird massiv verdichtet, die Zeiten von Flachbauten sind vorbei. Und genau hier wird eine riesige Ökihof-Halle mit nur einem Geschoss geplant. Warum keine unterirdischen Parkplätze, zusätzliche Vereinsräume oder innovative Dachnutzung? Die Stadt muss ihre Landreserven besser ausnutzen, auch im Hinblick auf künftige Generationen.

Fehlende Gesamtsicht: Umliegende städtische Entwicklungen werden ignoriert. Direkt neben dem Ökihof sind Neubauten für Notzimmer, Feuerwehr und Werkhof vorgesehen. Das vorliegende Projekt geht mit keinem Federstrich darauf ein. Entsprechende Synergien müssen zwingend abgeklärt und eingeplant werden. Kosten: Cham hat einen unwesentlich kleineren Ökihof für 2,7 Millionen Franken gebaut. Die Stadt Zug plant mit 7,6 Millionen Franken – das ist rund dreimal mehr. Da ändert auch die in Cham wiederverwertete Scheune nicht viel. Das sind kritische Mängel für einen total 21-Millionen-Franken-Bau, der 50 Jahre bestehen wird. Intelligente und nachhaltige Stadtplanung sieht definitiv anders aus. Deshalb Nein zu diesem isolierten Einzelprojekt mit schlechter Ausnutzung. Geben wir dem Stadtrat die Chance ein cleveres, nachhaltiges und durchdachtes Gesamtprojekt vorzulegen.

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