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ÖV: Ab Zug bald einfacher über den Gotthard

Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels zum Fahrplanwechsel 2020/21 werten die SBB die Verbindung über den Gotthard auf. Dafür besorgt ist die Schweizerische Südostbahn. Deren neue Flirt-3-Triebzüge halten dann auch in Zug.
Marco Morosoli
Solche Flirt-III-Triebwagenzüge sollen in knapp drei Jahren auf der Gotthard-Route durch den Scheiteltunnel verkehren. (Bild: Visualisierung SOB)

Solche Flirt-III-Triebwagenzüge sollen in knapp drei Jahren auf der Gotthard-Route durch den Scheiteltunnel verkehren. (Bild: Visualisierung SOB)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels am 11. Dezember 2016 liegt ein schmackhafter Caffè im neu gestalteten Bahnhofbuffet in Bellinzona nur noch 75 Minuten von Zug entfernt. Als die Schnellzüge ab Zürich einst noch den Weg über den Scheiteltunnel nehmen mussten, dauerte die Fahrt zwischen den beiden Kantonshauptorten 37 Minuten länger. Wer heute diesen Umweg nimmt, den die SBB grossspurig als Panorama-Strecke vermarkten, nimmt S-Bahn-Flair in Kauf und muss in Arth-Goldau und in Erstfeld umsteigen. Passagiere, die weiter nach Locarno fahren, kommt ein weiteres Umsteigen in Bellinzona hinzu.

Dieses Angebot hat jetzt ein «Verfalldatum». Die SOB werden ab dem Fahrplanwechsel Ende 2020 von Basel und Zürich aus die Gotthard-Züge auf der malerischen Strecke durchs Reusstal und die Leventina betreiben. Auftraggeber sind die SBB, welche mit ihrem derzeitigen Konzept dafür gesorgt haben, dass kaum noch Passagiere über die alte Gotthard-Linie fahren.

Die direkten Züge nach Locarno ab 2020 im Angebot

Ab dem Fahrplanwechsel von Ende 2020 werden somit erstmals im fahrplanmässigen Betrieb SOB-Triebwagenzüge im Bahnhof Zug zu sehen sein. Diese fahren von Zürich wie auch von Basel aus in Richtung Lugano oder Locarno. Der Reisende ist zwar etwas länger unterwegs, aber die alte Gotthard-Strecke mit ihren Kehrtunnels hat ihren speziellen Reiz. Es gibt aber nicht nur wieder direkte Züge von Zug nach Locarno. Die SOB-Züge bieten auch Reisen an mit gehobenerem Komfort als derzeit. Um den Betrieb über die Panorama-Strecke zu bestreiten, hat die SOB im Dezember beim Schweizer Unternehmen Stadler Rail elf Triebwagenzüge aus der neusten Flirt-Serie bestellt. Diese «flinken leichten innovativen Regional-Triebzüge» (Flirt), welche ihren Ursprung bei der Zuger Stadtbahn haben, bieten insgesamt 361 Sitzplätze – davon 70 in der 1. Klasse.

Die Gotthard-Züge kosten 170 Millionen Franken

Die achtteiligen Triebwagenzüge mit der Typenbezeichnung Flirt III sind 150 Meter lang. Dabei ist es – wie auch bei der Zuger Stadtbahn – problemlos möglich, mehrere Triebzüge aneinanderzukoppeln. Eine Betriebseinschränkung bietet höchstens die Perronlänge an den Halteorten.

Die elf Triebwagenzüge für den Gotthard-Verkehr kosten 170 Millionen Franken. Zupass kommt dem Transportunternehmen dabei, dass es für den Voralpen-Express (Luzern–Sattel–Pfäffikon–St. Gallen) bereits baugleiche Züge bestellt hat. Diese sollen dort ab Ende 2019 zum Einsatz kommen. Somit ist auch die Zulassung für das Schweizer Schienensystem kein Problem, liegt doch diese bereits vor, da die erwähnten Züge als Voralpen-Express eingesetzt werden. Fehlende Zulassungen sind bei einem Betreiberwechsel oftmals ein grosses Problem.

Bereits heute sind Flirt III in Deutschland, Polen, den Niederlanden und in Serbien im Einsatz. Diese Triebwagenzüge aus dem Hause Stadler Rail weisen jedoch weniger Wagen auf als die von der SOB bestellte Konfiguration. Wie die SOB-Sprecherin Brigitte Baur sagt, sind bereits im laufenden Jahr sogenannte technische Typentests mit dem Flirt III vorgesehen. Diese sind ein wichtiger Baustein für die spätere Zulassung.

Züge erfüllen alle Vorgaben für Tunnelfahrten

Gemäss Baur ist auch die Durchfahrt des Gotthardtunnels kein Problem: «Sämtliche Bedingungen, welche die SBB-Infrastruktur und das Bundesamt für Verkehr für den Betrieb der Tunnels und den Zugang zur Gotthard-Bergstrecke fordern, werden durch das neue SOB-Rollmaterial eingehalten.» Um dem Label «hochwertiger Betrieb» Rechnung zu tragen, w

ird nicht nur bezüglich der Bestuhlung viel investiert. In den Zügen wird es auch ein Mini-Bistro sowie ein Familienabteil geben. Alles Errungenschaften, welche die heute auf der Gotthard-Bergstrecke Tilo-Triebwagenzüge mit vier oder sechs Wagen nicht erfüllen. Sie stammen ebenfalls aus dem Hause Stadler Rail in Bussnang. Die für den Regional-Express über den Gotthard verwendeten Flirts sind länger als diejenigen, welche seit 2004 auf der Zuger Stadtbahn verkehren.

Der Antrieb der neuen SOB-Triebwagenzüge leistet 5200 Kilowattstunden. Damit werden die SOB-Züge für den Voralpen-Express und die Gotthardstrecke mit dem bisher stärksten Antrieb der ganzen Flirt-Familie ausgestattet.

Ein Vorteil ist zudem, dass die von der SOB für die Gotthard-Züge vorgesehenen Flirt III beim Start auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2020 bereits seit einem Jahr auf der Route des Voralpen-Express im Einsatz sind.

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