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ÖV: SBB schaffen Grundlagen für Zimmerberg

Die SBB haben vier Konzeptstudien ausgeschrieben, die bis Mitte 2020 vorliegen sollen. Die Studien liefern die Grundlagen, damit dereinst die Leistungsfähigkeit der Bahn zwischen Zürich und Luzern dem wachsenden Verkehrsaufkommen angepasst werden kann.
Charly Keiser

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Nicht nur zahlreiche Strassen brauchen dringend zusätzliche Spuren, sondern auch auf den Schienen fehlt es an Platz. So bestehen auf dem Schienennetz zwischen Zürich und Luzern drei Nadel­öhre, die der Bundesrat und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bis 2030 beziehungsweise 2035 eliminieren wollen. Die Wege zur Beseitigung der drei Engpässe sowie eine Optimierung des Zugverkehrs zwischen Zürich und Chur werden nun an die Hand genommen. Denn die SBB haben die Konzeptstudien für diese vier Teilprojekte ausgeschrieben.

Die teilweise einspurige Strecke zwischen Zürich und Zug sei ein Nadelöhr im schweizerischen Eisenbahnnetz, beschreiben die SBB die Ausgangslage und die Notwendigkeit des neuen Flachbahntunnels Zimmerberg II in ihrer Information zur entsprechenden Projektstudie. «Bereits heute verkehren dort täglich über 40 000 Personen und 210 Züge. Ab 2025 sind die Strecke und der Bahnhof Thalwil vollständig ausgelastet.» Weitere Angebotsschritte seien trotz weiterhin steigender Nachfrage nicht mehr möglich. «Der Bund und die SBB wollen diesen Engpass langfristig im Rahmen des strategischen Entwicklungsprogrammes (Step) mit dem Zimmerberg-Basistunnel (ZBT) II zwischen Thalwil und Zug beheben. Im Auftrag des Bundes erstellen die SBB dafür bis Ende 2020 eine Konzeptstudie. Mit dieser legen die SBB eine verlässliche Basis für die Projektierung des ZBT II, heisst es weiter. Dazu gehörten die genaue Linienführung des Tunnels, seine Verknüpfung mit dem bestehenden Netz, die verkehrstechnischen Grundlagen, die bauliche Machbarkeit und die Kosten. Teil der Studie seien auch Immissions- und Umweltkriterien des Gross­projekts in dem dicht beanspruchten Lebens- und Wirtschaftsraum Zürich–Zug. Der Zimmerberg-Basistunnel soll südlich in Litti bei Baar, wo schon das heute bestehende Portal des einspurigen Tunnels ist, in den Berg eintauchen. Nördlich von Thalwil, genauer bei Nidelbad, soll der Flachbahntunnel mit den bestehenden unterirdischen Gleisen verknüpft werden, die heute schon in Richtung Zürich führen.

Gleichzeitig soll die Option einer später zu bauenden unterirdischen Abzweigung bis Horgen mitberücksichtigt werden, schreiben die SBB. Mit dem sogenannten Meilibachtunnel, der bei Murimoos vom ZBT II südlich von Horgen und bei Meilibach in die Bahnstrecke nach Chur führt, sind schnellere Fahrten von Zürich in Richtung Chur möglich.

Ausbau auf sechs Fernverkehrszüge pro Stunde

Der Zimmerberg II bringe die Wirtschaftsräume Zürich und Zug sowie Luzern und damit die Zentralschweiz enger zusammen, schreiben die SBB weiter. «Er ermöglicht einen Ausbau des Angebots zwischen Zürich und Rotkreuz auf sechs Fernverkehrszüge pro Stunde und Richtung.» Die Fahrzeit Zürich–Zug liesse sich um sechs Minuten reduzieren.

Die beiden genannten Konzeptstudien sollen Anfang Juli in Angriff genommen und innert zwei Jahren erstellt sein, heisst es in der Ausschreibung. Und dort steht zudem explizit: «Dieser Auftrag kann nicht verlängert werden.» Das Parlament berät voraussichtlich 2019 über die Aufnahme des Zimmerberg-Basistunnels II in das strategische Entwicklungsprogramm und die Ausbauschritte 2030/35. Der Meilibachtunnel dürfte in einem späteren Ausbauschritt realisiert werden.

Zwei massive Engpässe auf der Fahrt von Zürich nach Luzern existieren zudem bei Zug. So fehlt erstens eine dritte Spur von Zug bis zur Chollermüli. Die Züge von und nach Luzern müssen sich nämlich heute zwischen Zug und der Chollermüli den Platz mit den Zügen aus und ins Säuliamt teilen. In einer Teilkonzeptstudie soll darum auch der Bau des dritten Gleises auf besagter Strecke vorbereitet beziehungsweise evaluiert werden. Zu wenig Kapazität besteht zudem zwischen Zug und Baar. Dies wohl ab dann, wenn der Zimmerberg II gebaut ist. Die diesbezügliche Studie soll darum gleichzeitig zeigen, wie die Strecke auf drei oder gar vier Gleise ausgebaut werden kann.

Die vier Studien werden in den kommenden Wochen vergeben. Schon heute ist klar, dass die Realisierung der Projekte und deren Inangriffnahme von der Politik entschieden werden. Noch gibt es bekanntlich ein Seilziehen der verschiedenen Regionen um «ihre» Ansinnen.

Ziel: Festlegen der Bestvariante

«Mit den Konzeptstudien sollen gesicherte Erkenntnisse und Grundlagen für die weitere Projektierung und den politischen Diskurs erarbeitet werden», schreiben die SBB in ihrer offiziellen Ausschreibung. Ebenso würden die notwendigen Infrastrukturmassnahmen und deren Etappierung verifiziert. Insbesondere würden folgende Ziele verfolgt: «Festlegen der Bestvariante, Aussagen zur Bewilligungsfähigkeit und die Ermittlung der Grobkosten mit einer Toleranz von plus/minus 50 Prozent.

Ob die SBB alle vier Projekte realisieren möchten, wie sie deren Chancen einschätzen sowie auf welches am wenigsten und auf welches andererseits am ehesten verzichtet werden könnte, beantwortete die Pressestelle der SBB am Freitag nicht. Sie verwies «summarisch» auf die Information der Studie, der dieser Artikel, nebst der offiziellen Ausschreibung, zu Grunde liegt.

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