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ÖV: Verspätungen trotz neuen Liniennummern

Beim Fahrplanwechsel ist die Linie 8 von Baar nach Rotkreuz aufgesplittet worden, um den Fahrplan zu stabilisieren. Gleich am ersten Werktag mit dem neuen Regime waren die Busse aber verspätet.
Marco Morosoli
Die Buslinie 8, sie verbindet im Langlauf Rotkreuz mit Baar, wird im Dezember in drei Linien aufgeteilt. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg See, 29. Mai 2017))

Die Buslinie 8, sie verbindet im Langlauf Rotkreuz mit Baar, wird im Dezember in drei Linien aufgeteilt. (Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg See, 29. Mai 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Auf der Facebook-Seite «Zuger helfen Zugern» machte sich einer Luft über Busse der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB). Am Montag wie auch am Dienstag nach dem Fahrplanwechsel (10. Dezember) sei die neue Linie 36 (Baar–Steinhausen Sennweid) mit Verspätungen bis zu 40 Minuten unterwegs gewesen.

Die ZVB haben auf diese Facebook-Meldung schnell reagiert. Die ZVB-Sprecherin Sonya Hausherr schreibt darin: «Leider sind unsere Busse in der Regel mitten im normalen Verkehr und jeweils nur auf gewissen Abschnitten mit separater Busspur unterwegs.» Sie führt weiter aus: «Deshalb besteht vor allem in den Spitzenzeiten ein Risiko für Verspätungen, so auch am Montagabend.»

Am 11. Dezember hatte sich auf der Autobahn A4 auf Hünenberger Gemeindegebiet um 16 Uhr ein Selbstunfall ereignet. Während der Bergung der schwer verletzten Frau und der Instandstellung der massiv beschädigten Leitplanke musste der Verkehr, wie die Zuger Polizei in einer Mitteilung schrieb, in beiden Richtungen einspurig am Unfallort vorbeigeführt werden. Die Konsequenz: ein längerer Rückstau im Feierabendverkehr. Von ­diesem Ereignis war auch der Busverkehr in der Lorzenebene betroffen. Oder wie sich Sonya Hausherr ausdrückte: «Der Individualverkehr schlängelte sich durch die Dörfer.»

Verschiedene Punkte haben Verspätungspotenzial

Doch auch ohne diesen tragischen Unfall ist auf den Zuger Strassen zur abendlichen Hauptverkehrszeit das Einhalten des Fahrplans an sich schon eine Herkulesaufgabe. Auf dem Streckenverlauf der neuen Linie 36 befinden sich zudem einige Hotspots, welche das Fortkommen der Busse zusätzlich erschweren.

Die Aufhebung der Linie 8 (Baar Bahnhof–Rotkreuz) und deren Aufsplittung, um Verspätungen besser in den Griff zu bekommen, hat am Umstand nichts geändert, dass Verkehrsüberlastungen auf dem Zuger Strassennetz an Werktagen sehr oft vorkommen. Regelmässig informiert die ZVB via Mail, dass die Busse auf den verschiedensten Linien verspätet unterwegs seien. Die Begründung lässt sich längst mit der Copy-Paste-Tastenkombination einfügen: Verkehrsüberlastungen infolge hohen Verkehrsaufkommens.

Ein Rapport mit der ZVB findet alle Semester statt

Hans-Kaspar Weber, er ist Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, hat von den Verspätungen am 11. Dezember gehört. Er sagt denn auch: «Jeder Bus, der zu spät ist, ist einer zu viel.» Erschwerend komme hinzu, dass der Flaschenhals nicht immer an der gleichen Stelle auftrete. Ein «Verspätungsmacher» ist oftmals gemäss häufigen Busnutzern auch das Chamer Zentrum. Wie Weber erklärt, habe sein Amt aber bis jetzt wegen der Verspätungen noch nicht reagiert. Ein Rapport bei den ZVB finde pro Semester einmal statt. «Wir hatten bis jetzt wegen des neuen Fahrplans auch relativ wenige Rückmeldungen.» Erhellend ist aber, was auf der Homepage www.puenktlichkeit.ch gelesen werden kann. Dort werden schweizweit alle Bewegungen des öffentlichen Verkehrs abgebildet. Bezogen auf den besagten Montag ergibt sich das folgende Bild: Zwischen 16 und 18 Uhr haben die Busse auf dem Abschnitt der Linie 36 von Baar Oberau bis Baar Metro einen Pünktlichkeitswert von 57,7 Prozent erreicht. Das heisst: Praktisch jeder zweite Bus der Linie 36 hatte mehr als drei Minuten Verspätung. Das ist ein Schwellenwert, ab welchem von einer Verspätung gesprochen werden kann. Im Gespräch erklärt Hans-Kaspar Weber, dass es bei einer Verspätung unterhalb von fünf Minuten nicht zu Anschlussbrüchen kommen sollte.

Jeder fünfte ZVB-Bus ist über drei Minuten zu spät

Die Pünktlichkeit auf dem ganzen von der ZVB betriebenen Netz hat in der vergangenen Woche einen Wert von 80,2 Prozent erreicht. Das bedeutet: Im Durchschnitt war jeder fünfte Bus mehr als drei Minuten zu spät unterwegs. Dieser Wert bewegt sich im Vergleich zu anderen Schweizer Transportunternehmen ziemlich genau im Durchschnitt (Schweizer Durchschnitt: 80,4 Prozent).

Zum Vergleich: Die S5 (Zug–Zürich Hauptbahnhof–Pfäffikon) erreicht zwischen dem Bahnhof Zug und dem Haltepunkt Steinhausen Rigiblick in der vergangenen Woche einen Pünktlichkeitswert von 74,9 Prozent. Von 267 Fahrten im Beobachtungszeitraum waren deren 200 mit weniger als drei Minuten Verspätung unterwegs.

Die ZVB-Sprecherin Sonya Hausherr schreibt zudem, dass es immer wieder gelinge, dass Verspätungen am Abgangsort aufgeholt werden können. Sie erinnert auch daran, dass mit Google Maps die Echtzeitabfahrt an einer Haltestelle in Echtzeit abgefragt werden kann. Auch an der Haltestelle könne mit dem Scannen des QR-Codes ermittelt werden, wann der nächste Bus kommt.

Sitzt der ÖV-Nutzer allerdings schon im Bus, kann er nur hoffen, dass er möglichst schnell an den Zielort kommt und die allenfalls eingeplante Umsteigeverbindung noch erreicht wird.

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