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«Oft sind die Eltern die Ursache»

Nachgefragt

Philipp Suter (46) leitet seit 2008 die Jugendbewaehrungshilfe.ch in Baar und begleitet mit seinen Mitarbeitenden und Partnern zirka 100 bis 120 Jugendliche und deren Eltern pro Jahr.

Welche besonderen Herausforderungen gibt es bei Ihrer Arbeit mit jugendlichen Migranten?

In meiner langjährigen Tätigkeit als Fussballtrainer, Pädagoge und Streetworker hatte ich oft mit jungen Männern aus südlichen Machosubkulturen zu tun. Oft sind die Eltern die Ursache für deren dissoziales Verhalten, weil sie ihre Kinder verwöhnen oder sie vernachlässigen.

Im beschriebenen Fall hat der junge Mann Angst, von der Vergangenheit eingeholt zu werden und seinen Kollegen «etwas abgeben» zu müssen, weil es ihm jetzt besser geht. Kennen Sie diese Problematik?

Ich erinnere mich an einen jungen Türken, bei dem seine Freunde eifersüchtig wurden auf die Unterstützung durch den Arbeitgeber, die Sozialarbeiterin und die Jugendbewaehrungshilfe.ch und die damit erzielten Erfolge.

Wie kann man dieser Herausforderung begegnen?

Indem diese Jugendlichen mit Unterstützung sinnvolle Freizeitaktivitäten planen und durchführen. Die Eltern müssen intensiv im Prozess begleitet und immer wieder ermutigt werden, auch, dass sie die Schuld nicht bei Institutionen wie Schule oder Jugendanwaltschaft suchen. Sie müssen auch mitarbeiten und ihrem Kind durch liebevolles und konsequentes Erziehungsverhalten eine wertvolle Unterstützung zu bieten.

Was ist aus Ihrer Sicht der Schlüssel zum Erfolg bei besonders schwierigen Fällen?

Zuwendung und Empathie, die Träume der Jugendlichen ernstnehmen, mit der Schule und anderen Bezugspersonen zusammenarbeiten und liebevoll und konsequent sein, auch wenn die Kinder sich völlig daneben benehmen. In dieser Nacherziehungsarbeit müssen wir auch bereit sein, dorthin zu gehen, wo es wehtun kann. Trotz Ausbildungen in Klinikseelsorge, Pädagogik und Jugendarbeit bleibt das auch für mich eine grosse Herausforderung. Es ist ein wunderbarer Beruf, mit jungen Menschen Brücken zu bauen und zu sehen, wie sie glücklicher werden. Dies ist nur möglich, weil es im Kanton Zug viele gute Arbeitgeber, Bauern, Familien, Sozialarbeiter und andere Integrationsfachpersonen gibt, die uns in unserer Arbeit unterstützen. (rh)

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