Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Der Zuger Baudirektor wurde ohne Aufwärmen ins kalte Wasser geworfen

Seine Eingewöhnungsphase war kurz: Schon nach ein paar Wochen musste der neue Baudirektor Florian Weber im Parlament Dossierkenntnisse vorweisen. Nun folgt die erste Bewährungsprobe an der Urne.
Andrea Muff
Florian Weber ist seit 87 Tagen als Baudirektor im Amt. (Bild: Baudirektion Kanton Zug)

Florian Weber ist seit 87 Tagen als Baudirektor im Amt. (Bild: Baudirektion Kanton Zug)

Eine Aufwärmphase hat es für Baudirektor Florian Weber (38) eigentlich keine gegeben. An der Medienkonferenz am Mittwoch, an der er nach 86 Tagen im Amt einen Einblick in seine Arbeit und seine Ziele gegeben hat, sagt er: «Ich bin ins kalte Wasser geworfen worden.» Dies aber im positiven Sinne. Denn er meint damit vordergründig sein erstes Geschäft als Exekutivmitglied: Die Vorlage für den ZVB-Hauptstützpunkt, über die bereits an der Kantonsratssitzung Ende Januar debattiert worden ist. «Das Projekt musste ich in aller Tiefe studieren. Damit ich bei allfälligen Fragen aus dem Parlament auch Antworten parat hatte», erklärt Weber. Der «Initialaufwand» sei allgemein sehr gross.

Der Alltag in der Baudirektion sei eng getaktet und intensiv. «Die Belastung ist aber in etwa die gleiche wie vorher», erklärt er. Er sei in seiner «Wunsch-Direktion» und damit Chef von über 160 Mitarbeitern. «Alle sind sehr motiviert und packen an, das gefällt mir sehr. Wir streben flache Hierarchien an und kommunizieren offen miteinander.» Zudem will er auch weiterhin zielorientiertes Arbeiten fördern. «Das Ziel ist, Probleme zu lösen, nicht zu bewirtschaften», erklärt er.

So bezeichnet Weber seine neue Stelle als «faszinierenden Knochenjob». Denn auf der Agenda des FDP-Regierungsrats stehen viele wichtige Projekte. Im Strassenbau sind dies etwa die Tagente Zug/Baar – «Wir sind bei den Kosten gut unterwegs und liegen im Zeitplan», bestätigt er – und die Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH). Gegen die Baubewilligung sind fünf Einsprachen beim Verwaltungsgericht eingegangen, das Rechtsverfahren ist also noch hängig. Weber ist zuversichtlich, dass mit den Bauarbeiten 2022 gestartet wird. Dies nach der Fertigstellung der Tangente Zug/Baar 2021. Im Sommer 2021 soll auch mit den Vorarbeiten zur Sanierung der Ägeristrasse, Nidfuren-Schmittli in Baar respektive Menzingen begonnen werden.

Lob an die Direktions-Vorgänger

Doch nicht nur im Tiefbau stehen grosse Projekte an, auch im Hochbau wird in den nächsten Jahren einiges geschehen: Neben dem ZVB-Hauptstützpunkt stehen als Projekt «Hofstrasse und Theilerhaus», die Durchgangsstation in Steinhausen und die Sanierung der Kantonsschule Zug auf dem Plan. Apropos Kantonsschule: Hier muss der Kanton, nach der Ablehnung des Standorts Ennetsee durch die Chamer Bevölkerung, über die Bücher. Involviert sind die Direktionen Bildung und Kultur, Finanzen und Bau.

Auch stehen das Energieleitbild, die Kiesgewinnung und die Abfallplanung auf dem Programm der Baudirektion. Einen «gewissen Respekt» hat Florian Weber indes vor dem Mobilitätskonzept. In diesem Bereich gebe es viele Fragen: Und die Antworten könnten im Strassenbau, mit elektronischen Applikationen oder etwa im Road Pricing gefunden werden. Der Terminkalender des Baudirektors ist voll, und er fühle sich wohl, betont er. Florian Weber lobt während der Medienorientierung die Arbeit seiner Vorgänger an mehreren Stellen: «Meine Vorgänger haben sehr gute Arbeit geleistet.»

Am 19. Mai folgt für Weber die erste Prüfung auf kantonaler Ebene: Die Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes kommt vors Volk. Eine «eher trockene Materie», wie er zugibt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.