Das aktuelle Stück des Kinder- und Jugendtheaters Zug regt zum Nachdenken 

Stefan Koch-Spinnler hat den Roman Timm Thaler von James Krüss für das Kinder- und Jugendtheater Zug umgeschrieben. Die jungen Schauspieler wachsen förmlich über sich hinaus.

Martin Mühlebach
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Die Geschichte regt die Besucher zum Nachdenken an. (Bild: Maria Schmid (Zug, 17. Mai 2019))

Die Geschichte regt die Besucher zum Nachdenken an. (Bild: Maria Schmid (Zug, 17. Mai 2019))

Timm Thaler, in der Aufführung des Kinder- und Jugendtheaters Zug von Anastasia Guist und Maribel Fürer hervorragend gespielt, besticht durch ein wunderbares Lachen. Ein Lachen, das er selbst nach dem unerwarteten Tod seines geliebten Vaters nicht verloren hat. Es ist ein Lachen, das seine positive Lebenseinstellung zum Ausdruck bringt und andere Menschen ansteckt, betört oder besänftigt.

Im Roman von James Krüss gibt Baron Lefuet dem stets strahlenden Timm Thaler auf der Pferdebahn gute Tipps. In der Aufführung des Kinder- und Jugendtheaters Zug spielt sich diese Handlung im Casino ab. Stefan Koch-Spinnler, der das Stück für seine Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von zwölf bis 16 Jahren umgeschrieben hat, erklärt: «Ich habe den Schauplatz ins Casino verlegt, weil hierzulande nur selten auf Pferdewetten getippt wird.» Der erfahrene Theaterpädagoge, der zusammen mit Myriam Gurini Regie führt, änderte das Original von James Krüss auch insofern ab, indem er Timm Thaler eine Freundin zur Seite stellt und die Aufführung mit sehr gelungenen Choreografie- und Tanzeinlagen würzt. Das Publikum ist hell begeistert.

Baron Lefuet, dessen Rolle von sechs Interpreten gespielt wird und der dank seinen guten Tipps im Casino das Vertrauen des Timm Thaler gewonnen hat, schlägt diesem einen sonderbaren Handel vor: Timm verkauft dem Baron sein charmantes, ansteckendes Lachen, dafür erhält er die Fähigkeit, jede Wette, die er eingeht, zu gewinnen. Timm Thaler steigt auf das Angebot ein.

Er unterschreibt einen verhängnisvollen Vertrag mit zwei entscheidenden Klauseln: Wenn Timm einmal eine Wette nicht gewinnen sollte, erhält er sein Lachen zurück. Wenn er aber mit jemandem über den Vertrag spricht, verliert er die Fähigkeit, Wetten zu gewinnen, ohne das Lachen zurückzubekommen. Timm Thaler kann nun ungeheure Geldsummen und selbst absurde Wetten gewinnen. Aber er kann nicht mehr lustig sein und mit anderen Menschen zusammen lachen. Die letzten noch bestehenden Freundschaften scheinen in die Brüche zu gehen. Timm Thaler merkt, dass ein Mensch ohne Lachen kein richtiger Mensch ist. Seine Freundin Thea (Elin Ulrich) und der Barkeeper Kreschimir (Nils Barthlen) wollen sich eine Wette ausdenken, die Timm unmöglich zu gewinnen vermag.

Wenn die Wette gelingen sollte, könnte der zuvor so lebensfrohe Junge wieder lachen. Ist Lefuet, dessen Name rückwärts gelesen Teufel heisst, zu übertölpeln?

Nächstes Lagerprojekt schon aufgegleist

Die Geschichte des Timm Thaler regt das Publikum zum Nachdenken über die Auswirkungen des Kapitalismus, der Ressourcenverschwendung und die Erderwärmung an. Stefan Koch-Spinnler betont: «Es ist mir ein Anliegen, meine super-coole Truppe, die sich in einem zwölftägigen Probelager im jurassischen Lajoux auf ihren Auftritt vorbereitet hat, für ihren grossartigen Einsatz ein dickes Kompliment auszusprechen.» Und er verrät: «Das nächste Lagerprojekt, das im August wiederum in Lajoux stattfinden wird, ist schon aufgegleist. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler von der dritten bis sechsten Klasse. Es sind noch einige wenige Plätze zu vergeben.


Weitere Aufführungen von Timm Thaler am Donnerstag, 23. Mai, 19.30 Uhr; Freitag, 24. Mai, 19.30 Uhr sowie Samstag, 25. Mai, 17 Uhr. Ort: Theater Metalli. Details unter www.kindertheaterzug.ch