Kolumne

Ohne Musik? Ohne mich!

Für Redaktorin Vanessa Varisco hat Musik im Alltag einen hohen Stellenwert.

Vanessa Varisco
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Vanessa Varisco

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Ich habe eine alte Liebe neu entdeckt. Ein nicht mehr ganz junger Herr aus England mit Gitarre hat mein Herz erobert. Wir unternehmen lange Spaziergänge, er lässt mich summen und bewegt mich zeitweise wie kein anderer. Die Rede ist von Sting. All jene, bei denen es jetzt nicht klingelt, die haben ein grosses Stück Musikgeschichte verpasst. Der britische Sänger Sting, bekannt durch Hits wie «Englishman In New York» oder «When We Dance», ist nämlich wahrlich eine lebende Legende.

Sting ist aber zugegebenermassen nicht meine einzige Schwachstelle, wenn es um Musik geht. In diesem Feld bin ich sehr offen und polyamorös unterwegs. Angefangen hat alles mit der Band Bon Jovi. In deren Sänger mit der blonden Mähne habe ich mich in meiner jugendlichen Naivität dermassen verschossen, dass es mir heute peinlich ist. Meine Wände waren tapeziert mit Porträts der amerikanischen Band. Sagenhafte 3,5 Jahre wurde ausschliesslich Bon Jovi gehört. Sechs bis acht Stunden täglich. Ich war besessen.

Die Zahl an Stunden, in denen ich täglich Musik höre, hat wohl zugenommen. Die Vielfalt ist grösser. Aufrichtige Faszination hege ich gegenüber Eminem. Man kann Rap mögen oder nicht, aber das Talent kann ihm nicht abgesprochen werden. Seine Worte bringt er mit solcher Kraft, Gewalt und vermeintlichen Unbeherrschtheit an die Hörer, dass sie unglaublich ehrlich wirken.

Die Liste lässt sich verlängern: John Mayer, Earth, Wind & Fire, Queen, ZZ Top, Pink, Phil Collins, AC/DC, Van Halen, Supertramp, Toto und, und, und... Im Fitnesscenter darf es dann auch mal das Genre Trap sein, auf einem Spaziergang zur Zerstreuung greife ich zur Klassik. Dass ich mich zu Klängen aus dem letzten Jahrhundert hingezogen fühle, hat einen Grund: Meinen Musikgeschmack habe ich – genau wie die Tendenz sich den Daumen auszukugeln – geerbt.

Musik belebt mich und ist fast so gut wie warmer Thonsalat. Zu vielen Erinnerungen gibt es für mich einen Soundtrack. Und oft drücken Melodien meine Gefühle besser aus als Worte. Nicht zu vergessen ist ausserdem der Gute-Laune-Effekt. Mein Tipp der Woche deshalb: «The Pina Colada Song» von Rupert Holmes. Beste Grüsse an die zugehörige Erinnerung.