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OLYMPIA: Kämpfernatur ist bald am Ziel

Heute reist die Golferin Fabienne In-Albon (29) aus Oberägeri nach Rio. Sie äussert sich über ihre Ziele, über das Zika-Virus, und was es mit «Lucky Luke» auf sich hat.
Theres Bühlmann
Fabienne In-Albon auf dem Golfplatz Holzhäusern, wo sie als Kind erstmals mit dem Sport in Berührung kam. (Bild Werner Schelbert)

Fabienne In-Albon auf dem Golfplatz Holzhäusern, wo sie als Kind erstmals mit dem Sport in Berührung kam. (Bild Werner Schelbert)

Theres Bühlmann

Dieses Ereignis löst bei ihr schon im Vorfeld grosse Emotionen aus: «Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke», sagt Fabienne In-Albon. Gemeint ist der Einmarsch der Nationen an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro am 5. August. «Ich bin stolz, die Schweiz zu vertreten und empfinde dies auch als grosse Ehre», sagt die 29-Jährige. Die Freude der in Oberägeri wohnhaften Golferin ist nachvollziehbar, denn für diesen Traum hat sie gelebt, hat sehr viel in ihren Sport investiert und musste auch einige Rückschläge in Kauf nehmen.

Besonders in diesem Jahr meinte es das Schicksal alles andere als gut. Sie litt unter Rückenschmerzen und einer Borreliose, hervorgerufen durch einen Zeckenbiss. «Dies waren wohl die härtesten Monate meiner Karriere», erzählt Fabienne In-Albon, die seit 2012 als Profigolferin um die ganze Welt tourt. «Wenn man spürt, dass man die Leistungen nicht mehr abrufen kann, dass der Körper nicht mehr mitmacht, das stimmt schon nachdenklich.» Sie musste mehrere Turniere absagen, und somit fehlen ihr in diesem Jahr auch Erfolgserlebnisse. Doch aufgeben, das ist nicht ihr Ding. Sie ist eine Kämpfernatur, stand immer wieder auf. «Und ich habe an meine Olympiateilnahme geglaubt.»

Der Traum aus der Kindheit

Während der letzten zwei Jahre konnten die Spielerinnen und Spieler für die Olympia-Qualifikation die nötigen Punkte sammeln, und dank ihrer guten Resultate der vergangenen Saison belegte Fabienne In-Albon im Olympia-Ranking schlussendlich den 53. Platz und holte sich einen der begehrten 60 zu vergebenden Olympiaplätze. Nun ist sie dort angelangt, wo sie schon als Kind hinwollte, zu den Olympischen Spielen – «egal, wann und in welcher Sportart», sagte sie einst. Mit 10 Jahren kam sie zum ersten Mal mit dem Golfsport in Kontakt, auf der Anlage in Holzhäusern. Doch die Begeisterung hielt sich damals in Grenzen. Vielmehr hatten es ihr Skifahren, Biken und Reiten angetan. Doch irgendeinmal spürte sie: «Golfen, das ist meine Sportart.»

Ins Bewusstsein einer grösseren Öffentlichkeit trat sie erstmals 2013, als sie auf den Azoren das Ladies Open (LET Access) gewann und beim NSW Women’s Open in Australien Platz 2 holte. Im Jahr darauf stellte sich dann der Erfolg auf der grossen Ladies European Tour mit einem 2. Platz in Indien sowie dem 8. Rang in Südafrika ein. Das Projekt Olympia nahm Formen an, und die Zeitungsspalten füllten sich mit Geschichten über die Zugerin.

Bis zum Abflug am heutigen Tag trainierte Fabienne In-Albon hauptsächlich auf den Anlagen in Holzhäusern und Oberkirch, versuchte ihren Trainingsrückstand wettzumachen. «Ich spüre, dass ich mich auf einem aufsteigenden Ast befinde. Das stimmt mich für das Olympiaturnier sehr positiv.» Sie passte ihre Trainingslektionen den Gegebenheiten an, «denn ich will meinen Körper nicht überfordern, und schon gar keine Verletzung riskieren.» Die richtige Balance finden, hiess die Devise. «Gefragt war mehr Qualität als Quantität.»

Ab auf die Insel

Nach ihrer Ankunft in Rio bleibt sie vorerst im olympischen Dorf wohnen, dann geht es vom 7. bis am 13. August auf eine Insel, «um mich optimal vorzubereiten und vor allem die Eindrücke erst einmal etwas ‹sacken› zu lassen». Am 17. August beginnt das olympische Frauenturnier, in dem vier Runden gespielt werden.

Lang, lang ists her, seit bei Olympia abgeschlagen wurde, denn Golf war bereits 1900 und 1904 eine olympische Disziplin, wurde dann aber aus dem Programm gekippt. Und endsprechend äussert sich die Zugerin zu ihren Zielen: «Ich verfüge wie alle andern Golferinnen über keine Olympiaerfahrung, und es sind Spielerinnen am Start, gegen die ich noch nie gespielt habe. Mich auf einen Rang festlegen, ist deshalb sehr schwierig. Ich will einfach über die vier Tage meine absolute Bestleistung abrufen, und dann ist alles möglich.» Dass mit Albane Valenzuela noch eine zweite Schweizer Golferin dabei ist, erachtet In-Albon für den Schweizer Golfsport als sehr positiv. Die Schweizer Männer hingegen, die müssen zu Hause bleiben, von ihnen konnte sich keiner qualifizieren. «Die Schweiz verfügt über sehr viele junge Spieler, und ich bin überzeugt, dass 2020 der eine oder andere dabei sein wird», sagt In-Albon.

«Das wird etwas aufgebauscht»

Befassen musste sich die Oberägererin im Vorfeld auch mit dem Zika-Virus. «Natürlich stellt dies ein Problem dar. Aus meiner Sicht wird das Ganze aber etwas aufgebauscht. Wir wurden von Swiss Olympic bestens informiert und über sämtliche Schutzmassnahmen aufgeklärt.» So gehören Mückenspray und Moskitonetze ins Gepäck der Athleten. «Ich weiss, dass wir in Brasilien bei Swiss Olympic in guten Händen sein werden.» Dass unter anderen die vier weltbesten Golfer dem olympischen Turnier fernbleiben, darüber mag sie sich nicht lange aufhalten: «Schliesslich muss jeder für sich selber entscheiden, ob er starten will oder nicht, und schiebt nach: «Ich lasse mir jedenfalls von einer Mücke meinen Traum nicht kaputtmachen.»

Eines darf in ihrem Olympiagepäck übrigens nicht fehlen. «Lucky Luke», ihr Maskottchen, eine Schutzhülle für das Holz drei, in Form eines Koalas. «Er erinnert mich an die Zeit, die ich einst in Australien verbrachte.»

«Lucky Luke» möge ihr in Rio Glück bringen.

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