ONLINE-ZEITUNG: «Manager-Integration» stösst auf Kritik

Die Regierung unterstützt die englische News-Site «The Zug Post» mit 30'000 Franken. Das stösst einem Nationalrat sauer auf.

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Josef Lang, hier während eines Interviews. (Archivbild Ana Birchler-Cruz/Neue ZZ)

Josef Lang, hier während eines Interviews. (Archivbild Ana Birchler-Cruz/Neue ZZ)

Auf der Homepage www.thezugpost.ch sollen Englisch sprechende Leute, die im Kanton Zug wohnen und arbeiten, über aktuelle regionale Ereignisse und Neuigkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport informiert werden.

Information an erster Stelle
Der Kanton unterstützt das Projekt, das nun auch in Luzern und anderen Kantonen Fuss fassen will, mit 30'000 Franken. «Es macht Sinn, diese Einwanderer mit einem Medium in englischer Sprache zu informieren», begründet Gianni Bomio, Generalsekretär der Zuger Volkswirtschaftsdirektion im «Tages-Anzeiger» diesen Entscheid. Es mache keinen Sinn, dass so genannte Expats – meist hochqualifizierten Arbeitskräfte, die als Angestellte für internatonale Firmen tätig sind und oft nach einigen Jahren wieder wegziehen – die deutsche Sprache lernen würden. Rund 5000 Englisch sprechende Bewohner wohnen derzeit in Zug.

Ungerechte Sonderbehandlung
Gar nichts von dieser Haltung hält der alternative Zuger Nationalrat Josef Lang: «Es darf nicht sein, dass wir von Bauarbeitern eine hohe Integrationsleitstung fordern und von Managern gar keine.» Diese würden sich nämlich in ihren Villen gegenüber der einheimischen Bevölkerung abschotten und deren Kinder Privatschulen besuchen, wie er dem «Tages-Anzeiger» weiter sagt. Zudem käme es oft vor, dass sich Expats schliesslich doch dauerhaft in Zug ansiedelten, was auch Bomio bestätigt.

scd