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OPEN AIR: Feiern unter Tausenden?

Sommerzeit bedeutet auch Konzerte unter freiem Himmel – über mehrere Tage hinweg. Für die einen sind grosse Festivals ein Plausch, für die anderen ein Graus.
Andrea Muff
Silo-Festival in Zug (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 27. Mai 2017))

Silo-Festival in Zug (Bild: Maria Schmid (Hünenberg, 27. Mai 2017))

Ein mehrtägiges Festival ist für mich wie Ferien. Die Stimmung ist stets locker, und ich lebe in den Tag hinein – kein Stress. Ja, ich spreche von Grossveranstaltungen wie dem Gurtenfestival in Bern, dem Open Air Gampel im Wallis oder dem Heitere-Open-Air im Aargau. Mit im Gepäck sind neben Zelt und Luftmatratze auch immer meine Freunde. Gespannt auf den kurzen Einblick ins Konzertprogramm einiger Künstler.

Sobald wir uns installiert haben, beginnt das Fest. Bei einem Bierchen lerne ich neue Leute kennen – ich will ja wissen, wer mein Nachbar ist. Ab und an treffe ich sogar verschollen geglaubte Sandkastenfreunde. Aber trotz der vielen Menschen ist die Stimmung stets friedlich. Für Kollegin Hug sind Grossanlässe ein Graus. Ich gebe zu, es ist kein Vergnügen, eingequetscht zwischen kreischenden Mädchen zu stehen, nur weil Sido ins Mikrofon rappt, oder bei Prodigy sich vor den rücksichtslos herumhopsenden Männern zu schützen. Mein Rezept: ausweichen.

Das Gelände ist riesig. So stehen meine Freunde und ich meist ein wenig «hinten» – stets in der Nähe von kalten Getränken. Und immer wieder erlebe ich dabei unvergessliche Momente: Patent Ochsner – der Gurten bebt, als wirklich jeder «W. Nuss vo Bümpliz» singt. Gänsehaut.

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Vorab ein Geständnis: Ich war noch nie an einem richtig grossen Open Air. Es war das erste und letzte Mal, als ich mich vor zehn Jahren mit Gummistiefeln und Zelt ausgerüstet auf den Weg nach Solothurn machte, um an einem Pfadi-Festival teilzunehmen. Die Stimmung war zwar familiär und der Wettergott uns gnädig, doch in Erinnerung bleiben mir vor allem die gestohlene Kamera meiner Freundin und die unbekannte betrunkene Gestalt, die uns spätnachts den Schlafplatz streitig machte.

So etwas brauche ich nicht noch einmal. Ausserdem: Wie soll man ein Konzert geniessen, wenn man 200 Meter von der Bühne entfernt steht und ein besonders grosser Zeitgenosse einem die Sicht versperrt? Ich bevorzuge darum kleine Festivals. Zum Beispiel das B-Sides in Kriens oder das Waldstock in Steinhausen. Bereits am Blue Balls Festival ist mir das Gedränge bisweilen zu gross.

Diesen Sommer hätte ich meine Prinzipien über Bord geworfen. Für die kanadische Rockband Arcade Fire, die kürzlich am Paléo-Festival in Nyon auftrat. Ich hätte. Denn ich versuchte online ein Ticket zu ergattern, wartete eine Stunde –und dann die Meldung: Ausverkauft. Vielleicht war es ein Zeichen. Jetzt freue ich mich auf das Waldstock, das in zehn Tagen über die Bühne geht.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

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