Bei der Ortsplanungsrevision 2020 in Baar ist der Verkehr einer der grösste Brocken

Die Baarer Bevölkerung wurde über aktuelle Planungsprozesse informiert. Die Zentrumsentwicklung hat Priorität.

Cornelia Bisch
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In den kommenden Jahren wird die Zentrumsplanung in Baar viel zu reden geben.

In den kommenden Jahren wird die Zentrumsplanung in Baar viel zu reden geben.

Bild: Stefan Kaiser
(8. Mai 2018)

In regelmässigen Abständen informiert die Gemeinde Baar die Bevölkerung über die verschiedenen Planungsschritte, die im Rahmen der Ortsplanungsrevision 2020 unternommen werden. Am vergangenen Montagabend gaben Bauvorsteher Jost Arnold und Helen Bisang, Leiterin der Dienststelle Siedlung und Verkehrsplanung, eine Übersicht über die Planungsprozesse der kommenden drei Jahre.

«Wo der Boden knapp ist und viele Interessengruppen mitreden, da werden Ortsplanung und Zentrumsentwicklung anspruchsvoll», betonte der Bauvorsteher. Man unterscheide fünf Hauptnutzungen: Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Versorgung und Erholung. Bereits erstellt worden seien die Stadtanalyse und die Nutzungsstrategie, führte Helen Bisang aus. «Darauf basierend wird in weiteren Schritten die Zentrunsentwicklung mit Verkehrskonzept angegangen, aber auch die Räumliche Entwicklungsstrategie (RES) und das Kommunale Gesamtverkehrskonzept (KGVK).»

Eine Voruntersuchung fand bereits statt

Im Oktober habe der Gemeinderat beschlossen, die Zentrumsentwicklung der Ortsplanungsrevision vorzuziehen. Im Zuge der Motion Zentrumsentwicklung Baar habe es eine Voruntersuchung gegeben bezüglich einer möglichen Verkehrssperrung, der Schaffung einer Begegnungs- und einer Fussgängerzone sowie der Möglichkeit einer kombinierten Lösung, so Bisang. «Perimeter, Randbedingungen, Ziele und Indikatoren sind gemäss fachlicher und politischer Vorstellungen zu präzisieren, um eine Bewertung der Varianten zu ermöglichen.»

Wie Helen Bisang betonte, wird vor allem die Erstellung des Verkehrskonzepts ein umfassendes Aufgabenpaket darstellen.

Eine Netzanalyse soll Schwachstellen aufdecken

Dazu gehören eine Netzanalyse, die Erstellung eines Verkehrskonzepts für das Zentrum sowie eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die Dorfstrasse. Schwachstellen und Knotenpunkte des Strassennetzes werden im Rahmen der Netzanalyse festgestellt. Ebenso fliessen Prognosen der Einwohnerentwicklung sowie der zunehmende Bedeutung des Bahn- und Bushofes als Umsteigeknoten in die Planung ein. Im Rahmen dieser Prozesse werden auch die Grundeigentümer des Zentrumsgebietes einbezogen. «An einer Informationsveranstaltung gegen Ende 2020 werden die erzielten Ergebnisse vorgestellt», kündigte Bisang an.

Die Räumliche Entwicklungsstrategie (RES) folge den Leitzielen von «Baar 5 x 5», welche in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bereits formuliert worden seien. RES bilde den Rahmen für die Entwicklung der Gemeinde bis zum Jahr 2040 sowie die Leitlinien für das Kommunale Gesamtverkehrskonzept (KGVK), dessen Hauptziel es sei, den motorisierten Individualverkehr zugunsten des öffentlichen und des Langsamverkehrs zu reduzieren, erläuterte Bisang. Bei beiden Verfahren sei eine freiwillige Mitwirkung möglich.

Vernetzung und Aufwertung des Baarer Zentrumsgebiets

Die Nutzungsstrategie zur Zentrumsneugestaltung wurde am Montag der Bevölkerung vorgestellt. Die Gemeinde Baar bekannte sich zur Leaderrolle bei der Umsetzung. Die Anwesenden reagierten kritisch.
Cornelia Bisch