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Ozonbelastung in Zug
übersteigt Grenzwert

Das gute Wetter freut die allermeisten Zuger. Doch die Schönwetterperiode hat auch ihre Schattenseite: Seit Wochen sind die Ozonwerte zu hoch. Wer für möglichst unbelastete Luft aufs Land ausweichen will, sollte sich dies aber gut überlegen.
Livio Brandenberg
Der Verkehr – hier in der Neugasse in der Stadt Zug – unter starker Sonneneinstrahlung ist ein Hauptfaktor für erhöhte Ozonwerte in der Luft. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Juli 2018))

Der Verkehr – hier in der Neugasse in der Stadt Zug – unter starker Sonneneinstrahlung ist ein Hauptfaktor für erhöhte Ozonwerte in der Luft. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Juli 2018))

Man kennt die Bilder: die Grossregion Los Angeles in einen dichten Dunst eingehüllt. Obschon die Stadt Zug mit ihren gut 30000 Einwohnerinnen und Einwohnern kaum mehr als ein Quartier in LA darstellt, gibt es ihn im Sommer auch hier, den Smog. Und wenn Smog in der Luft liegt, bedeutet das, dass die Ozonbelastung angestiegen ist, dass sie hoch oder gar zu hoch ist.

Dies sei in Zug in den vergangenen zwei Wochen der Fall gewesen, sagt Melinda Suter, Projektleiterin beim Amt für Umweltschutz des Kantons Zug. Und die Ozonbelastung bleibe aufgrund des guten Wetters weiter hoch: «Wie bereits in den vergangenen Tagen, erwarten wir für die kommende Schönwetterperiode Überschreitungen des Stunden-Grenzwertes im Verlaufe des Nachmittags, die bis am späten Abend anhalten werden.»

Verantwortlich sind Verkehr, Heizungen und Lacke

Gemäss Suter sind die Ozonwerte in Zug schon seit Mitte April, als die Schönwetterperiode begann, an einzelnen Tagen erhöht, «fast tägliche Überschreitungen haben wir seit Monatsbeginn». In der Schweiz gilt für Ozon der gesetzliche Immissionsgrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Stundenmittelwert darf höchstens einmal pro Jahr überschritten werden. Denn erhöhte Ozonwerte können zu Schleimhautreizungen und Atembeschwerden führen. Die häufigsten Symptome sind gemäss Suter Augenbrennen, Kratzen und Brennen im Hals, Druck auf der Brust und Schmerzen beim tiefen Einatmen. «Die Reaktion ist unterschiedlich und hängt von der Ozonkonzentration, Aufenthaltsdauer in ozonreicher Luft und Stärke der körperlichen Betätigung ab.»

Ozon und «Ozonloch»

Obschon zu viel Ozon vorhanden ist, wird stets vom «Ozonloch» gesprochen. Dies, da es sich um verschiedene Dinge handelt: Denn während das Ozon in der Atem- und Umgebungsluft schädlich ist, ist es weit oben in der Atmosphäre nützlich und lebenswichtig: Das in der Stratosphäre vorhandene Ozon umhüllt die Erde wie ein Schutzschild und schirmt den Planeten vor den Ultraviolettstrahlen der Sonne ab. In einer Höhe von 10 bis 50 Kilometern zerstören Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) die lebenswichtige Ozonschicht – so entsteht das «Ozonloch». (lb)

Die Bildung von Ozon erfolgt bei erhöhter Sonneneinstrahlung aus Abluft von Industrie, Gewerbe, Verbrennungsmotoren, Heizungen sowie der Verwendung lösungsmittelhaltiger Produkte (Lacke). Je mehr dieser Abgase vorhanden sind, desto mehr Ozon entsteht.

Die Grenzwerte werden gemäss dem Amt für Umweltschutz in den Sommermonaten jedoch regelmässig überschritten. Dies belegt ein Blick auf die Statistik des Luftmessnetzes in-Luft. Dieses betreiben die Kantone Zug, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz und Uri seit knapp 20 Jahren. Auf der Seite www.in-luft.ch können aktuelle Messdaten der einzelnen Stationen in der Zentralschweiz sowie die Ozonentwicklung der vergangenen Tage abgerufen werden. In der Stadt Zug werden die Ozonwerte aus Spargründen seit 2016 nicht mehr gemessen. Als Referenz zieht das Amt für Umweltschutz die Messwerte aus Ebikon und Altdorf heran. Und die Zahlen zeigen: In den letzten zehn Tagen stieg der Ozonwert auf dem Zugerberg täglich über die rote Linie. Am höchsten war er am letzten Donnerstag mit fast 170 Mikrogramm pro Kubikmeter. An einigen Tagen, so etwa heute vor einer Woche, unterschritt die Kurve den Grenzwert kaum.

Die Stadt macht’s, das Land hat’s

Gestern Mittag war die Ozonbelastung gemäss der interaktiven Karte in Beromünster am höchsten, gefolgt von Ebikon. Auf dem Zugerberg war sie mit 120,7 Mikrogramm pro Kubikmeter leicht über dem Durchschnitt aller Zentralschweizer Messwerte. Nach dem Mittag stieg der Wert auf über 142 Mikrogramm pro Kubikmeter an. Interessant ist, dass die Ozonwerte auf dem Zugerberg konstant höher sind als in urbaneren Orten wie Ebikon oder Altdorf. Dies liege daran, dass das in der Stadt ausgestossene Stickstoffmonoxid mit Ozon zu Stickstoffdioxid und Sauerstoff reagiere und dieses so gebildete Stickstoffdioxid dann durch den Wind aus der Stadt aufs Land getragen werde, erklärt Melinda Suter. «Dort dient dieses wiederum als Ausgangssubstanz für die Ozonproduktion.» Dieser Vorgang werde oft beobachtet. Auch werde das in den Städten tagsüber produzierte Ozon über Nacht fast vollständig abgebaut, so Suter. Auf dem Land bleibe die Ozonkonzentration hingegen mehr oder weniger erhalten, weil weniger andere Schadstoffe da sind, welche den Smog «aufbrauchen».

Einen «Trost» gibt es für die Landbevölkerung: Weil es in städtischen Regionen noch weitere Luftschadstoffe gibt, ist die Atemluft auf dem Land gemäss den Experten insgesamt trotzdem besser als in der Stadt.

Personen, welche die Ozonbelastung spüren oder «vorbelastet» sind, etwa Asthmatiker oder Schwangere, rät Suter, körperliche Betätigung morgens an der frischen Luft durchzuführen und Anstrengungen ab der Mittagszeit zu vermeiden.

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