PÄDAGOGISCHE HOCHSCHULE ZUG: «Beim Unterrichten lernt man dazu»

Jetzt ist Francesca Hirtler frischgebackene Primar­lehrerin. Doch vom Studieren hat sie noch nicht genug.

Céline Barmet
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Berufsbegleitend geht für Francesca Hirtler die Aus- bildung weiter. (Bild Stefan Kaiser)

Berufsbegleitend geht für Francesca Hirtler die Aus- bildung weiter. (Bild Stefan Kaiser)

Im Gebäude der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) in Zug herrscht so was wie die Ruhe nach dem Sturm. Viele Schulzimmer sind leer, und in den Gängen herrscht keinerlei Hektik. Dabei muss es bis vor wenigen Tagen noch anders zu und her gegangen sein: Der diesjährige Abschlussjahrgang wurde nämlich auf Herz und Nieren geprüft – über Fachwissen, das sich die künftigen Primarlehrpersonen über drei Jahre angeeignet haben. Auch Francesca Hirtler hat das zweiwöchige Prüfungsszenario über sich ergehen lassen müssen. «Jetzt ist aber alles vorbei – ich habe bestanden», sagt die lebhafte junge Frau und strahlt.

Der eigener Chef sein

Die 22-jährige Urnerin hat sich nach der Fachmittelschule dazu entschieden, der Schule treu zu bleiben und das Studium zur Primarlehrerin zu beginnen. Sie mag es, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. «Am Lehrerberuf gefällt mir zudem, dass man bis zu einem gewissen Grad sein eigener Chef ist und seinen Unterricht ständig anpassen und optimieren kann.» Francesca Hirtler schätzt die Vielfalt des Berufs. «Unterrichten bleibt nie dasselbe, man hat als Lehrperson immer wieder mit anderen Schülern und Eltern zu tun. Man lernt immer dazu», erklärt sie. Erste Unterrichtserfahrungen hat sie schon während ihres Studiums gesammelt. Bei verschiedenen Praktika in den Schulen Walchwil, Baar und Guthirt ist sie schon in die Lehrerrolle geschlüpft und hat den Schulalltag auch aus dieser Perspektive kennen gelernt.

Direkt weiter zur Sekundarlehrerin

Francesca Hirtler fühlt sich nach ihrem dreijährigen Studium an der PHZ gut auf die künftige berufliche Aufgabe vorbereitet. «Auch ich persönlich habe in diesen drei Jahren einen grossen Schritt gemacht und bin kritischer geworden.» Obwohl oder gerade weil ihr Alltag in den letzten drei Jahren durch die PHZ bestimmt wurde, war ein Ausgleich ihr immer wichtig. Diesen hatte Francesca Hirtler dank Hobbys wie Reiten, in der Natur unterwegs sein, Besuche im Theater, Museum oder Zirkus – und «ich telefoniere auch sehr gern – etwas, was viele Leute nicht verstehen», sagt sie und lacht.

Nun geht es nach der Diplomfeier auf die verdiente Abschlussreise in die Toscana. Im Herbst dann wird die Päd­agogin an der PHZ in Luzern das Studium zur Sekundarlehrerin beginnen – berufsbegleitend. «Neben dem Studium werde ich an der Oberstufe Schwyz Französisch unterrichten». Es war von Anfang an ihr Ziel, die Ausbildung zur Sekundarlehrerin direkt nach der Primarlehrerausbildung in Angriff zu nehmen. Erstens studiere sie gern und könnte dies ein Leben lang tun, so die 22-Jährige. «Zweitens ist die Arbeit mit Jugendlichen im Oberstufenalter nicht jedermanns Sache. Ich jedenfalls finde die Pubertät eine spannende Zeit.»

Vom Urner- ins Zugerland

Francesca Hirtler wohnt in Altdorf und war für ihr Studium drei Jahre lang nach Zug gependelt. Von Haustür zu Haustür reiste sie jeweils eine Stunde mit den ÖV – im Vergleich mit anderen noch ein erträgliches Ausmass. «Einige Mitstudenten aus dem Glarnerland haben jeweils zweieinhalb Stunden pro Weg einrechnen müssen», erklärt die 22-Jährige. Die Stadt Zug hat sie vor ihrem Studium kaum gekannt. «Nur einmal war ich als Kind mit meinem Götti auf Besuch und wusste von da an, dass die Zuger Altstadt besonders schön ist», sagt sie und schmunzelt.

Erfolg red. Das sind die erfolgreichen Diplomandinnen und Diplomanden der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz Zug. Es sind 84 Primarlehrer, 14 Lehrpersonen für Kindergarten und Unterstufe und 7 Absolventen des Diplomerweiterungsstudiums:

Ursulina Aemisegger, Netstal; Matthias Albrecht, Zwillikon; Martina Arnet, Waltenschwil; Astrid Arnold, Affoltern am Albis; Claudia Arnold, Wilen b. Wollerau; Valérie Bader, Schönenberg ZH; Anik Bertschi, Zug; Rachele Blaiotta, Wangen SZ; Bernarda Brunner, Hilfikon; Daniela Bucher, Stetten AG; David Bucher, Baar; Sina Burkhard, Samstagern; Chanel Colella, Lachen; Joël Curtet, Baar; Leyla Demirel, Ibach; Regula Dettling, Altendorf; Laura Dossenbach, Jonen; Justine Egger, Winkel; Laura Elmer, Mollis; Stephanie Elsener, Finstersee; Laura Fässler, Unteriberg; Sarah Fässler, Honau; Lara Flick, Muri; Katja Frei, Hünenberg See; Melanie Furrer, Unterägeri; Fabienne Gauch, Hünenberg See; Cynthia Geissbühler, Ottenbach; Janine Geissmann, Hägglingen; Tabea Gerber, Baar; Valeria Gianinazzi, Obfelden; Natalie Good, Buttikon; Natalie Gretener, Neuheim; Ulrike Haas, Hausen am Albis; Roxane Häfeli, Buonas; Vera Heussi, Schwyz; Francesca Hirtler, Altdorf UR; Claudia Hofstetter, Baar; Rahel Höhener, Ennenda; Natalie Hug, Adliswil; Daniela Huwyler, Zug; Eva Illi, Zug; Sonja Jund, Hagendorn; Alex Kälin, Steinhausen; Melanie Kälin, Cham; Dominique Kessler, Buttikon; Nicole Kipfer, Zug; Simon Kluser, Erstfeld; Martina Kluser, Altendorf; Leona Konrad, Hünenberg See; Mario Kovacevic, Baden; Nadia Liz Krebser, Niederurnen; Mirjam Kyburz, Bonstetten; Anna-Tina Lang, Zwillikon; Mirta Limacher, Baar; Daniela Marti, Steinhausen; Pascal Marty, Cham; Daniela Matter, Ennetmoos; Käthi Meier, Waltenschwil; Janna Meier, Zug; Martina Meier, Finstersee; Franziska Mettler, Mühlehorn; Daniela Meyer, Zürich; Martina Monigatti, Zug; Martina Montanari, Freienbach; Fabienne Mosbacher, Horgen; Rahel Nägeli, Affoltern am Albis; Patrizia Nötzli, Oberrieden; Simona Ochsner, Einsiedeln; Clara Ostertag, Wädenswil; Fisnik Peci, Hirzel; Rebecca Possberg, Reichenburg; Laura Ragotti, Mollis; Manuela Reist, Zufikon; Denise Rothenfluh, Küssnacht am Rigi; Sibylle Röthlin, Zug; Lorena Rottensteiner, Urdorf; Nicole Rütimann, Steinhausen; Tanja Ryser, Holzhäusern; Michela Ryser, Cham; Vera Schlittler, Näfels; Gilles Schmid, Zug; Anna Schmid, Baar; Carin Schmid, Hünenberg; Jonas Schönknecht, Baar; Regina Schuler, Bremgarten; Melanie Schüpbach, Zug; Aline Signer, Siebnen; Felix Speerli, Oberägeri; Bettina Spiess, Baar; Ilona Spörri, Obfelden; Mirjam Staub, Edlibach; Simone Delia Steiner, Hünenberg; Caroline Stocker, Hünenberg; Martina Stüssi, Niederurnen; Dominique Suter, Neuägeri; Fabienne Troxler, Villmergen; Luana Utiger, Baar; Rolf Wahl, Elm; Sandra Walzer, Zug; Natalie Werner, Affoltern am Albis; Martina Wiser, Unterägeri; Nicole Wolf, Reichenburg; Daniela Wullimann; Schattdorf; Katharina Luisa Zgraggen, Altdorf; Helen Zweifel, Ennenda.