Pandemie
Nach Corona-Ausbruch in Neuheim: Ganze Schule im Fernunterricht

In einer dritten Klasse sind sieben Kinder positiv auf Covid-19 getestet worden. Weil die Schulleitung weitere Resultate abwarten wollte, liess sie die Schule für einen Tag schliessen.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen
Reihentests werden im Kanton Zug seit Februar dieses Jahres angewendet.

Reihentests werden im Kanton Zug seit Februar dieses Jahres angewendet.

Bild: Stefan Kaiser (Menzingen 25. Februar 2021)

In Neuheim waren am Freitag, 29. Oktober, die Schulhäuser verwaist. Grund sind mehrere Coronafälle, die in der Schule aufgetreten waren. Gemäss Rektor Dominik Lehner habe man deshalb beschlossen, alle Klassen vorsorglich in den Fernunterricht zu schicken. «Nachdem bekannt wurde, dass es in der Klasse Kinder gibt, die mit Covid-19 infiziert sind, haben wir in Absprache mit dem Kanton das sogenannte Ausbruchsmanagement angewendet und die ganze Klasse durchgetestet.» Hierbei habe sich gezeigt, dass es in einer dritten Klasse sieben positive Fälle gab. Das war am Mittwoch.

Dominik Lehner, Rektor Schulen Neuheim.

Dominik Lehner, Rektor Schulen Neuheim.

Bild: Werner Schelbert (2016)

Da gemäss Lehner viele Kinder der betroffenen Klasse auch Geschwister in anderen Klassen hätten, habe man am Folgetag die Ergebnisse der regulären Reihentests aller Kinder von der 4. bis zur 9. Klasse abgewartet:

«Wenn sich das Virus bereits in anderen Klassen ausgebreitet hätte, hätten wir dies bei den Reihentests gesehen.»

Diese Ergebnisse seien glücklicherweise alle negativ ausgefallen.

Entscheid musste ohne Testergebnisse gefällt werden

Dass am Freitag der Schulhausplatz trotzdem leer war, sei jedoch auf den Zeitpunkt der Mitteilung der Testergebnisse zurückzuführen, erklärt Lehner. «Da die Ergebnisse der regulären Reihentests sehr spät bei uns eintrafen – sie wurden erst spätabends mitgeteilt –, mussten wir am Donnerstag einen Entscheid treffen. Deshalb habe man am Nachmittag um drei Uhr entschieden, das ganze Schulhaus am Freitag vorsorglich in den Fernunterricht zu schicken. «Jetzt, da wir von den erfreulichen Testergebnissen wissen, wird der Präsenzunterricht kommende Woche wieder aufgenommen.» Einzig die betroffene Klasse müsse nun in Quarantäne bleiben, und die mit Corona infizierten Kinder seien in Isolation.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug bestätigt den Ausbruch sowie die damit verbundene Zusammenarbeit mit den Schulen in Neuheim. Dass die Resultate der Reihentests erst spät am Abend mitgeteilt werden konnten, sei allerdings normal. Sprecher Aurel Köpfli: «Es handelt sich hierbei um PCR-Tests, welche in den Laboren ausgewertet werden. Nur schon die Logistik mit dem Transport der Proben zum Labor benötigt hier einiges an Zeit.» Entsprechend sei es üblich, dass die Resultate meistens am Abend der Probeentnahme, spätestens aber am Folgetag vorlägen. Bei Ausbrüchen wie in Neuheim würden die Tests gar priorisiert behandelt. «Aus unserer Sicht hat es gut funktioniert.»

Fazit in Neuheim: Kommunikation mit Eltern muss einfacher werden

In Neuheim hat Rektor Lehner hingegen Lehren aus den beiden hektischen Tagen gezogen:

«Es hat sich hier deutlich gezeigt, dass es noch immer schwierig ist, dermassen kurzfristig mit den Eltern zu kommunizieren.»

Denn die gängigen Nachrichtenapps sind aufgrund des Datenschutzes nicht für die Kommunikation in den Schulen geeignet. So laufe derzeit noch alles übers Telefon, Briefe, E-Mails und Website. «Wir müssen nun dringend einen digitalen, zeitnahen und verlässlichen Kommunikationskanal zu den Eltern aufbauen.»

In Bezug auf den Corona-Ausbruch in Neuheim ist nun das Contact-Tracing-Team des Kantons Zug am Werk. Gemäss Köpfli muss dieses nun abklären, wer sich sonst noch angesteckt haben könnte. Und dank des Feiertags am Montag bleibt der Schule ein weiterer Tag Zeit, damit allfällige noch nicht erkannte Ansteckungen vor Schulbeginn festgestellt werden können.

Aktuelle Nachrichten