Menzingen: Gravierende Panne beim «Luegeten»-Neubau

Wegen einer fehlerhaften Betonlieferung kommt es auf der Baustelle des Menzinger Altersheims zu Verzögerungen.

Rahel Hug
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Die Visualisierung zeigt das Projekt «Lueg emol», das einen Neubau und eine Nutzungsanpassung umfasst. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt das Projekt «Lueg emol», das einen Neubau und eine Nutzungsanpassung umfasst. (Bild: PD)

Die Bauarbeiten für das neue Zentrum Luegeten in Menzingen laufen auf Hochtouren. Bekanntlich entsteht auf dem Areal an der Luegetenstrasse ein Ersatzneubau für das Altersheim, und das neuere Gebäude wird einer Nutzungsanpassung unterzogen. Kürzlich ist es bei den Betonierarbeiten zu einer gravierenden Panne gekommen. Die Leitung der Luegeten bestätigt in einem Infoschreiben an die Anwohner, dass sich ein «aussergewöhnlicher Schadenfall» ereignet hat. Konkret geht es um eine mangelhafte Teillieferung von Beton, der nicht den Vorgaben entspricht.

Wie dem Schreiben zu entnehmen ist, wird der Fehler «zu besonderen Massnahmen und wohl auch zu zeitlichen Verzögerungen und Veränderungen im Bauablauf» führen. Das Problem ist nämlich: Die Mängel wurden erst festgestellt, nachdem ein Teilbereich der Decke über dem ersten Obergeschoss bereits eingebaut worden war. Deshalb ist ein Austausch des Betons in einem begrenzten Bereich erforderlich. Konkret mussten das Teilstück der Decke sowie einzelne Wandflächen ersetzt werden.

«Resultat einer unglücklichen Verkettung»

Der Fehler sei bei einer Kontrolle auf der Baustelle im Oktober entdeckt worden, gibt Jürg Brändli, Präsident des Verwaltungsrats der Luegeten AG, Auskunft. «Die Fachleute haben festgestellt, dass der Beton nicht aushärtet.» Der Schadenfall sei «ein Resultat der unglücklichen Verkettung einer Reihe von technischen Problemen und menschlicher Fehler bei der Beurteilung von Messergebnissen während der Betonherstellung im Werk des Betonlieferanten», heisst es in der schriftlichen Erklärung.

Für die Luegeten AG seien keine finanziellen Nachteile zu erwarten, versichert Brändli. «Die Kosten werden durch den Materiallieferanten und die Versicherungen getragen», sagt er. Genau beziffern lasse sich der Schaden noch nicht. Wie sich die Panne auf den Terminplan auswirkt, lässt sich ebenfalls noch nicht im Detail abschätzen. Man gehe aktuell von einer Verzögerung von etwa zwei Monaten aus. Laut dem Verwaltungsratspräsidenten ist der Zwischenfall ärgerlich, doch abgesehen davon sei man terminlich und auch in Bezug auf die Kosten im vorgesehenen Rahmen. Die Beteiligten hätten alle «hochprofessionell» reagiert, sagt Brändli und fügt an: «Die Mitarbeiter des Baumeisterunternehmens verzichten zudem auf einen Teil ihrer Weihnachtsferien, um einen Teil der Verzögerung aufzufangen.»

Vom Materiallieferanten sei bestätigt worden, dass die mangelhafte Betonqualität auf den festgestellten Perimeter begrenzt sei und die bisherigen Lieferungen nicht betroffen seien. Es erfolge dazu noch eine systematische Prüfung der bereits erstellten Bauteile, um die einwandfreie Qualität der Ausführung zu bestätigen.

Die Übergangslösung funktioniert gut

Während des Umbaus wohnen die Bewohner der Luegeten in einem Pavillon im Eu-Quartier. Der helle Pavillon mit seinem Farbkonzept und der Aussicht ins Hasental komme sehr gut an, sagt Jürg Brändli. «Wir haben eine grosse Nachfrage und sind gut ausgelastet. Die Stimmung im Pavillon ist positiv.»

Das gesamte Projekt – inklusive Übergangslösung – kostet rund 33 Millionen Franken. Im vergangenen Februar fand die Grundsteinlegung statt, gerechnet wird mit einer Bauzeit von ungefähr zwei Jahren.