PAPAGENOBALL OBERÄGERI: «Grossen Effekt mit wenig Aufwand erzielt»

Die Guggenmusik steht hinter der Bühne und wartet. Die letzten Töne werden gesucht und die Ventile der Trompeten rasch noch geölt, das Kostüm zurechtgezupft.

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Verkleidet und lustig am Papagenofest in Oberägeri. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Verkleidet und lustig am Papagenofest in Oberägeri. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Rhythmus zieht in die Halle ein, und der Rest stellt sich dazu, bereit für den grossen Auftritt. Der Tambourmajor zählt das erste Stück an – und die gespielten Töne sterben ab, der Start ist misslungen.

Die Guggenmusik Grütilihüüler Allenwinden kann sich aber über die Misere hinweg spielen und findet wieder zu ihrer gewohnten Form. Das Publikum ist etwas verhalten bei den neuen Stücken «What I?ve done» von Linkin Park und «The show must go on» von Queen. Währendessen herrschen auf der Bühne gefühlte 40 Grad. Die Kostümjacken sind abgelegt worden, und die Bläser lechzen nach Wasser. Das Publikum taut endlich auf. Es wiegt sich im Takt zu «Ewigi Liebi», einem Stück, das den hintersten und letzten Besucher zum Feuerzeugschwenken bringt. Der Gassenhauer «Runaway» veranlasst die Leute sogar dazu, euphorisch zu werden. Das letzte Stück ist gespielt, die Kostümjacken werden wieder angezogen, und die Gugge verlässt die tropischen Bedingungen der Bühne. Ein Rhythmusstück begleitet den Auszug. Die Bühne wird nun einer ganz anderen Musikart überlassen.

Wildschweine und Schweizer
Am letzten Freitagabend fand der Papageno-Ball in Oberägeri statt. Getreu dem Motto «Asterix und Obelix bei den Schweizern» fanden sich zahllose Römer, Gallier und Wildschweine in der Aula der Maienmatt ein. Sechs Frauen aus Unterägeri und Morgarten sind als Wildschweine – die Lieblingsspeise von Obelix – verkleidet. «Mit wenig Aufwand konnten wir einen grossen Effekt erzielen», sagen Rebecca Müller und ihre Freundinnen. Sie wollten nicht wie die Meisten als Römer, Gallier oder Schweizer kommen.

Pissnelken und Eierschwand
Seit rund 16 Jahren veranstaltet die Guggenmusik Papageno den Ball. Alle zwei Jahre findet das Fest Freitag- und Samstagabend statt. Dieses Jahr konnte die Guggenmusik die Schlagerband Pissnelken verpflichten. Die Zuger zeigten sich in ihrem schrillen Outfit der Sechziger- und Siebzigerjahre und brachten das Publikum dazu, ihr Tanzbein zu schwingen. Vier Micky Mäuse aus Oberägeri und Morgarten freuten sich besonders über den Auftritt der Schlagerband. «Wir sind wegen der Pissnelken hier», verraten Yvonne Isabel und ihre Freundinnen.

Die zweite Guggenmusik des Abends, die Oberägerer Fägerer, liessen ihre Waldmenschengwändli im Schrank und überlegten sich im Vorfeld, wie sie das Motto des Festes am besten umsetzen könnten. Sie standen schliesslich als Cesars, Cleopatras und römische Legionäre auf der Bühne. Nachdem am Freitagabend Schlager angesagt war, wurde es am Samstag mit dem Ländlertrio Echo vom Eierschwand richtig urchig.

Alina Rütti