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Die Papieri ist Chams Leuchtturm

Die lokale FDP und die Cham Group haben zum Fortschrittsforum auf dem Papieri-Areal geladen. Diskutiert wurde über Lokales bis hin zu Nationalem.
Andrea Muff
Das neue Quartier auf dem Papieri-Areal soll durchmischt und lebendig sein. (Bild: Visualisierung: PD)

Das neue Quartier auf dem Papieri-Areal soll durchmischt und lebendig sein. (Bild: Visualisierung: PD)

«Wie fortschrittlich sind Sie?» Diese Frage stellte Moderator Remo Hegglin dem Publikum zu Beginn des Fortschrittsforums. Dieses fand unter der Federführung der FDP Cham und der Cham Group AG am Donnerstagabend statt. Passend zum Fortschrittsgedanken war die Lokalität gewählt: der Kalandersaal auf dem Papieri-Areal. Mit dem industriellen Flair zwischen nackten Betonwänden, Eisensäulen und Ketten, die von der Decke baumeln, wurde den Anwesenden die Kulisse eines modernen Startup-Unternehmens geboten.

Das Publikum bestand aus Lokal-, Kantonal- und Bundespolitikern – die nahenden Wahlen spiegelten sich in der Anzahl der Politiker. Diskutiert wurde das Thema Fortschritt auf den Ebenen lokal, regional und national. Den Anfang machte die Schwyzer Nationalrätin und Präsidentin der FDP Schweiz Petra Gössi mit einem Impulsreferat über die Digitalisierung und «die Aufklärung 2.0». Jürg Erismann, Standortleiter Roche Basel & Kaiseraugst, schloss die Referatsreihe und berichtete über die Entscheidung als General Manager der Roche Diagnostics in Rotkreuz, diesen Standort auszubauen.

«Für die Gemeinde etwas Einmaliges»

Zwischen den beiden Vorträgen legte Referent Philipp Buhofer, Verwaltungsratspräsident der Cham Group AG, das Augenmerk auf Cham: Er sprach über den Fortschritt als Chance für die Schweiz und Cham. Dabei stand die Umnutzung des Papieri-Areals im Fokus. Buhofer spannte den Bogen von der 1657 gegründeten Papiermühle bis zum Wegzug der Papierproduktion aus Cham. Dies habe auch unpopuläre Entscheide gefordert, wie die Entlassung von Mitarbeitern, doch «ohne diese Entscheide wären wir heute nicht hier», sagt Philipp Buhofer. Im Herbst 2016 gab die Chamer Stimmbevölkerung grünes Licht für rund 2000 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätze – eine Mischnutzung –, die innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre entstehen soll. Diesen Mix lobt Stefan Lüthi, Regionalökonom und Dozent an der Hochschule Luzern: «Das ist der richtige Weg.»

Mit der Umnutzung der Industrie und der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude habe Cham mit dem Papieri-Areal eine Perle, ist sich Lüthi sicher.Durch die potenziellen Steuereinnahmen, die das Papieri-Areal mit der neuen Nutzung verspricht, sollte sich Cham aus der Abhängigkeit vom Innerkantonalen Finanzausgleich (ZFA) befreien können oder die Gemeinde sollte zumindest selbstständiger werden, hofft Philipp Buhofer. «Das würde einen grossen Fortschritt bedeuten», stellt er fest.

«Cham ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht.» Georges Helfenstein, Gemeindepräsident

Georges Helfenstein, Chamer Gemeindepräsident und Finanzchef (CVP), mischt sich bei der Podiumsdiskussion in das Thema ein. «Dass Cham vom ZFA wegkommt, wird ein Prozess sein, der 15 bis 30 Jahre dauern kann», so Helfenstein. In der Entwicklung es Papieri-Areals betont er den Leuchtturmcharakter: «Das Areal ist für eine Gemeinde etwas Einmaliges.» Er ist sich sicher: «Cham ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht.» Philipp Buhofer verrät, dass momentan je fünf Architektenteams an einem Studienauswahlverfahren beteiligt sind. Voraussichtlich Ende September oder spätestens Oktober werde das Siegerprojekt gekürt und veröffentlicht. «Was wir nicht wollen, ist eine Schlafstadt, sondern ein starkes, durchmischtes, lebendiges Quartier.»

Auf die Frage, wo denn die Gemeinde Cham besonders fortschrittlich sei, meint Georges Helfenstein: «Der Kanton Zug ist grundsätzlich fortschrittlich eingestellt. Wir haben den Vorteil, wir sind klein, nah und man kennt einander.» So sieht der Gemeindepräsident den persönlichen Kontakt zur Bevölkerung «noch immer als fortschrittlich an».

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