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PARK TOWER: Kommission steht hinter Ausbau

Die Stadt will den Gesellschaftsraum voll ausbauen. Dafür erhält sie Unterstützung von einer Kommission. Gleichzeitig häufen sich die kritischen Stimmen.
Samantha Taylor
Noch befindet sich der Raum im 24. Stock des Park-Tower im Rohbau. (Bild: PD)

Noch befindet sich der Raum im 24. Stock des Park-Tower im Rohbau. (Bild: PD)

Samantha Taylor

437 000 Franken: So viel wird der Ausbau des Gesellschaftsraums im obersten Geschoss des Park Tower kosten. Diese Zahl legte der Stadtrat im Juni in seinem Bericht vor. Der Ausbau des 88 Quadratmeter grossen Zimmers mit Aussicht kommt die Stadt damit doppelt so teuer zu stehen als ursprünglich angenommen. Das vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) bereits bewilligte Kostendach liegt bei 200 000 Franken. Nun muss das Parlament noch mal ran (Ausgabe vom 14. Juni).

Zustimmung für das Geschäft gibt es von der vorberatenden Kommission. Die Bau- und Planungskommission (BPK) empfiehlt gemäss ihrem Bericht, mit 2 zu 8 Stimmen dem Objektkredit für den Ausbau zuzustimmen. Die Mehrheit der BPK sei überzeugt, dass dieses «nachhaltige Projekt», auch wenn der Objektkredit nun höher beantragt sei, zum Abschluss gebracht werden solle. «Für die Zuger Bevölkerung, für die Vereine wie auch für die Wirtschaft wird hier ein grosszügiger und repräsentativer Raum mit einzigartigem Panoramablick entstehen», heisst es im Bericht weiter. Die Chance, einen städtischen Gesellschaftsraum an dieser einmaligen Lage zu realisieren, dürfe darum nicht kurzfristigen Überlegungen geopfert werden.

«Eine Herausforderung»

In der BPK sind allerdings auch kritische Stimmen und Fragen aufgekommen. So wurde angemerkt, dass auch ein etwas bescheidenerer Innenausbau möglich wäre, sodass der «Edelrohbau» sichtbar bleibe. Die Stadt plant einen sogenannten Vollausbau für 50 Personen, da der Raum nur dann sinnvoll genutzt werden könne. Enthalten sind darin unter anderem Elektroanlagen, Leuchten, Mobiliar, eine Lüftungsanlage, eine ausgebaute Küche, eine Multimediaausstattung sowie ein Buffet und Akustikdecken. Es werde eine Herausforderung, den Raum attraktiv zu gestalten. «Auf den Plänen ist die Möblierung noch wie in einem Lotto-Säli aufgezeichnet», kritisiert die BPK. Zudem würden die tiefer hängenden Deckenelemente stören. Die Kommission ist ausserdem skeptisch gegenüber gewissen technologisch kurzlebigen Installationen.

Fragezeichen bei Folgekosten

Unter den Fraktionen im Grossen Gemeinderat hatte man im Juni die doppelt so hohen Ausbaukosten ruhig aufgenommen. Von links bis rechts sprach man sich für den Ausbau und damit für einen Abschluss der lange andauernden Geschichte (siehe Box) aus. Einzig Benny Elsener, Fraktionschef der CVP, stellte sich dagegen. «Das Beste wäre, die Stadt könnte den Raum zum Marktpreis wieder verkaufen», äusserte er. Dies nicht zuletzt, weil er von hohen Unterhaltskosten für die Stadt ausgeht.

Mit seiner Meinung ist Elsener inzwischen nicht mehr alleine. «Ich sehe nach wie vor den Mehrwert dieses Raumes nicht, sondern Probleme ähnlich wie bei der ‹Skylounge›», sagt FDP-Gemeinderat Rainer Leemann. Auch er sei überzeugt, dass auf die Stadt erhebliche Folgekosten zukommen könnten. «Allein schon deshalb, weil eine kostendeckende Vermietung kaum möglich sein wird.» Leemann würde deshalb einen Verkauf ebenfalls begrüssen. «Ich bin gegen dieses Geschäft und den Ausbau», sagt SVP-Gemeinderat Gregor Bruhin klar und deutlich. Zwar habe der Stadtrat bezüglich des Ausbaus gute Arbeit geleistet. Aber: «Ich sehe aufgrund des Schiedsspruchs viele Probleme, die auf die Stadt und die Nutzer zukommen. Der Handlungsspielraum für die Nutzung ist sehr begrenzt», sagt Bruhin. Und er ergänzt: «Sich einen solchen Luxusraum zu leisten, während wir sparen, ist schlicht nicht angemessen.» Das Thema des Verkaufs wurde übrigens auch in der BPK angeschnitten: «Der GGR war damals dagegen, das Nutzungsrecht für 1,3 Millionen Franken zu verkaufen. Jetzt wäre dies wohl für 3 Millionen Franken möglich», heisst es dazu ohne weiteren Kommentar im Bericht.

Der GGR wird das Geschäft voraussichtlich Ende August beraten.

Die Vorgeschichte

Nutzungst. Der Gesellschaftsraum hat eine lange Vorgeschichte. Nachdem sich die Stadt im Bebauungsplan das Recht der teilöffentlichen Nutzung des obersten Geschosses ausbedungen hatte, wollte der Stadtrat dieses Anfang 2012 wieder an die Eigentümerschaft abtreten – für 1,65 Millionen Franken. Die Geschäftsprüfungs- und die Bau- und Planungskommission waren dagegen. Daraufhin schwenkte auch der Stadtrat um und sprach sich für die öffentliche Nutzung aus. Anschliessend wurden sich Stadt und Eigentümerschaft über das Nutzungskonzept nicht einig. Ein Schiedsgericht musste im Frühling 2014 ran. Erst im Juni 2015 lag dessen Schiedsspruch vor. Seither plant die Stadt den Ausbau.

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