Leserbrief

Parkgebühren statt Eintritte

«Falsch verstanden», Leserbrief zum Artikel «Künftig gratis ins Strandbad?» in der «Zuger Zeitung» vom 18. Dezember

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Mein Kompromissvorschlag, damit Tao Gutekunst sein schlechtes Gewissen beruhigen kann: den Gratis-Eintritt in die Chamer Badi belassen und dafür Parkgebühren erheben. Damit erreicht man gleich mehrere Vorteile: Gleichbehandlung aller Badegelegenheiten am Zugersee-Nordufer vom Chamer Hirsgarten bis zum Stadtzuger Casino; stärkere Berücksichtigung des Verursacherprinzips: Wer die halbe Camping-Ausrüstung mitschleppt und darum auf das Auto «angewiesen» ist, leistet einen angemessenen Beitrag an die Infrastruktur-Kosten; wenigstens Milderung des Verkehrschaos, welches an jedem halbwegs schönen Tag vom April bis in den Oktober den Veloweg blockiert; Gleichbehandlung des Restaurants in der Chamer Badi gegenüber den weiteren Gastro-Anbietern. Ich weiss, wenn nach wochenlangem Chaos dann endlich doch einmal eine Kontrolle erfolgt, erscheint mit Vorliebe ein Märtyrer-Leserbrief, man habe «doch nur», und die Polizei wolle sich mit den Bussen ohnehin vor allem bereichern. Wenn jemand einfach so hinausschwimmt, belastet das Umwelt und Infrastruktur viel weniger als die grossen Parkierungsflächen, deren Bodenpreis nach bürgerlichem Credo eigentlich angemessen zu verzinsen wäre. Wie war das nur schon? Was nichts kostet ist nichts wert? Also könnte man eigentlich alle öffentlichen Parkplätze am Zuger Seeufer aufheben.

Jürg Röthlisberger, Cham