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Stadt Zug: Ein teurer Rückzieher mit Parkplätzen

Weil die neuen Parkgebühren an Sonntagen gar nicht gut ankamen, hatte die Stadt diese wieder aufgehoben. Die Parkplätze wurden in den vergangenen Wochen zum zweiten Mal umgerüstet – und das innert Jahresfrist.
Zoe Gwerder

Die Stadt Zug hat in Sachen Parkplatzgebühren seit Ende 2017 ein wahres Hin und Her hinter sich. Im Januar 2018 wurden diese auf allen städtischen Parkplätzen erhöht, sowie der Sonntag kostenpflichtig gemacht. Nun, ein Jahr später, ist der Sonntag wieder ein Gratis-Parkier-Tag und die Gebührenzeiten sind auf 19 Uhr beschränkt – auf allen Parkplätzen. Der Stadtrat hat dem politischen Druck nachgegeben und die Gebührenordnung nochmals angepasst.

Nur handelt es sich bei solchen Gebührenänderungen bekanntlich nicht um Papiertiger – für die städtischen Mitarbeiter bedeutete es einiges an Arbeit, wie der zuständigen Vorsteher Soziales, Umwelt und Sicherheit, Urs Raschle, Auskunft gibt. So wurden jeweils 203 Tafeln ersetzt oder mittels Überkleben aktualisiert und alle 86 oberirdischen Parkuhren neu eingestellt. Und das innert Jahresfrist zwei Mal. Einige Parkuhren mussten dazu gar abgebaut und in der Werkstatt neu programmiert werden. «Insbesondere das Wetter zum Jahresstart machte uns zu schaffen», erklärt Raschle. So sei man auch erst am vergangenen Mittwoch mit der ganzen Arbeit fertig geworden – benötigte also rund zwei Wochen für die Aktion.

Hohe Materialkosten und viele Arbeitsstunden

Eine arbeitsintensive Sache also. Die Arbeitsstunden der Mitarbeiter werden von der Stadt nicht ausgewiesen.

Die Materialkosten hingegen schon. Gemäss Raschle betragen diese 38 000 Franken. «Das Geld floss hauptsächlich in neue Schilder» Was die Zahlpflicht am Sonntag an zusätzlichen Einnahmen generierte, kann gemäss Raschle nicht eruiert werden. «Dazu müssten wir jede einzelne Parkuhr auseinandernehmen, und auch so kämen wir wohl nicht an alle Daten.» Was er aber sagen kann, ist, wie viel das gesamte neue Gebührensystem bei den Aussenparkplätzen einbrachte. Total seien es 2,2 Millionen Franken. Das sind 700 000 Franken mehr als noch 2017 mit den alten Gebühren.

«Wir kommen unserem Ziel näher, die Kosten der Parkplatzbewirtschaftung durch die Parkgebühren zu decken.» Noch nicht fertig abgerechnet ist hingegen bei den Parkhäusern der Stadt. Auch dort kostet das Parkieren seit Anfang 2018 mehr. Deshalb sei noch nicht klar, wie hoch die Einnahmen nun insgesamt sind und ob sie die Ausgaben von 5,2 Millionen Franken decken mögen.

Es wird weniger lang parkiert

Klar sei aber, so Raschle, dass die höheren Gebühren auch Wirkung zeigten. So zumindest seine Beobachtung und die seiner Mitarbeiter. «Unter der Woche hat es zu mehr Fluktuation geführt.» Womit er meint, dass auf den Parkplätzen weniger lang parkiert wird und dafür eher wieder ein Platz frei ist.

Doch Raschle ist offenbar vorsichtig geworden. So haben seine Mitarbeiter die abmontierten Parkplatzschilder nicht einfach entsorgt. «Unser Lager ist gross genug, um die Schilder mal liegen zu lassen.» Man könne diese teilweise auch überkleben und für einen anderen Zweck benützen. Viel mehr hat Raschle aber auch vorgesorgt, wie er mit einem Schmunzeln zugibt. Für den Fall, dass auf politischer Ebene alles wieder gekippt wird, und plötzlich die ursprüngliche Gebührenordnung – wie sie bis Ende 2017 existierte – wieder gelten würde.

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