Parkraumkonzept Baar: Jetzt startet die Vernehmlassung

Nachdem der Gemeinderat über ein Konzept beraten hat, werden nun verschiedene Interessengruppen befragt.

Vanessa Varisco
Drucken
Teilen

Die Planung des Baarer Parkraumkonzepts geht einen Schritt voran. Nachdem die Überarbeitung schon seit längerem ein Thema war, wurde nun die Vernehmlassung aufgegleist. Die Abteilung Sicherheit/Werkdienst hat nach Anhörung von Vertretern der katholischen Kirchgemeinde, dem Gewerbeverein sowie der Verkehrs- und Tiefbaukommission gemeinsam mit dem Verkehrsingenieursbüro Teamverkehr ein neues Parkplatzbewirtschaftungskonzept erarbeitet.

Zur breiten Vernehmlassung sind neben den erwähnten Parteien auch die politischen Parteien, Korporationen, Bewirtschafter von privaten Parkplätzen, Quartiervereine, Zug Tourismus oder die grössten Vereine wie die Pfadi eingeladen. Das Konzept soll die Schwachstellen im System ausbessern. «Das Bevölkerungswachstum und die grössere Mobilität führten zur Stossrichtung dieses Konzepts, um die gemeindlichen Parkfelder möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen», erläutert Gemeinderat Zari Dzaferi.

Einheitliche Zoneneinteilung

Aktuell sind die Bewirtschaftungszeiten unterschiedlich, ebenso Tarife und Parkzeiten. Ein Kritikpunkt war, dass gemeindliche Parkplätze oft als «private Gratisparkplätze missbraucht werden», wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Dadurch stehen sie der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung.

Die Ziele des Konzepts sind umfassend. Zentral ist dabei die Einteilung in neu vier Zonen: Kurzzeit (maximal 30 Minuten Parkzeit), Kernzone (maximal zwei Stunden), Aussenzone (sechs Stunden) und Freizeit (24 Stunden). Klar geregelt werden sollen die Parkzeiten: Im Zentrum werden kurze Belegungen angestrebt, in der Peripherie längere. Auch mit dem Gedanken, dass dadurch im Zentrum Kundenparkplätze – vor allem für Einkaufende – verfügbar sind. Ganz zu verhindern gilt es laut Gemeinderat nächtliche Dauerparkierer.

Weiter wird eine Vereinheitlichung der Bewirtschaftungszeiten und Tarifen angestrebt. Die Zonen unterscheiden sich im Preis nach der ersten halben Stunde. Denn die ersten dreissig Minuten kosten überall 50 Rappen. In Aussenzonen und Freizeitanlagen kostet die halbe Stunde danach weiterhin 50 Rappen, in der Kernzone beträgt der Tarif dann 1 Franken pro halbe Stunde. Damit würde das Parkieren in der Kernzone ab der ersten halben Stunde doppelt so teuer wie aktuell. Diese Tariferhöhung gab bereits Anfang des Jahres zu reden, insbesondere der Gewerbeverein sprach sich dagegen aus. In der laufenden Vernehmlassung erwartet Dzaferi, dass die Meinungen diesbezüglich nach wie vor auseinandergehen werden. «Wichtig zu erwähnen ist, dass die Haltung des Gemeinderats nicht von parteipolitischen Überlegungen, sondern von den Herausforderungen des Alltags getrieben ist», betont Dzaferi auf Nachfrage.

Obwohl er selbst meist mit dem Velo unterwegs ist, beobachtet er, dass durch den Mehrverkehr die Suche nach Parkmöglichkeiten im Zentrum erschwert wurde. «Und sich wohl künftig noch mehr erschweren wird», schiebt er nach. Der Fragebogen zur Vernehmlassung zielt darauf ab, herauszufinden, wie das Konzept aufgenommen wird und wo es verbesserungswürdig ist. Beispiel Park + Ride Plätze beim Parkplatz Neugasse. Im Konzept ist vorgesehen, jene abzuschaffen. «Durch eine Auflösung kann das Zentrum entlastet werden», schildert der Baarer Sicherheitsvorsteher.

Die Vernehmlassung läuft bis zum 30.September. Nach der Auswertung aller Antworten wird das neue Konzept im Gemeinderat beraten, bevor es für die Umsetzung im Jahr 2021 freigegeben wird. «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass es zu diesem Thema viele verschiedene Meinungen und Haltungen gibt. Ein austariertes Konzept ist uns wichtig», so Dzaferi.