PARKTOWER: Stadt verzichtet auf Strafanzeige

Die Detailgestaltung der Parktower-Fassade entspricht nicht vollumfänglich den Vorstellungen der Stadtbildkommission. Der Stadtrat verzichtet aber auf eine Strafanzeige.

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Der Parktower in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue SZ)

Der Parktower in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue SZ)

Wie aus der Mitteilung der Stadt Zug weiter hervorgeht, werde zusammen mit dem Kanton und den Zuger Gemeinden aber eine einheitliche Regelung im Umgang mit Verstössen gegen baurechtliche Vorschriften erarbeitet.

Der Parktower, das von der Firma Peikert Immobilien AG errichtete Hochhaus beim Bahnhof, ist ein neues architektonisches Wahrzeichen Zugs. Die Detailgestaltung der im Sommer 2011 bewilligten Fassade sorgte dabei für Schlagzeilen, weil die Vorbehalte der Stadtbildkommission zum Fasssadenmuster aus zeitlichen Gründen nicht mehr berücksichtigt, beziehungsweise geändert wurden. Die von der Bauherrschaft vorgenommene Detailgestaltung war aber auch durch feuerpolizeilichen Auflagen begründet.

Das Oberste Geschoss des Park Towers soll zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden. Das Bild zeigt die grandiose Aussicht des Towers. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
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Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
Die Gipfelhöhe von 81 Metern ist erreicht. Der Park-Tower, der ab nächstem Frühling bezogen werden kann, ist im Prinzip schon jetzt das höchste Gebäude im Kanton Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Das als «exklusiv» beworbene Gebäude mit «hochwertigen Materialien» und in der Tat noblen Kaufpreisen wird in Sachen Fassade komplett aus dem Ausland bestückt. Genauer gesagt aus China. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
In der Regel schaut Kranführer Peter Linhart konzentriert nach unten - auf die Park-Tower- Baustelle. Für den Fotografen macht er eine Ausnahme. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Jede Woche ein Stockwerk höher: Parktower beim Bahnhof Zug am 18. April 2013. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Blick auf die Baustelle des Parktowers. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Diese Woche wurden beim Park-Tower der Kern des 20. Stockwerkes und die Aussendecke des 17. Obergeschosses betoniert. Kranführer Peter Linhart bei seinem Arbeitsplatz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
18. April 2013: In grossen Schritten geht es vorwärts. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Parktower am 31. Januar 2013. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
24. August 2012: Unterirdisch entsteht eine riesiges Tiefgarage... (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
... die derzeit betoniert wird. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Baustelle am 15. Mai 2012. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Baustelle am 15. Mai 2012. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Baubeginn am 7. März 2012. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Baubeginn am 7. März 2012. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
So soll das höchste Gebäude des Kantons Zug dereinst aussehen. (Bild: PD)
Bild: PD
Bild: PD
Bild: PD
So soll das höchste Gebäude des Kantons Zug in der Nacht dereinst aussehen. (Bild: PD)

Das Oberste Geschoss des Park Towers soll zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden. Das Bild zeigt die grandiose Aussicht des Towers. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der Stadtrat verzichtet auf eine Strafanzeige gegen die Bauherrschaft, wie er in einer Antwort auf eine entsprechende Interpellation von Urs E. Meier (Alternative-CSP) schreibt. «Der Stadtrat – und im Übrigen auch andere Zuger Gemeinden – pflegten bis anhin bezüglich Strafanzeigen eine zurückhaltende Praxis», sagt André Wicki, der Vorsteher des Baudepartements. Eine Änderung dieser Praxis solle im Sinne der Rechtsgleichheit nicht für einen Einzelfall erfolgen.

Es zeichne sich aber ab, dass in Zukunft auch im Zweifelsfall grundsätzlich Strafanzeige bei Verstössen gegen baurechtliche Vorschriften erhoben wird. «Wir stimmen uns dabei mit dem Kanton und den anderen Gemeinden ab», so Wicki. Die Zuger Bauvorsteher werden sich an einer Tagung im März damit befassen und über eine allfällige Praxisänderung informieren.

Verwaltungszwang statt Strafanzeige

Bisher hat der Stadtrat bei solchen Verstössen dem Verwaltungszwang grösseres Gewicht zugemessen als der Strafanzeige, heisst es weiter. Ein solcher könne einen Baustopp oder sogar den Rückbau nicht bewilligungsfähiger Bauten und Anlage auslösen.

Im Falle des Parktowers wurde der Zwang allerdings nicht angewendet. «Gestützt auf die nicht bewilligte Detailgestaltung einen Baustopp zu verfügen, wäre nicht verhältnismässig gewesen», so Wicki. In Zukunft müssten aber bei Grossprojekten wie dem Parktower die Fassaden-Elemente vor Baubeginn zur Bemusterung vor Ort aufgestellt und genehmigt werden.

pd/kst