PARLAMENT: Feier für den höchsten Stadtzuger

Hugo Halter heisst der neue Präsident des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug. Er werde ein Präsident für alle sein, betonte er – werde aber auch einschreiten, wenn es die Situation erfordere.

Charly Keiser
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Karin Hägi gratuliert ihrem Nachfolger Hugo Halter, neuer Präsident des Stadtzuger Parlaments. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))

Karin Hägi gratuliert ihrem Nachfolger Hugo Halter, neuer Präsident des Stadtzuger Parlaments. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Hugo Halter ist gestern Nachmittag mit einem Glanzresultat zum neuen Präsidenten des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug (GGR) gewählt worden. Seine Ratskollegen hatten nämlich in der geheimen Wahl auf 38 von 39 ausgeteilten Stimmzetteln seinen Namen notiert.

Entsprechend gerührt zeigt sich der 57-Jährige über seine Wahl und das grandiose Resultat. Er sei zuverlässig, kompetent «und eigentlich der ideale Präsident», warb zuvor CVP-Fraktionschef Benny Elsener für seinen Parteikollegen. Unnötig, wie Figura zeigt.

Eine grosse Ehre

«Es fühlt sich gut an», sagt der gebürtige Obwaldner zu seiner Wahl. Für ihn ist damit wohl ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen. Es sei vor allem eine grosse Ehre, dass der Grosse Gemeinderat ihm sein Vertrauen dermassen eindrücklich gegeben habe, betont Halter.

In seiner kurzen Dankesrede unterstreicht der Vizekommandant der Zuger Polizei, dass er ein Ratspräsident für alle sein wolle. «Ich werde aber auch einschreiten, wenn es für einen guten Ratsbetrieb entsprechend notwendig ist.» Halter lobt seine Vorgängerin Karin Hägi als besonders «lösungsorientiert», ihr sei die Sache stets wichtiger gewesen als ihr Parteibuch. «Mein Präsidium wird nicht einfach», führt Halter weiter aus. «Denn mit dir, Karin, haben wir in den nächsten zwei Jahren fünf ehemalige Ratspräsidenten im Parlament.»

Stolz ist auch Mutter Anna Halter, wie sie mit einem herzlichen Lachen sagt. «Ja, ja – ich bin schon sehr stolz auf Hugo», sagt die 93-Jährige, die nebst dem höchsten Stadtzuger mit Ruedi Halter noch einen weiteren Sohn im Kanton Zug weiss. Hugos Bruder Toni wohnt in Küssnacht und seine Schwester in Spanien, von wo denn auch Gratulationen auf dem Smartphone eintreffen.

Hugo Halter war der letzte Kommandant der Zuger Stadtpolizei und ist seit der Fusion als Vizekommandant der Zuger Polizei eine Institution. Das Präsidium des GGR sei sein politischer Höhepunkt, verrät Halter und erklärt: «Danach habe ich drei Legislaturen in guten und einflussreichen Positionen gehabt.» Um als Regierungsrat zu kandidieren, sei er zu alt, betont der 57-Jährige. Er denke da schon eher daran, sich für die Jungen einzusetzen. «In der Politik wie auch im Job.»

Still und schnell gewählt

Nebst der Wahl ums Präsidium wurde auch der Vizepräsident neu gewählt, der in zwei Jahren die Nachfolge von Hugo Halter antreten wird (siehe unten).

Mangels anderer Kandidaten wurde ausserdem Jürg Messmer zum Nachfolger von Willi Vollenweider als Mitglied der Bau- und Planungskommission für den Rest der Legislaturperiode still gewählt. Und auch die Stimmenzähler standen zur Wahl: Tabea Zimmermann und Rainer Leemann wurden – ebenfalls mangels anderer Kandidaten in stiller Wahl – zu den zwei neuen Stimmenzählern des Parlaments erkoren. Mit Barbara Gysel als erster Beisitzerin wählte der Rat – ebenfalls still – ein weiteres Mitglied ins Büro des Grossen Gemeinderats , in dem nebst dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten Stadtschreiber Martin Würmli mit beratender Stimme einsitzt.

Nach den Wünschen für frohe Weihnachten von Karin Hägi tritt Louis Bisig (SP) ans Rednerpult und erklärt seinen Rücktritt aus dem Rat per Ende Jahr. Bisig wird durch Anna Spescha im GGR ersetzt.

Mit einem Apéro im Rathauskeller beschliesst der Rat seine Feier – vergessen sind die Wahlen. Ob still oder knapp.

Bruno Zimmermann (SVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))

Bruno Zimmermann (SVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. Dezember 2016))