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PARLAMENT: Zuger Kantonsrat schafft Frühfranzösisch nicht ab

Die Zuger Schülerinnen und Schüler lernen auch in Zukunft ab der 5. Klasse Französisch: Der Kantonsrat hat am Donnerstag die von der SVP geforderte Abschaffung abgelehnt. Mit der Ansicht, dass Frühfranzösisch überholt sei und die Schüler überfordere, stand die Partei alleine da.
Ein Kind lernt Frühfranzösisch in der Schule. (Bild: Gaetan Bally / Keystone (Zürich, 12. März 2015))

Ein Kind lernt Frühfranzösisch in der Schule. (Bild: Gaetan Bally / Keystone (Zürich, 12. März 2015))

Der Entscheid, die SVP-Motion für nicht erheblich zu erklären, fiel deutlich mit 48 zu 20 Stimmen. Damit bleibt im Kanton Zug alles beim Alten: Die Zuger Schüler lernen ab der 3. Klasse Englisch und ab der 5. Klasse zusätzlich Französisch.

Die SVP begründete ihren Vorstoss damit, dass die Fremdsprache die Schüler überfordere und darunter das Deutsch leide. Er sei ursprünglich für das Frühfranzösisch gewesen, sagte SVP-Sprecher Jürg Messmer. "Ich war überzeugt, unsere Jungen packen das, die können zwei Fremdsprachen lernen." Mittlerweile sei er aber der Meinung, dass man da wohl etwas viel erwartet habe.

Zudem habe Französisch seinen Stellenwert längst eingebüsst und sei vom Englisch abgelöst worden. "Man sollte sich der Zeit anpassen", sagte Messmer weiter. Auch die Kantone Uri und Appenzell Innerrhoden hätten ausserdem kein Französisch auf der Primarstufe. Diese Schüler hätten später auch keine Nachteile.

Wichtig für das Berufsleben

Die anderen Parteien hatten für diese Argumentation wenig übrig. Die FDP argumentierte, Französisch habe als Landessprache einen hohen Stellenwert. Die Mehrsprachigkeit bringe grosse Vorteile, die man nicht ungenutzt lassen sollte. Natürlich sei es eine Herausforderung, den Unterricht spannend zu gestalten. Das Fach deswegen einfach abzuschaffen, sei aber eine zu einfache Antwort.

Gleicher Meinung war die CVP. Französisch sei immer noch wichtig, nicht zuletzt für das Berufsleben. Ausserdem sei es absurd, sich mit Romands auf Englisch unterhalten zu müssen.

Die Alternative-die Grünen (ALG) gingen sogar noch einen Schritt weiter: Sie wünschten sich eine Stärkung des Französischunterrichtes. Statt zuerst Englisch zu lernen und zwei Jahre später Französisch, sollte es ihrer Meinung nach umgekehrt sein, also Französisch bereits ab der 3. Klasse. So weit wollte die Ratsmehrheit aber auch nicht gehen. Das heutige System sei bewährt.

Immer wieder ein Thema

Es war nicht das erste Mal, dass der Sprachunterricht im Kanton Zugzur Debatte stand. Im Jahr 2006 kam es deswegen zur Volksabstimmung. Die Zugerinnen und Zuger entschieden damals aber, dass sie zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe wollen. Sie stützten also das Frühfranzösisch - genauso wie die Ratsmehrheit an diesem Donnerstag.

Welche Sprachen in welchem Alter gelernt werden sollen, steht in Deutschschweizer Kantonen immer wieder zur Diskussion. Jegliche Bestrebungen, das Frühfranzösisch abzuschaffen, scheiterten bisher aber. In den vergangenen Jahren stand das Thema in Luzern, im Thurgau, in Zürich und in Nidwalden zur Debatte, entweder in Form einer Volksabstimmung oder im Kantonsparlament.

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