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Zuger Parteien kritisieren
neue Jagdverordnung

Mit der neuen Jagdverordnung will die Regierung die bisher fünf Patentarten auf zwei reduzieren. Darüber hinaus geben die Wildtierfütterung und die Leinenpflicht für Hunde zu reden.
Charly Keiser
Fütterung von Schwänen und Enten: Was der junge Mann am Zugersee hier tut, soll in der neuen Jagdverordnung verboten und geahndet werden. (Bild: Stefan Kaiser)

Fütterung von Schwänen und Enten: Was der junge Mann am Zugersee hier tut, soll in der neuen Jagdverordnung verboten und geahndet werden. (Bild: Stefan Kaiser)

Bis gestern lief die Vernehmlassungsfrist zur Totalrevision der Verordnung über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel, kurz Jagdverordnung genannt. Bereits umgesetzt hat der Regierungsrat im Februar 2017 einen ersten Teil der Verordnung. Dies war nötig, weil geändertes Bundesrecht eine Anpassung verlangte. Im zweiten Teil will die Regierung «wünschenswerte Änderungen» umsetzen, wie sie schreibt.

In der Stellungnahme der FDP zur Vernehmlassung erachtet die Partei, den Grossteil der Bestimmungen als sinnvoll. Allerdings erscheine der Partei die ausserordentlich hohe Regelungsdichte der Verordnung als sehr problematisch, schreibt sie in ihrer Antwort: «Die vorliegende Verordnung scheint nun aber doch vielfach den total verantwortungs- und gedankenlosen Jäger als Massstab zu nehmen. Man muss sich geradezu die Frage stellen, weshalb Jägerinnen und Jäger überhaupt eine Prüfung absolvieren müssen.» Noch härter gehen die Liberalen mit der Regierung im Bezug auf die Leinenpflicht für Hunde ins Gericht. Der Kantonsrat habe 2015 ein Hundegesetz abgelehnt. Einer der zentralen Punkte sei schon damals die Frage der Leinenpflicht gewesen. Aufgrund der heftigen Kritik an einer ersten Fassung mit einer allgemeinen Leinenpflicht habe der Regierungsrat auf eine solche im definitiven Antrag an den Kantonsrat verzichtet beziehungsweise diesen Passus klar abgeschwächt. «Das Vorhaben, nun auf Verordnungsstufe erneut eine generelle Leinenpflicht für Hunde einzuführen, betrachten wir als Umgehung eines Entscheids des Gesetzgebers. Was auf Gesetzesebene scheiterte, soll nun einfach auf Verordnungsstufe eingeführt werden.»

Passage ersatzlos streichen

Die FDP verlangt eine weitere Passage ersatzlos zu streichen: «Ein generelles Verbot der Wildtierfütterungen würde dazu führen, dass sich beispielsweise jemand strafbar macht, der einem Kind die Fütterung von Enten nicht untersagt», schreibt die Partei und ergänzt: «Der sicher vorhandenen Problematik kann mit wiederkehrenden Informationen besser begegnet werden als mit der Einführung eines Gesetzesparagrafen und entsprechender Sanktionen, die sich in der Praxis ohnehin nicht umsetzen lassen.»

Auch die SVP verlangt die ersatzlose Streichung des geplanten Leinenzwangs. Und der Partei missfällt vor allem auch die Verringerung der Patentarten und damit die Erhöhung der Jagdpatentgebühren. «Das Patent für die Raubhaarwildjagd und die Wasserwildjagd soll wie bisher einzeln durch den Jäger gelöst werden. Ansonsten muss die Mehrheit der Jäger, die nur die Rotwildjagd lösen möchten, die beiden anderen Jagden mitbezahlen, ohne diese auszuüben.» Ein Dorn im Auge ist der SVP zudem die Prüfung eines Schutzgebiets, wie in der Verordnung zu lesen ist. Es werde von einer Prüfung eines Grossschutzgebiets Rossberg oder Höhronen «fantasiert». «Die SVP lehnt die Prüfung eines solchen Grossschutzgebiets entschieden ab. Dieser Absatz gehört unseres Erachtens ersatzlos gestrichen.»

Verbot der bleihaltigen Munition

Nicht weniger, sondern mehr Paragrafen und Verbote verlangt die SP, die den grossen Teil der vorgeschlagenen Änderungen unterstützt. So sind die Genossen für die Leinenpflicht, die ausserdem auf die bestehenden Naturschutzgebiete und die vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung ausgedehnt werden soll. Ausserdem verlangt die SP ein Verbot für bleihaltige Munition und will zudem die «tierquälerische Baujagd» verbieten. Diese sei sowieso marginal.

Nur drei Parteien haben eine Stellungnahme verfasst. Die CVP habe darauf verzichtet, schreibt die Partei auf unsere Anfrage. «Verordnungen sind einseitig erlassene Rechtsnormen der Verwaltung, die in deren Kompetenzbereich gehören.»

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