Leserbrief

Partners Group sei Dank

Zum Rahmenabkommen der Schweiz mit der Europäischen Union

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Dieser Tage haben die drei Gründer der Partners Group bekanntgegeben, ein Netzwerk gegen das vom Bundesrat geplante EU-Rahmenabkommen auf die Beine zu stellen. Wenn man die strategische Kompetenz betrachtet, mit welcher das Trio sein Erfolgsunternehmen aufgebaut hat, kann kein Zweifel bestehen, dass dieser ungewöhnliche Entscheid mehr als nur ein Sandkastenspiel ist. Das eher säuerliche Echo von Avenir Suisse und Economiesuisse spricht Bände. Bei Lichte betrachtet ist das Engagement jedoch nur logisch. Die Partners Group ist eines der wenigen SMI-Unternehmen, die im Kern – und nicht nur formal via Rechtsdomizil – noch als schweizerisch gelten können. Ihre massgebenden Eigentümer sind nicht nur erfolgreiche international operierende Wirtschaftsgestalter, sondern auch Schweizer Staatsbürger. Sie verfolgen die nationale Politik deshalb nicht nur durch die kurzfristige kommerzielle Brille, sondern erkennen offensichtlich auch die staatspolitische Fragwürdigkeit dieses Abkommens. Dies klar darzustellen und einen Kontrapunkt zur jahrelangen Vernebelungs- und Beschönigungstaktik des Bundesrates zu setzen, verdient höchste Anerkennung. Ich hoffe, dass sich gelegentlich auch die FDP wieder ihrer staatspolitischen Grundsätze bewusst wird und das Abkommen als das beurteilt, was es ist: Ein ungleiches Vertragswerk mit einem Gegenspieler, der nur ein Ziel hat, nämlich die ungeliebte, weil erfolgreiche Schweiz im Herzen des Kontinents peu à peu in die EU-Mitgliedschaft zu zwingen.

Ulrich Bollmann, Zug