PASCAL BOLLIGER: Paralympics: Im Rollstuhl dreht er mächtig auf

Zwar nimmt er bei den Olympischen Spielen der Behindertensportler in Peking nicht teil. Doch dem 20-jährigen Pascal Bolliger gehört die Zukunft.

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Pascal Bolliger aus Steinhausen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Pascal Bolliger aus Steinhausen. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Da würden Leichtathletikstars wie Usain Bolt und Viktor Röthlin wohl staunen. Der junge Steinhauser kann nämlich etwas, was beide nicht können: Pascal Bolliger ist pfeilschnell und ausdauernd, Sprinter und Langstreckenläufer. Im Rollstuhl.

Er trotzt seinem Schicksal
Der 20-Jährige ist mit einer Spina Bifida, einer angeborenen Fehlbildung der Wirbelsäule («offener Rücken»), auf die Welt gekommen und kann deshalb nicht gehen. Von Kindesbeinen an ist er an den Rollstuhl gefesselt. «Am Anfang habe ich damit recht Mühe gehabt», gibt der sympathische junge Mann offen zu. Doch er hat seinem Schicksal getrotzt und angefangen, mit Sport auf andere Gedanken zu kommen und sein Selbstvertrauen zu stärken. «Das macht mir Spass. Und ich hocke in meiner Freizeit nicht nur daheim rum.»

Dass Pascal Bolliger ein durchtrainierter Sportler ist, sieht man schon an seinen breiten Schultern – muss er doch beim «Racen» kräftig Hand anlegen, damit ihn sein spezieller Rennrollstuhl mit drei Rädern und Velobremse so schnell wie möglich nach vorne katapultiert. Vor allem beim Sprint.

Eine Stunde für 20 Kilometer
«Da fahre ich dann schon am Limit», sagt er und grinst. Die 100 Meter schafft er in 17 Sekunden – der Weltrekord liege bei 13,77 Sekunden. Für einen Halbmarathon mit rund 20 Kilometern Länge braucht er ungefähr eine Stunde. Bei einem so hohen Tempo kämen auch Spitzenmarathonläufer ziemlich ausser Puste. «Je länger die Distanz ist, desto schneller sind wir Rollstuhlfahrer», meint der angehende Kaufmann, der im Augenblick eine Ausbildung bei der Hermap AG in Ebikon absolviert.

Wobei der junge Steinhauser, der mehrmals wöchentlich im Rollstuhlclub Zentralschweiz in Nottwil sowie in der Zuger Herti-Allmend trainiert, lieber auf die längere Distanz setzt. «Es ist schon ein cooles Feeling, wenn man nach solch einer langen Strecke ins Ziel kommt», schwärmt Pascal Bolliger. Vom Ausdauertraining profitiere er auch mental in seinem Beruf. Nebenbei stemmt er zwecks Krafttraining ab und zu Hanteln. Oder er macht Klimmzüge und Liegestützen.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.