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Passion für das «flüssige Gold» in Hünenberg

Der Whisky von Metzgermeister Werner Limacher ist zum besten der Schweiz gekürt worden. Schon seit 1999 stellt Limacher Whisky her – inzwischen hat er mit dem Hobby auch seinen Sohn angesteckt.
Rahel Hug
Roman und Werner Limacher fachsimpeln in ihrem Whiskykeller an der Chamerstrasse 11. (Bild: Werner Schelbert (Hünenberg, 24. Mai 2018))

Roman und Werner Limacher fachsimpeln in ihrem Whiskykeller an der Chamerstrasse 11. (Bild: Werner Schelbert (Hünenberg, 24. Mai 2018))

Im Untergeschoss der Gourmet Metzgerei Limacher in Hünenberg, hinter dem Weinlager, befindet sich die Tür zu einer wahren Goldgrube. Nicht etwa Goldbarren liegen hier versteckt, sondern Gold in flüssiger Form befindet sich im Keller: Werner Limacher, seit fast 40 Jahren Metzgermeister im Dorf, frönt nämlich einer besonderen Leidenschaft – der Herstellung von Whisky.

Sein «ChickenHill Smoke Edition» ist kürzlich im Rahmen des «Swiss Spirits Award» zum besten Whisky der Schweiz gekürt worden. Für den 68-Jährigen eine besondere Ehre: «Bei den Prämierungen von Disti Suisse haben wir schon mehrmals die Silbermedaille gewonnen. Jetzt hat uns eine interna­tionale Jury bewertet, und wir ­haben Gold gewonnen. Das freut mich sehr.» Beim «Swiss Spirits Award» handelt es sich um einen neuen Wettbewerb des Wein­magazins «Vinum».

Der Whisky «ChickenHill Smoke Edition» reift nach fünf bis sechs Jahren im Single-Malt-Fass noch weitere drei bis vier Jahre in 20 bis 30 Jahre alten Fässern aus Schottland, genauer: von der Insel Islay, auf der sich zahlreiche Whiskybrennereien befinden. «Der Ausbau in den Eichenfässern ist sehr wichtig», sagt Werner Limacher. Neben den Fässern mit dem «rauchigen» Whisky befinden sich hellere, französische Rotweinfässer und solche aus Porto, ehemalige Portweinfässer aus dem Hause Niepoort. Drei Sorten – den «Rare Single Malt», den «Smoke Edition» und den «Port Barrel» – hat Werner Limacher im Angebot.

Ein Austauschjahr gab den Ausschlag

Die Passion für das «flüssige Gold» hat den Hünenberger Unternehmer bereits im Alter von 25 Jahren gepackt. Damals hat ihn ein Austauschjahr nach Schottland geführt, und er lernte die Spirituose aus Gerstenmalz kennen und schätzen. Als Theo Lang, sein bester Freund und Sektorleiter der Alkoholverwaltung, ihn 1999 informierte, dass aufgrund einer Änderung im Alkoholgesetz das Whiskybrennen auch in der Schweiz erlaubt wird, musste Werner Limacher nicht zweimal überlegen. Für ihn stand fest: Es braucht einen Hünenberger Whisky.

«Um das Raucharoma zu erreichen, haben wir einiges ausprobiert.» Werner Limacher

Mit seiner Leidenschaft hat Werner Limacher inzwischen auch seinen Sohn Roman Limacher (24) angesteckt. «Bereits als Kind hat mich fasziniert, was mein Papi da gemacht hat», erzählt Roman Limacher, der in Luzern wohnt und dort im Bereich Immobilienbewirtschaftung tätig ist. «Ich habe mich immer stärker damit befasst. Mit der Zeit riecht und schmeckt man die Unterschiede. Jedes Fass ist anders. Die Whiskyherstellung ist eine grosse Kunst.» Vor drei Jahren ist der Junior schliesslich bei seinem ­Vater eingestiegen. Dieser windet ihm ein Kränzchen: «Er hat eine sehr starke Nase entwickelt. Beim Blenden ist er der Heikelste, und seine Meinung ist sehr wichtig.»

Blenden bis zum Wow-Effekt

Stichwort Blenden: Auch das ist ein wichtiger Bestandteil in der Entstehung des Hünenberger Brandes. Für Laien: Blenden bedeutet so viel wie mischen. Gemeinsam mit Theo Lang treffen sich die Limachers etwa alle zwei Monate im Keller an der Chamerstrasse 11, um den Whisky aus den Fässern zu probieren. Dann wird der Basis-Whisky Rare Single Malt mit jenem aus den anderen Fässern geblendet, bis die perfekte Komposition erreicht ist. «Die Mischung muss den Wow-Effekt auslösen, erst dann sind wir zufrieden», sagt Werner Limacher.

Sein erster Whisky, blickt er lachend zurück, sei nicht geniessbar gewesen. Damals trug sein hochprozentiges Destillat noch den Namen «Swissky». Inzwischen, nach bald 20 Jahren, ist er ein Routinier. Doch nach wie vor lernt er immer wieder Neues dazu. Der Metzgermeister macht ein Beispiel: «Um das Raucharoma zu erreichen, haben wir einiges ausprobiert. Wir haben etwa beim Räuchern unserer Cervelats den Whisky in die Kammer gestellt und die Fässer einem Küfer in Küssnacht gebracht, der sie ausgebrannt hat. Beides hat nicht funktioniert.»

Für das Brennen des «ChickenHill» ist der Baarer Bauer Arnold Keiser zuständig, der die Brennerei von Eduard Bieri vor acht Jahren übernommen hat. Zurzeit ­lagern im Hünenberger Keller 4500 Liter. Das Konzept des Limacher-Gespanns scheint aufzugehen: 2017 haben Vater und Sohn mit 1250 verkauften Litern den persönlichen Rekord geknackt. «In den meisten Hünenberger Restaurants und diversen Bars steht unser Whisky schon im Regal», sagt Roman Limacher. «Doch wir wollen weitere Anbieter dazugewinnen. Im letzten Jahr haben wir zudem den Onlineverkauf aufgebaut.»

Ein Engländer ist ChickenHill-Fan

Das gebrannte Wasser aus dem Kanton Zug geht aber auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals in einem englischen Pub über die Theke. Das ist einem Briten zu verdanken, der beim «Swiss Spirits Award» in der Jury sass. «Er kam nach der Prämierung ganz aufgeregt auf uns zu und meinte, er habe noch nie einen solch guten Whisky kosten dürfen», erzählt Roman Limacher. «Er führt ein Gasthaus und hat uns gesagt, dass er den ChickenHill auf jeden Fall ins Sortiment aufnehmen wird. Er plant auch, unseren Whiskykeller zu besuchen.»

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