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Pavatex schliesst Werk in Cham: 50 Mitarbeiter vor der Entlassung

Die Pavatex plant, ihr Werk noch im ersten Quartal 2019 zu schliessen. Trotz Massnahmen, die vor bald drei Jahren ergriffen wurden, kam die Herstellerin von Holzfaserdämmplatten nicht aus den roten Zahlen heraus.
Rahel Hug
Blick auf das Chamer Pavatex-Werk für Holzfaserdämmstoffe. (Bild: PD)

Blick auf das Chamer Pavatex-Werk für Holzfaserdämmstoffe. (Bild: PD)

Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern gepfiffen, jetzt ist es offiziell: Die Pavatex SA plant, das Werk in Cham zu schliessen. Wie die Herstellerin von Holzfaserdämmplatten am Dienstag mitteilte, ist der Abbau von 50 Arbeitsplätzen durch die Einstellung der Produktion im ersten Quartal 2019 vorgesehen.

Als Gründe führt die Firma den Preiszerfall im Markt der Holzfaserdämmstoffe, die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, den Rückgang des Absatzes in den Nachbarländern und die daraus resultierenden schlechten Ergebnisse ins Feld. Die Konsultationsphase zur Schliessung des Werks hat am 7. Januar begonnen. Erst nach dieser werde eine definitive Entscheidung getroffen.

Hoffnung bei Übernahme durch Soprema-Gruppe

«Den geplanten Schritt zur Werkschliessung bedauern wir sehr», wird CEO Christophe Feist in der Medienmitteilung zitiert. «Dabei gilt unser Bedauern vor allem den Mitarbeitenden. Diese leisteten trotz jahrelanger Unsicherheiten stets einen sehr hohen Einsatz für den Produktionsstandort Schweiz. Damit wir die von der Werkschliessung betroffenen Mitarbeitenden nachhaltig unterstützen können, ist selbstverständlich ein Sozialplan vorgesehen.» Auf Nachfrage ergänzt Feist, im Falle einer Werkschliessung werde man «alle Mitarbeiter unterstützen und primär offene Arbeitsplätze in unserem Bitumenbahnenwerk in Spreitenbach den Pavatex-Mitarbeitern anbieten».

Dass es um die Pavatex in Cham nicht rosig steht, war im Ennetsee bereits vor einigen Jahren Thema, die Rede war auch von Produktionsunterbrüchen. Dazu sagt Feist, dass dies in der Dämmstoffbranche leider vorkommen könne. 2016 habe man die Produktionsunterbrüche stark reduzieren können – «aber eine Woche Produktionsstopp kostet weiterhin fast eine halbe Million Franken».

Hat sich die Schliessung schon länger abgezeichnet? «Die Absicht ein Werk zu schliessen fällt nicht von heute auf morgen», antwortet Christophe Feist. Die Pavatex wurde bekanntlich 2016 von der französischen Soprema übernommen. «Bei der Übernahme hatte die Soprema-Gruppe nicht die Absicht das Werk eines Tages zu schliessen, aber die finanzielle Situation war damals schon dramatisch», führt Feist aus.

Die Soprema-Gruppe habe viel in den Standort Cham investiert. So konnte der Absatz in der Schweiz laut Feist stark gesteigert werden – weil man unter anderem den Fokus wieder auf Schweizer Produkte legte. Zeitgleich sei eine Reduktion der Fixkosten in Millionenhöhe umgesetzt worden. Doch die Massnahmen haben nicht gefruchtet. Die Überkapazität habe man nur bedingt in den Nachbarmärkten verkaufen können, sagt Feist. «Die Pavatex schreibt rote Zahlen und Verbesserungsperspektiven sind nicht ersichtlich.» Die steigenden Energie- und Rohstoffkosten zusammen mit den tiefen Marktpreisen – die deutsche Industrie überflute den Schweizer Markt mit «Billigware» – hätten leider nicht ermöglicht, die Rentabilität zu verbessern, so der CEO.

Zur Zukunft der Pavatex Schweiz schreibt das Unternehmen mit operativem Hauptsitz in Fribourg, dass im Falle einer Schliessung des Chamer Werks alle Kunden weiterhin durch ein anderes Werk der Soprema-Gruppe beliefert werden können. «Es ist beabsichtigt, die Beratung, den Verkauf sowie den Vertrieb im bisherigen Rahmen weiterzuführen.»

Gemeindepräsident bedauert Entscheid

Georges Helfenstein, Chamer Gemeindepräsident, weiss selber erst seit Dienstagvormittag von der geplanten Schliessung. «Ich hätte nicht gedacht, dass das Werk geschlossen wird», sagt er auf Anfrage. «Zumal vor zwei Jahren kräftig investiert wurde. Deshalb habe ich angenommen, dass am Standort festgehalten wird.» Er könne den Entscheid aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehen, denn die Baubranche stehe unter einem grossen Druck, ergänzt Helfenstein. «Doch ich hätte eine etwas längerfristige Planung erwartet.» Er bedauere die Situation vor allem für die Mitarbeiter. «Ich erwarte einen entsprechenden Sozialplan.» Helfenstein sagt: «Wenn die Gemeinde die Mitarbeitenden oder die Firma in irgendeiner Form unterstützen kann, stehen unsere Türen offen.»

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