Perfekte Bedingungen für das Zuger Seefest

So schön war das Seefest in Zug selten, endlich spielte das Wetter wieder mit. Kurz vor Mitternacht erreichte das Fest mit dem Feuerwerk seinen Höhepunkt – aber noch lange nicht seinen Abschluss.

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Dolce Vita am Samstagabend am Zuger Seeufer. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Dolce Vita am Samstagabend am Zuger Seeufer. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

18 Uhr, Rössliwiese. Seit einer Stunde ist das Zuger Seefest im Gang. Das Wetter könnte besser nicht sein, erstmals brennt die Sonne wieder so heiss, wie man es in dieser Jahreszeit von ihr erwartet. Wattig weisse Wölkchen zieren einen blauen Himmel, und das weiche Wasser des Zugersees schimmert ruhig und freundlich, obwohl die ersten Beats der Band Breakout gerade die Erde leicht erbeben lassen. An den Bierbänken bei der Rössliwiese sitzt schon einiges Volk, eine gut gelaunte Serviertochter erfreut ein schwitzendes Pärchen mit kühlem Cola. Dessen Baby quäkt und scheint noch kein grosser Freund von Breakout zu sein.

Mandelduft lockt

Rein in den Rausch von Sonne, Session, Seefest. Verliebte Mädchen posieren vor der Bühne, coole Jungs schütteln ihre schwarzen Locken Richtung Erde. Es lebe die Jugend. Das denkt sich wohl auch der Mann mit den grauen Haaren und den roten Bermudas, der angesichts des stampfenden Rocks ein anerkennendes Lächeln im Gesicht hat.

Wenig später auf dem Landsgemeindeplatz: Hier trumpfen gerade die Zuger «Schotten» auf, die Swiss Highland Pipers. Ein Pulk Leute umgibt sie, bestaunt sie, fotografiert sie sogar. Und der mit der Stachelfrisur und dem «Punks not dead»-Schriftzug auf dem Rücken scheint sie auch zu mögen. Von weiter oben lockt der Duft nach gebrannten Mandeln. Von der hübschen jungen Verkäuferin aus Luzern möchte man wissen, wie denn das Geschäft mit den Leckereien bislang laufe. Lächelnd ergibt sie sich in die lästige Frage. «Nicht gut und nicht schlecht», lautet ihre Antwort, während die Schotten zu «Amazing grace» ansetzen. Und man René Schupp aus Buonas über den Weg läuft. Der blendend aufgelegte Seefestbesucher freut sich zusammen mit seiner Frau darauf, «gut zu essen, sich zu amüsieren, Musik zu hören und das Feuerwerk zu bestaunen».
Feuerwehr organisiert

Bild: Maria Schmid / Neue ZZ
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Die Band The Vincenzo's. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
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Die Band The Vincenzo's. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
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Dolce Vita am Samstagabend am Zuger Seeufer. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
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Um 19 Uhr trifft man sich mit Seefest-OK-Präsident Martin Kümmerli, der seinem Namen so gar nicht zur Ehre gereichen will. Sehr entspannt und sehr fröhlich bekundet der Grossorganisator seine Freude darüber, dass «endlich mal wieder schönes Wetter beim Seefest ist». Gefragt, wies bisher laufe, zählt Kümmerli zusammen: «Sehr gut, wunderbar, wir haben alles im Griff, und en Huufe Lüüt sind da!»

Viele Besucher bedeuten für die Freiwillige Feuerwehr Zug, die das gesamte Fest auf die Beine stellt, natürlich auch viel Gewinn. Auf den die FFZ als einzige unbesoldete Freiwillige Feuerwehr in der Schweiz angewiesen ist. Für die kommenden Jahre plant Kümmerli, der mit den Vorbereitungen fürs Fest schon im November beginnt, zudem ein Sponsoring in grösserem Rahmen.

Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel kennt sich mit solchen Sorgen aus. Gestern jedoch war er zu seinem Vergnügen da. «Ein kühles Bier, eine Wurst, Schlendern am See und Rock the Cello der Musikschule Zug zuhören» – so gestaltet sich sein Programm. Söhnchen Marius und Ehefrau Christina hat er an seiner Seite.

Inzwischen ists halb acht, und auf der Rössliwiese spielen Tension, angekündigt als Band mit «extrem guter und extrem hübscher» Sängerin. Es herrscht Open-Air-Atmosphäre. Die Jugend liegt und lauscht. Es lebe die Jugend.

Susanne Holz

Seefest: Polizei ist zufrieden

Ohne nennenswerte Probleme sei das Zuger Seefest 2011 vom Samstag für die Polizei über die Bühne gegangen, schreibt Joe Müller, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, in einer Mitteilung. Die Bilanz: wenige Meldungen wegen Ruhestörungen, einige Wegweisungen vom Festgelände von jungen betrunkenen Männern, die aggressiv auftraten. Mehr los war nach Ende des Seefests: Es kam laut der Polizeimeldung zu mehreren Schlägereien und Nachtruhestörungen. Gegen 6 Uhr sei aber langsam Ruhe eingetreten, als sich die Strassen und Lokale leerten.