PERSONAL: Zügel sind nicht mehr in Zuger Händen

Fast 50 Prozent der kantonalen Angestellten wohnen nicht im Kanton Zug. In den wichtigsten Funktionen sind die Einheimischen gar in Unterzahl.

Christian Glaus
Drucken
Teilen
Ein Blick auf die Stadt Zug von der Kappelerstrasse bei Sihlbrugg aus gesehen. (Symbolbild Neue ZZ)

Ein Blick auf die Stadt Zug von der Kappelerstrasse bei Sihlbrugg aus gesehen. (Symbolbild Neue ZZ)

Der Kanton Zug wird zunehmend von Fremden verwaltet. 982 Staatsangestellte wohnen nicht im Kanton Zug, obwohl sie durch ihre Arbeit und Entscheidungen das Leben massgeblich beeinflussen. Das sind 43,7 Prozent aller Angestellten (Lehrpersonen inbegriffen). Diese Zahlen hat das Personalamt auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag» erhoben. Ein Vergleich mit anderen deutschsprachigen Kantonen zeigt: Nur in Basel-Stadt arbeiten noch mehr Staatsangestellte, die nicht in diesem Kanton wohnen.

Je höher das Amt oder je wichtiger die Funktion, desto weniger Zuger trifft man an. Von den 43 Amtsleitern wohnen 20 (46,5 Prozent) nicht im Kanton Zug. Eindeutig das Nachsehen haben die Zuger auf der höchsten Stufe. Nur drei von acht Generalsekretären der Regierung wohnen in Zug.

Trotz der hohen Zahl an ausserkantonalen Mitarbeitern will Finanzdirektor Peter Hegglin nicht auf die Wohnsitzpflicht zurückkommen, die es früher gab und die heute noch für Polizisten gilt. Auch nicht für die Chefbeamten. «Wir achten auf die Nähe. Aber eine Wohnsitzpflicht wäre ein Rückschritt. Das würde die Auswahl der Mitarbeiter einschränken und wäre gemäss Bundesgericht auch nicht zulässig.»