Péter Nádas schenkt Kunsthaus 600 Werke

Der ungarische Schriftsteller und Künstler Péter Nádas (»Parallelgeschichten») schenkt dem Kunsthaus Zug ein fotografisches Oeuvre, das 600 Bilder aus allen Schaffensperioden des Fotografen umfasst. Zudem kauft das Kunsthaus ein Werk von Nádas.

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Péter Nádas: Selbstporträt mit Rolleiflex, 1963 (Bild: PD)

Péter Nádas: Selbstporträt mit Rolleiflex, 1963 (Bild: PD)

Es handelt sich hierbei um die sechsteilige Arbeit «Der Baum» (2001-2002), die aus 504 Polaroid-Bildern besteht, wie es in einem Communiqué des Kunsthauses vom Mittwoch heisst. Das Werk stehe in Zusammenhang mit dem Buch «Der eigene Tod» (2002).

Zur Schenkung gehören Fotografien von den frühen 1960er Jahren bis 2003. Nach dem Ableben von Péter Nádas und seiner Frau Magda Salomon werden gemäss Communiqué auch die Negative und die Bildrechte an das Kunsthaus übergehen.

Seit 1. September und noch bis am 25. November ist im Kunsthaus Zug die Ausstellung «Péter Nádas - In der Dunkelkammer des Schreibens» zu sehen. Gezeigt werden dabei rund 150 Fotografien, die der Schriftsteller und Künstler seit den 1950er Jahren aufgenommen hat, sowie Manuskripte, Archivmaterial und Tonbeispiele.

Grossteil des Gesamtwerks

Die Ausstellung fand international Beachtung, wie die Kunsthalle schreibt. Die Schau dürfte Nádas, der noch bis Ende November in Zug lebt, zur Schenkung bewogen haben, sagte Kunsthalle-Direktor Matthias Haldemann.

Der 70-jährige Schriftsteller habe Nachlassfragen frühzeitig regeln wollen. Bei den 600 Bildern, die Nádas dem Museum in Zug schenkt, handelt es sich um den Grossteil seines fotografischen Gesamtwerks.

Die Kunsthalle Zug wird immer wieder Auszüge daraus zeigen, wie Haldemann sagte. Bereits bei der nächsten Ausstellung über den österreichischen Grafiker Alfred Kubin sollen einzelne Elemente der Schenkung dem Publikum wieder zugänglich sein.

Péter Nádas wurde am 14. Oktober 1942 in Budapest geboren. Von 1961 bis 1963 liess er sich zum Journalisten und Fotografen ausbilden. Im deutschen Sprachraum feierte der Ungar mit dem aus drei subtil miteinander verschränkten Erzählsträngen konstruierten «Buch der Erinnerung» (1991) den Durchbruch als Schriftsteller.

sda