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Unterägeri: Pfarrer gesucht, aber nicht gefunden

Margrit Küng soll die Nachfolge von Markus Burri bei der Pfarrei Heilige Familie übernehmen. Auch künftig wird im Pastoralraum kein Pfarrer in leitender Funktion tätig sein. Ein Zustand, der nicht allen gefällt.
Carmen Rogenmoser
In der Pfarrkirche in Unterägeri werden die Gottesdienste vom Gemeindeleiter gestaltet. (Bild: Werner Schelbert (10. August 2018))

In der Pfarrkirche in Unterägeri werden die Gottesdienste vom Gemeindeleiter gestaltet. (Bild: Werner Schelbert (10. August 2018))

Margrit Küng heisst die neue Gemeindeleiterin der Pfarreien Heilige Familie in Unterägeri und St. Wendelin in Allenwinden. Das teilten die Kirchenräte von Unterägeri und Baar kürzlich mit. Die 55 Jahre alte Theologin folgt damit auf Gemeindeleiter Markus Burri, der künftig die Spezialseelsorge und die Fachstelle der katholischen Kirche Zug leiten wird. Es ist eine Wahl, die offenbar nicht bei allen auf Zustimmung stösst. «Mit der Neubesetzung durch eine Gemeindeleiterin in Unterägeri gibt es im Pastoralraum Zug Berg keinen einzigen Pfarrer mehr», schreibt etwa Ernst Merz in einem Brief an das Bistum Basel, der auch der Redaktion vorliegt. Er habe sich für die Neubesetzung durch einen Priester engagiert und auf die Tatsache aufmerksam gemacht. Er fühle sich vom Kirchenrat nicht ernst genommen.

Nur: Unter den Bewerbern, die sich vorstellten, befand sich gar kein Priester. «Die Auswahl der an unsere Wahlkommission weitergeleiteten Bewerbungen trifft das Bistum», erklärt der Unterägerer Kirchgemeindepräsident Ivo Krämer auf Nachfrage. Die Interessenten bewerben sich direkt beim Personalamt des zuständigen Bistums Basel. Von dort aus werden dann die Kandidaten an die Wahlkommission weitergeleitet. Er selber hätte sich auch gefreut, hätte er der Kirchgemeinde einen Priester präsentieren können, so Krämer.

In erster Linie wurde ein Pfarrer gesucht

Die Wahlkommission, bestehend aus Vertretern der Pfarreien Unterägeri und Allenwinden, hat das Thema ebenfalls im Voraus schon aufgegriffen. «Entsprechend gestaltete sich auch die Stellenausschreibung», so Krämer. Man habe in erster Linie einen Pfarrer gesucht. Trotz der zeitlichen Verlängerung der Ausschreibung erreichte die Kommission keine Bewerbung eines Priesters. Merz’ Sorge um den Priestermangel in den Pfarreien sei berechtigt. «Die von ihm geschilderten Konsequenzen daraus sowie seinen Unmut gegenüber dem Kirchenrat hingegen kann ich persönlich nicht nachvollziehen.»

«Als Leiter einer Pfarrei hat man auch viele Management-Aufgaben», sagt Krämer. Dazu gehöre mehr als die Gestaltung der Gottesdienste und die Seelsorge. «Ein Gemeindeleiter hat Angestellte unter sich und muss viele Bereiche unter einen Hut bringen.» Für einige, die sich tatsächlich eine Priesterweihe holen, sei der Beitritt zu einem Orden oder ein Engagement in der Spezialseelsorge oder in der Mission attraktiver als die Leitung und Organisation einer Pfarrei. Margrit Küng habe insbesondere bei den Interviews überzeugt. «Sie scheint gut in unsere Pfarrei zu passen.» Vertreter des Kirchenrats haben unter anderem einen ihrer Gottesdienste am derzeitigen Wirkungsort besucht.

Der Entscheid, ob Küng die Stelle antreten kann, fällen letztlich die Kirchgemeindeversammlungen (19. August in Unterägeri und 3. Dezember in Baar). Der priesterliche Dienst in den fünf Pfarreien des Pastoralraums Zug Berg wird nach wie vor von drei Priestern wahrgenommen, bestätigt auch das Bistum Basel. Da hat man auch bereits auf den Brief von Ernst Merz reagiert. «Mit einem persönlichen Brief, der den Sachverhalt detailliert erklärt», gibt Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums, Auskunft.

Fünf Pfarrer und sieben Gemeindeleiter

Gemessen an den Bistumskantonen sei das Verhältnis der ordentlichen Leitungen (Pfarrer beziehungsweise Pfarradministratoren) zu einer ausserordentlichen (Gemeindeleiter gemeinsam mit einem leitenden Priester) im Kanton sehr ausgewogen. «Im Bistumskanton Zug stehen zurzeit fünf Pfarrer und sieben Gemeindeleiter im Dienst.» Allgemeine Oppositionen gegen die ausserordentliche Leitung seien selten, so Huber. «In der Regel werden Gemeindeleiter sehr geschätzt.» Zum Vorwurf von Merz, dass es im Bistum Basel stellenlose Priester gebe, sagt Huber: Es habe Priester im erwerbsfähigen Alter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tätig sein können. «Ebenso gibt es vereinzelt Priester, die auf einer längeren Stellensuche sind, weil sie durch die Wahlbehörden aufgrund mangelnder Fähigkeitskompetenz immer wieder abgelehnt werden.» Für diese Priester habe der Bischof die Sorgepflicht. Ernst Merz will sich weiterhin für die Pfarrei einsetzen. So wird er auch an der Wahlversammlung teilnehmen – obwohl er es stossend finde, dass sie am Sonntag stattfindet.

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