Leserbrief

Pfarrer Tolusso zum Abschied

Zur Kontroverse im Pastoralraum Zugersee Südwest

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Kürzlich endete für Gregor Tolusso die Beauftragung als Pfarrer des Pastoralraumes Zugersee Südwest. Man glaubt ihm, dass er seinen Auftrag ernst nahm und in diesem erstarrten Pastoralraum etwas bewegen wollte. Dass solche Initiative prioritär mit administrativen Belangen gestartet werden wollte, ist einerseits Zeichen für intelligentes Führungsverhalten des Pfarrers, war anderseits aber auch Anlass zu Streitigkeiten mit gewählten und selbst ernannten Exponenten dieses Pastoralraumes. Subordinationsfragen und populistische Elemente werden offensichtlich höher bewertet als die Pastoralaufgabe eines Priesters. Dass solches Verhalten auf Ignoranz hinweist, ist das eine, zudem im Widerspruch steht zum neuesten Dekret des Papstes vom 29.Juli, konkret Abschnitt VIII.a (71), das andere.

Aber wen kümmern in dieser zerstrittenen Kirche noch Führungsanweisungen. «Ein Haus, das in sich uneins ist, zerfällt», predigt man und eine weitere Illustration davon haben wir vorliegen.

Die neueste päpstliche Instruktion, Abschnitt VIII.b, befasst sich auch mit dem Instrument der Unterstützung durch die regionale Diözesanleitung. Im konkreten Wirrwarr Risch-Rotkreuz-Meierskappel muss dieses Unterstützungsinstrument für den spirituell Verantwortlichen überhaupt nicht gespielt haben. Wie könnte es beispielsweise sonst sein, dass eine vom Pfarrer verfügte Gottesdienstordnung durch ein paar Unterschriften in einem Teilbereich des Pastoralraumes über den Haufen geworfen wurde?

Man versteht den Pfarrer, wenn er zum Abschluss meint, diese Erfahrung hier bei uns möchte er nicht ein zweites Mal machen. Der Dank all jener, welche nach all den Jahren wieder auf eine spirituelle Führung gehofft haben, ist ihm sicher, und wir wünschen ihm, dass er vor einem solchen Rischer Desaster künftig verschont bleiben möge.

Mit der abschreckenden Wirkung, welche dieser Vorfall auf mögliche Pfarrkandidaten haben wird, müssen wir leben und bedauern, erneut in einem rein administrierten Konglomerat mit etwas Folklore, statt in einem Pastoralraum leben zu müssen.

Hans Arnold-Bürgi, Rotkreuz