Kommentar

Genug von all den Neuigkeiten? Pflegen Sie ein Hobby

Haben Sie auch die Nase voll von Meldungen über die US-Wahlen? Oder über die Coronapandemie? Oder anderes? Ja? Nur, wirklich entgehen kann man weder dem Einen noch dem Anderen, so Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen
Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Aber es gibt Möglichkeiten, sich für einige Zeit diesen Meldungen nicht widmen zu müssen. Alles Abschalten ist eine Art, sich quasi allen Informationen verweigern. Eine weitere, nicht so extreme Möglichkeit wäre, sich eine – neudeutsch – «Bubble» zu schaffen, in der man wenige Freunde, diese dafür häufiger trifft. Wobei es wichtig ist, dass es sich immer um dieselben Personen handelt. Oder sich in die Arbeit zu stürzen, könnte vielleicht helfen. Das allerdings nur, wenn aktuelle Neuigkeiten im Beruf keine Rolle spielen.

Eine ganz einfache, aber durchaus effiziente Art, die Aktualität eine Zeit lang auszublenden, ist das Pflegen eines Hobbys. Dabei ist eigentlich egal, was es ist. Hauptsache es funktioniert.

Ich persönlich mache mir in der Freizeit gerne Hände und Kleider dreckig. Deshalb halte ich einen Hund, der sich ebenfalls gerne mit Dreck beschäftigt. Und ich kümmere mich um ein Pferd. Ausmisten, füttern, kurz alles, was anfällt. Diese Arbeit erdet – nicht nur im Wortsinn.

Die rund eineinhalb Stunden am Morgen im Stall und die Spaziergänge mit dem Hund lassen vergessen, was rundherum geschieht. In dieser Zeit ist es mir herzlich egal, was getwittert, gefacebookt, mitgeteilt wird oder sonst wie um meine Aufmerksamkeit buhlt.