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PHARMA: Medizin im Schatten der Blockbuster

Die Forschung hat sich während Jahren auf die Heilung der verbreitetsten Krankheiten konzentriert. Nun suchen die Multis vermehrt Lösungen für seltene Erkrankungen – ein Unternehmen aus Zug gilt dabei als führend.
In diesem Gebäude auf dem Siemensareal ist das Unternehmen Shire untergebracht. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 24. Januar 2014))

In diesem Gebäude auf dem Siemensareal ist das Unternehmen Shire untergebracht. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 24. Januar 2014))

Das Gesundheitswesen gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren. Das war die letzten Jahrzehnte der Fall und das wird laut Zukunftsforschern auch die nächsten Jahre so bleiben. Zum einen erhalten immer mehr Menschen Zugang zu moderner Medizin. Zum anderen erhöht sich mit der steigenden Lebenserwartung auch die Nachfrage nach medizinischen Behandlungen.

Die Pharmaindustrie leistet hierzu mit immer besseren Medikamenten und Behandlungsmethoden ihren Beitrag. Für die Branche ist es aber in erster Linie ein Geschäft. Interessant sind für die Industrie Produkte, die auf eine grosse Nachfrage stossen, sprich Arzneien, die weltweit einer möglichst grossen Bevölkerungsgruppe helfen. Blockbuster nennt man in der Pharmabranche besonders erfolgreiche Medikamente, die jährlich einen Umsatz von über 1 Milliarde Dollar einbringen. Zu den weltweit umsatzstärksten Arzneimitteln gehören Adalimumab (gegen Darmentzündungen) von AbbVie mit jährlichen Verkäufen von über 10 Milliarden Dollar oder Insulin glargin (gegen Diabetes), das Sanofi-Aventis jedes Jahr rund 8 Milliarden Dollar einbringt.

Solche Blockbuster zu entwickeln und zu vertreiben, ist das Ziel der grossen Pharmamultis, denn die Entdeckung eines neuen Wirkstoffes und dessen Zulassung verschlingen im Schnitt etwa 800 Millionen Dollar. Wegen der hohen Investitionskosten scheuen sich viele Pharmafirmen, medizinische Lösungen für «Nischenprodukte» zu entwickeln, sprich für selten vorkommende Krankheiten.

420000 Menschen in der Schweiz betroffen

«Seltene Krankheiten betreffen höchstens 5 von 10000 Personen», lautet die Definition in der Pharmabranche (siehe auch unsere Ausgabe vom letzten Sonntag). In der Schweiz sollen gegen 420000 Personen von einer seltenen Krankheit betroffen sein, weltweit rund 350 Millionen Menschen. Knapp die Hälfte davon sind Kinder, von denen 30 Prozent vor dem fünften Geburtstag an der Krankheit sterben. 80 Prozent der seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt und beeinträchtigen den Stoffwechsel. Laut neusten Zahlen können bloss 5 Prozent aller seltenen Erkrankungen durch ein von den Behörden zugelassenes Heilmittel behandelt werden.

Vermehrt wenden sich heute auch Pharmaunternehmen – darunter vor allem Biotechfirmen – der Erforschung der weltweit rund 7000 seltenen Krankheiten zu: Die Hälfte der zugelassenen Medikamente im letzten Jahr wurde für diesen Sektor entwickelt. Eines der führenden Pharmaunternehmen im Kampf gegen seltene Erkrankungen ist die irische Shire. Sie beschäftigt weltweit 22000 Personen. Shire hat ihren internationalen Hauptsitz in der Stadt Zug. Derzeit zählt das Pharmaunternehmen 280 Personen in Zug, bis im Sommer sollen es rund 400 sein; Shire verlegt Arbeitsplätze von Zürich nach Zug und will weiter ausbauen. Laut Shire bietet die Erforschung von seltenen Krankheiten unternehmerische Chancen, weil das Feld im Gegensatz zu anderen Erkrankungen nicht von vielen Firmen abgedeckt wird. Zudem seien die staatlichen Anreize zur Erforschung seltener Krankheiten verbessert worden, so das Unternehmen.

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Heute ist der internationale Tag der seltenen Krankheiten. Auf folgenden Seiten im Internet wird darüber informiert: www.kmsk.ch, www.shire.com/rarecount

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