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PHARMA: «Wir bauen in Zug weiter aus»

Der irische Konzern Shire zieht in diesen Wochen von Nyon nach Zug. Für die Chefin ist der Wechsel auch ein Start in neue Dimensionen.
Interview Ernst Meier
Kim Stratton, die Chefin von Shire International in den neuen Büroräumlichkeiten auf dem Siemens-Areal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Kim Stratton, die Chefin von Shire International in den neuen Büroräumlichkeiten auf dem Siemens-Areal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit wenigen Tagen bezieht der irische Pharmahersteller Shire die neuen Büroräumlichkeiten im Opus Business Center auf dem Zuger Siemens-Areal. Verantwortlich für die Schweizer Niederlassung und Chefin von Shire International GmbH ist Kim Stratton. Die Australierin leitet alle Geschäftsaktivitäten des Pharmakonzerns in allen Märkten ausserhalb der USA; sie ist direkt Konzernchef Flemming Ornskov unterstellt. Zuvor war Kim Stratton in Kaderfunktionen bei den Pharmafirmen Novartis, Astra und Bristol-Myers Squibb tätig.

Shire wurde 1986 in Grossbritannien gegründet. Das Unternehmen konzentriert sich stark auf die Bekämpfung von seltenen Krankheiten, verfügt aber auch über eigene Medikamente gegen ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit). Shire ist in den letzten Jahren durch Übernahmen stark gewachsen. Seit 1995 hat man 17 Firmen zugekauft. Der Pharmakonzern beschäftigt weltweit über 5000 Personen.

Kim Stratton, Shire ist erst seit 2010 in der Schweiz. Nun zügeln Sie bereits von Nyon nach Zug. Weshalb?

Kim Stratton: Der Umzug ist ein strategischer Entscheid und hat auch mit unserer globalen Reorganisation zu tun. Wir sind in Nyon in den letzten vier Jahren stark gewachsen. Angefangen haben wir mit knapp einem Dutzend Mitarbeitern. Heute sind wir 250. Die Entwicklung geht weiter – und dabei sind wir auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen.

Findet man diese im Waadtland nicht?

Stratton: Anfänglich waren wir in der Schweiz ein Start-up-Unternehmen. Dafür fanden wir im Kanton Waadt die idealen Voraussetzungen. Deshalb konnten wir uns auch so schnell entwickeln. In Nyon sind wir nun aber an Grenzen gestossen. Im Raum Zug sind praktisch alle grossen Pharmafirmen angesiedelt. Für die weitere Expansion von Shire ist es wichtig, Teil dieses Clusters mit einem Talentpool von 80 000 potenziellen Fachkräften zu sein. Ein weiterer Vorteil bietet uns als internationaler «Pharma-Hub» auch die Nähe zum Flughafen Kloten.

Welche Rolle spielte die Steuerfrage? Hat man von Seiten des Kantons Waadt nicht versucht, Sie zu halten?

Stratton:Steuertechnisch macht es praktisch keinen Unterschied, ob wir in Waadt oder Zug sind. Natürlich war man bei der Waadtländer Regierung enttäuscht. Wir haben den Kanton sehr wirtschaftsfreundlich und unterstützend erlebt. Ich spüre aber, dass man unseren Entscheid versteht. So bleiben wir nach wie vor in der Schweiz und planen weitere grössere Investitionen in den nächsten Jahren.

Wie viele Mitarbeiter machen den Umzug mit?

Stratton: Das ist noch zu früh, um definitiv etwas zu sagen. Der Umzug erfolgt gestaffelt bis Ende Sommer. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter – zum Beispiel bei der Wohnungssuche, Schulwahl für die Kinder, Integration usw. Bis jetzt haben erfreulich viele das Angebot angenommen – mehr, als wir erwartet hatten. Wir suchen aber auch neue Mitarbeiter, weil wir expandieren.

Wie rekrutieren Sie diese?

Stratton: Da wir vor allem gut qualifiziertes Personal benötigen, läuft viel über Headhunter – aber auch via Karriereportalen wie Linkedin oder Xing.

Beunruhigt Sie der Entscheid der Schweiz, die Zuwanderung zu begrenzen?

Stratton: Natürlich verfolgen wir diese Entwicklung. Auch unter unseren Mitarbeitern, die aus 37 Nationen stammen, wird der Volksentscheid intensiv diskutiert. Eine gewisse Unsicherheit ist da. Wir haben aber nach wie vor Vertrauen, dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Pharmafirmen in der Schweiz gut bleiben.

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