Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

80-Meter-Holzhochhaus in Zug nimmt Form an

In einem 80-Meter-Holzhochhaus will die V-Zug für preisgünstigen Wohnraum sorgen. Es wäre damit das höchste Holzhochhaus der Schweiz.
Andrea Muff
So soll das Holzhochhaus an der Baarerstrasse dereinst aussehen. (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

So soll das Holzhochhaus an der Baarerstrasse dereinst aussehen. (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

Als Leuchtturmprojekt für die Stadt Zug bezeichnet Bauchefin Eliane Birchmeier das 80-Meter-Holzhochhaus, das dereinst an der Ecke Baarer-/Göblistrasse zu stehen kommen soll. Es sei ein spezielles Hochhaus, das in seiner Gesamtheit fasziniere, sagt sie weiter. Zufrieden ist auch Beat Weiss, Geschäftsführer der V-Zug Immobilien AG, der am Mittwoch im Zugorama das Siegerprojekt präsentieren durfte. «Es ist die Chance, etwas Einmaliges zu schaffen», sagt er im Hinblick auf das Projekt Pi. So heisst das Holzhochhaus mit mehrheitlich preisgünstigen Wohnungen, das von der V-Zug geplant wird.

Vor einem Jahr startete parallel zum Wettbewerbsverfahren der Gesamtleistungsstudie Projekt Pi auch das städtebauliche Studienverfahren für das Geviert Baarer-, Göbli-, Industrie- und Mattenstrasse. Sechs Teams wurden dafür eingeladen. Das Ziel: Die Grundeigentümer (Vaudoise Versicherungen, Stockwerkeigentümerschaft Baarerstrasse 94, V-Zug Immobilien AG und Kanton Zug) wollen an einem Strang ziehen, deshalb das Gesamtkonzept. Nun stehen die Sieger fest: Die Duplex Architekten AG aus Zürich liefert das Siegerprojekt für das Holzhochhaus und auch das städtebauliche Konzept für das Geviert.

Kosten liegen wohl eher bei 100 Millionen Franken

Die Anforderungen an die Teams waren hoch: Es sollen mehrheitlich preisgünstige Wohnungen entstehen, und es soll möglichst nachhaltig aus Holz gebaut werden. Auch die Fragen nach Freiraum, dem Brandschutz oder dem Verkehr mussten gestellt werden. «Wir stellten immer wieder Widersprüche und Zielkonflikte fest», sagt Beat Weiss. «Uns fiel auch auf, dass wir unser Programm sinnlos überladen haben.» Deshalb habe man etwa auf die geplante Primarschule verzichtet. Beat Weiss stellt zum Siegerprojekt fest: «Es ist überraschend, in welcher Dichte Innovationen gelungen sind.» Auch betreffend Kostenpunkt hat sich bereits etwas geändert. Die vor einem Jahr geschätzten 80 Millionen Franken werden von Beat Weiss nach oben auf 100 Millionen Franken korrigiert. «Der Weg liegt jetzt vor uns», fügt er hinzu. Für 2021 rechnet er mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan und mit dem Einzug ins Gebäude voraussichtlich im Jahr 2024.

27 Geschosse hoch

Momentan ist das 60-Meter-Holzhochhaus auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz das höchste seiner Art in der Schweiz, das soll das Projekt Pi ändern. Die geplanten preisgünstigen Wohnungen seien für Mitarbeiter, die dann vom Technologiecluster zu Fuss zur Arbeit gehen könnten, vorgesehen, ergänzt Weiss. Anne Kaestle, Mitinhaberin von Duplex Architekten, gibt zu:

«Eine knifflige Aufgabe.»

Das vom Duplex-Team geplante Gebäude weist 27 Geschosse mit insgesamt 199 Wohnungen auf, davon 173 im preisgünstigen Bereich, ist dem Entwurf zu entnehmen. Nach jeweils sechs Geschossen überragt das nächstfolgende das darunterliegende, so wächst das Hochhaus ein wenig in die Breite. Im Gebäude werden verschiedene Wohnungstypen (beispielsweise Familien, Wohngemeinschaften, Singles) zusammengefasst: So soll jeweils eine dreigeschossige «Piazza» das Zusammenleben der Bewohner fördern und die Anonymität aufbrechen. Dabei entstehen geschossübergreifende «Nachbarschaften» von 20 bis 24 Wohnungen des gleichen Typs.

Ein Blick ins Innere der Wohnungen. (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

Ein Blick ins Innere der Wohnungen. (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

Ein Blick in eine «Piazza». (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

Ein Blick in eine «Piazza». (Visualisierung: PD / Filippo Bolognese)

Mit einem äusseren und inneren Rahmentragwerk – einem sogenannten Tube-in-Tube-System – wird eine grosse Spannweite und grosse Flexibilität in der Grundrissgestaltung erreicht. Ein lineares, sichtbar bleibendes Holzrahmentragwerk stabilisiert das Hochhaus. Von aussen wird viel Keramik und Glas zu sehen sein. «Hinter dem Glas werden Fotovoltaikanlagen sein, die ein Drittel des Stromeigenbedarfs produzieren werden», erklärt Anne Kaestle. Beat Weiss fasst zusammen: «Ich bin begeistert von diesem Projekt.»

Im Zugorama werden alle sechs Beiträge zum Projekt Pi bis zum 16. Oktober ausgestellt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.