Leserbrief

Plädoyer für mehr Schulraum

Zur Zuger Schulraumplanung

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Mit grossem Interesse haben wir als Eltern den Schulraumplanungsbericht der Stadt Zug gelesen und die Debatte im Grossen Gemeinderat dazu verfolgt. Dabei mussten wir mit Besorgnis feststellen, dass nicht alle die Dringlichkeit der Lage erkannt haben. Die Schulräume sind knapp. Jetzt schon, nicht erst im Jahr 2028. Das Herti wartet seit 2013 (!) auf ein neues Schulhaus. Das Guthirt stösst spätestens im Schuljahr 2022/2023 an seine Grenzen. Heute schon müssen die Kinder für den Turnunterricht auf andere Schulhäuser ausweichen, freiwilliger Unterricht findet zu abenteuerlichen Zeiten statt. Hinzu kommt die prekäre Situation bei der schulergänzenden Betreuung. Diese kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Bedürfnisse der Eltern nicht mehr abdecken. Falls es nicht genügend Schulräume gibt, hat die Schule das Recht, die Räume der schulergänzenden Betreuung in Anspruch zu nehmen (Guthirt). Dies, weil die Schule einen gesetzlichen Auftrag hat, die schulergänzende Betreuung hier in Zug hingegen immer noch nicht. Bei dieser Ausgangslage wirken Voten, die nach zusätzlichen Papiertigern verlangen oder anregen, auf Tennishallen oder Fitnessräume mit Laufbändern für den Turnunterricht auszuweichen, erschreckend realitätsfremd. Aussagen von Politikerinnen und Politikern, es müssen mehr Synergien und Räume effizienter genutzt werden, sind für uns nicht nachvollziehbar und verkennen die aktuelle Situation, zumindest im Herti und Guthirt. Es ist uns Eltern bewusst, dass die Schule einem dynamischen Prozess unterliegt. Die stetigen Veränderungen der Schülerzahlen, Bedürfnisse und technologischen Entwicklungen, machen die Planung nicht einfacher. Dies darf aber keine Entschuldigung sein, einfach nichts zu tun oder abzuwarten. Zug ist ein innovativer und attraktiver Wirtschaftsstandort. Die Bildungsstätten sollten zuoberst auf der Prioritätenliste der Politikerinnen und Politiker stehen. Deshalb appellieren wir an Sie, aktiv zu werden, zu agieren und nicht nur zu reagieren, umzusetzen und nicht nur zu planen. Damit die Schulen in Zug ihren Auftrag erfüllen können.

Caroll Hirt, ELG Guthirt, und Marilena Amato Mengis, ELG Herti