Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Pläne für Kiesabbau werden konkret

Cham: Das nach Osten erweiterte Gebiet Hatwil/Hubletzen eignet sich von allen geprüften Flächen im Kantonsgebiet am besten
für den Kiesabbau. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe unter der Federführung von Baudirektor Urs Hürlimann.

Cornelia Bisch
Im Chamer Naherholungsgebiet Hatwil/Hubletzen soll ab zirka 2025 Kies abgebaut werden. (Bild: Werner Schelbert, Cham, 14. März 2018)

Im Chamer Naherholungsgebiet Hatwil/Hubletzen soll ab zirka 2025 Kies abgebaut werden. (Bild: Werner Schelbert, Cham, 14. März 2018)

Mit dem 2009 erfolgten Richtplaneintrag des Gebiets Hatwil/Hubletzen in Cham als Kiesabbau-Standort hat der Kantonsrat die zuständige kantonale Behörde beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde und den betroffenen Grundeigentümern, die definitive Abgrenzung vorzunehmen. Dies ist nun vollbracht.
An der gestrigen Pressekonferenz informierten Baudirektor Urs Hürlimann und Kantonsplaner René Hutter über den Grenzverlauf des wesentlich erweiterten Gebietes, das neu 50 Hekt­aren umfasst. Die damit befasste Arbeitsgruppe hat auch Alternativen geprüft und ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) eingeholt. Sie setzte sich zusammen aus den Grundeigentümern, Vertretern der Standortgemeinde, der Abbauunternehmung, von Umweltorganisa­tionen, dem Bundesamt für Raumentwicklung, den kantonalen Fachstellen sowie den zürcherischen Nachbargemeinden Knonau und Maschwanden.

Ergiebige Schotterschichten im Osten

Die vertiefte Untersuchung der Geologie und Hydrologie im Gebiet Hatwil/Hubletzen brachte ergiebige Schotterschichten im Osten des ursprünglich vorgesehenen Areals zutage. Der Perimeter musste deshalb in diese Richtung ausgedehnt werden. Im erweiterten Gebiet werde mit einem abbaubaren Kiesvolumen von bis zu 10 Millionen Kubik­metern gerechnet, erläuterte Hutter. «Mit dem neuen Perimeter kann auf die geologischen Gegebenheiten reagiert, die Quelle Hatwil besser geschützt, die Erschliessung des Abbaugebiets vereinfacht und die Grundlage für einen wirtschaftlichen Kiesabbau geschaffen werden.»
Das Hatwilerholz mit einer Grösse von 7 Hektaren müsse jedoch vorübergehend gerodet werden, eine Massnahme, die das Amt für Wald und Wild sowie die Grundeigentümer grundsätzlich für möglich erachten. Teile des Gebietes sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) enthalten. Das Gutachten der ENHK sei jedoch zum Schluss gekommen, dass das Abbauvorhaben eine höchstens leichte Beeinträchtigung der Schutzziele des BLN-Objekts darstelle, informierte Hutter. «Die ENHK gibt dem Vorhaben unter Berücksichtigung einiger flankierender Massnahmen grünes Licht.»

Das seit 2015 geschützte Triangulationssignal Hubletzen soll entfernt und nach der Rekultivierung wieder aufgebaut werden. Die Prüfung von Alternativen im Schönbühlerwald in Baar und im Steinhauserwald in Steinhausen und Baar habe gezeigt, dass diese wesentlich weniger gut geeignet wären. «Der Eingriff in die Natur wäre schlimmer, es befindet sich kein Kieswerk in der Nähe und zahlreiche verschiedene Eigentümer wären involviert», erklärte Hutter. Das Gebiet Hatwil/Hubletzen hingegen befindet sich hauptsächlich im Besitz des Klosters Frauenthal. Eine weitere Alternative wäre der Import von Kies aus den Nachbarkantonen und -ländern. «Diese Lösung wäre jedoch wesentlich teurer», betonte Hutter. Abgesehen davon würden dann auch Flächen für die Ablagerung von sauberem Aushubmaterial fehlen, sodass auch dieses exportiert werden müsste.

Widerstand seitens der Gemeinde Cham

Alles spreche für den Standort Hatwil/Hubletzen, fasste Bau­direktor Urs Hürlimann zusammen. Der Regierungsrat befürworte die Festsetzung des Standorts im kantonalen Richtplan und unterstütze die von der Baudirektion vorgeschlagene Perimetererweiterung.
Den Widerstand seitens der Gemeinde Cham, die eine Motion der Chamer Kantonsräte und Parteipräsidenten gegen das Projekt unterstützt, habe man zur Kenntnis genommen. «Wir haben Verständnis dafür», so Hürlimann. «Aber ohne Kompromissbereitschaft seitens aller Gemeinden werden wir unsere strategischen Ziele nicht erreichen.» Abgesehen davon habe der Regierungsrat der Baudirektion weitere Aufträge im Zusammenhang mit der Kiesversorgung erteilt. «Einerseits sollen Massnahmen für die Erhöhung des Recyclingmaterial-Anteils im Hoch- und Tiefbau um 20 bis 25 Prozent ergriffen werden.» Andererseits müsse die Abbaumenge auf den effektiven Bedarf des Kantons Zug von 400000 Kubikmetern jährlich limitiert werden, sodass exzessive Kiesexporte künftig verhindert würden. «Damit reagiert die Regierung auf zwei häufig geäusserte Kritikpunkte», stellt Hürlimann fest.

Als nächster Schritt wird das Amt für Raumplanung einen Bericht für die Anpassung des Richtplans erstellen. Nach der öffentlichen Auflage im März und April 2019 soll der Entscheid des Kantonsrats noch vor den Sommerferien 2019 gefällt werden. Ziel sei es, im Jahr 2025 mit dem Kiesabbau in Hatwil/Hubletzen zu beginnen, da bis dahin die bestehenden Abbaugebiete ganz oder nahezu aus­geschöpft seien, kündigte Kantonsplaner René Hutter an. Die Anlage werde während 20 bis 25 Jahren in Betrieb sein

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.