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Kolumne

Plüschstreifen im Schrank

Redaktor Ruedi Burkart zur Fussball-WM.
Ruedi Burkart
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Ich gebe es zu. In gewissen Sachen bin ich ein hoffnungsloser Romantiker. Grad kürzlich habe ich mit meinem Sohn Filmaufnahmen angeschaut. Der Inhalt: Der damals Fünfjährige in seinem ersten Training in unseren lokalen Fussballklub. Im Hintergrund zu sehen sind Väter und Mütter, die auf dem Kunstrasen knien und Panini-Bildchen der WM 2006 tauschen. Dass ich an jenem Mittwochnachmittag die Videokamera bediente, statt ebenfalls auf dem Boden sitzend um die damaligen Stars wie Maxi Rodriguez oder Francesco Totti zu feilschen, nimmt mir mein Sohn heute noch krumm.

Zur aktuellen WM. Als sich die Peruaner diesen Frühling erstmals wieder seit 36 Jahren für eine Endrunde qualifizierten, kamen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Bei Perus letzter Teilnahme 1982 war ich 13-Jährig und ein Fan des Teams. Warum? Weil die Südamerikaner Trikots hatten mit einem schönen roten Diagonalstreifen. Halt, Moooment! Trikot mit rotem Streifen? Das muss doch noch irgendwo ...

Anfang der 1980er-Jahre an ein Fussball-Trikot der Lieblingsmannschaft zu kommen, war eine knifflige Angelegenheit. Internetshops gab’s noch nicht und die Sportgeschäfte führten selten das Objekt der Begierde. Eine Lösung jedoch lag im fernen Zürich – für uns in jenen Jahren quasi eine Weltreise. Dort führte ein Spezialgeschäft fast jeden Artikel für Fussball-Fans. Ein paar Freunde aus meiner Schulklasse und ich fuhren eines schönen Mittwochnachmittags im Frühling 1982 mit Zug und Tram an die Schaffhauserstrasse in der grossen Stadt. Und wähnten uns im Fussball-Himmel. Meinen Eltern leierte ich 60 Franken aus den Rippen. Und die investierte ich in das Peru-Dress.

Vor ein paar Tagen zu Hause bei meinen Eltern. Mich stach der Hafer, ich musste jetzt endgültig Klarheit haben. Und tatsächlich. In meinem alten Kleiderschrank, unter einem Shirt des «Out in the Green» Frauenfeld 1991, lag das Objekt der Begierde: das Peru-Trikot von damals. Ein wenig muffig riechend zwar, aber immer noch ganz. Und nicht aus China importiert, sondern «Made in France.» Der Hammer ist der berühmte Bruststreifen. Der ist bei meinem 82er-Dress tatsächlich aus Plüsch!

An selber Adresse in Zürich habe ich übrigens 1988 ein anderes Trikot erstanden. Das legendäre EM-Leibchen der Holländer mit Ruud Gullits Nummer 10 auf dem Rücken. Doch das ist eine ganz andere Geschichte...

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