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POLITIK: Eine breite Allianz wehrt sich gegen eine weitere Kiesgrube in Cham

Momentan läuft ein Verfahren zum Kiesabbau im Gebiet Hatwil/Hubletzen. Die Präsidenten der Ortsparteien und die Kantonsräte haben eine Motion eingereicht, um einem möglichen Abbau frühzeitig den Riegel zu schieben. Dies freut den Gemeinderat.
Der Kanton prüft, ob dieses Naherholungsgebiet für den Kiesabbau freigegeben werden soll. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018))

Der Kanton prüft, ob dieses Naherholungsgebiet für den Kiesabbau freigegeben werden soll. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 14. März 2018))

Die Landschaft zwischen dem Chamer Weiler Niederwil und dem Kloster Frauenthal soll für den Kiesabbau freigegeben werden. Die Vorabklärungen der Zuger Regierung laufen derzeit.

Danach würde diese einen entsprechenden Antrag an den Kantonsrat stellen, der das Gebiet für den Kiesabbau im Richtplan festsetzt. Der geplante Perimeter der Kiesgrube vom Äbnetwald bis zur Hubletzen stösst aber weder bei den lokalen Politikern noch bei der Gemeinde Cham auf Gegenliebe.

Mit der Motion «Kein Kiesabbau Hatwil-Hubletzen», die kürzlich beim Chamer Gemeinderat eingereicht wurde, wollen sämtliche Ortsparteien und lokalen Kantonsräte eine allfällige Bewilligung für eine Nutzungszone «Kiesabbau» in diesem Gebiet verhindern.

Den Stein ins Rollen gebracht hat der CVP-Kantonsrat Hans Baumgartner. Für unsere Zeitung hat er die Kolumne «Zuger Ansichten» zu diesem Thema verfasst (Ausgabe vom 27. Januar). «Ich habe eine Flut von Rückmeldungen bekommen», sagt Baumgartner.

Die Reaktionen aus der Bevölkerung hätten ihn dazu bewogen, etwas gegen den geplanten Kiesabbau zu unternehmen. «Wir wollen frühzeitig ein Zeichen setzen und zeigen, dass uns das zu weit geht.»

Das nun zur Diskussion stehende Gebiet wurde seit dem Zwischenergebnis im kantonalen Richtplan 2009 noch erweitert. Die Motionäre machen zudem darauf aufmerksam, dass das Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen innerhalb des Perimeters des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) sowie im kantonalen Landschaftsschongebiet und der gemeindlichen Landschaftsschutzzone liege.

«Es ist ein einmaliges Gebiet, das eine unbeschreibliche Ruhe ausstrahlt», schwärmt Baumgartner. Laut den Motionären wird die Bedeutung des Naherholungsgebiets für Cham in den nächsten Jahren zunehmen, im Hinblick auf die bevorstehende Siedlungsentwicklung und Verdichtung.

Der CVP-Politiker findet klare Worte: «Das Gebiet ist für den Kiesabbau nicht geeignet. Nutzen und Ertrag stimmen nicht überein, das Verhältnis zwischen Flächenbedarf und abbaubarer Kiesmenge ist schlecht.»

Für ihn ist zudem stossend, dass die Regierung nicht vom im Kieskonzept 2008 festgelegten Ziel, der Selbstversorgung des Kantons Zug, absieht. «Der Kiesabbau muss überregional angeschaut werden, ohne Rücksicht auf Kantonsgrenzen», findet Hans Baumgartner und verweist auf die auch seit dem Jahr 2008 anhaltenden regen Import- und Exportbewegungen.

Ein weiters Mal Ablehnung bekundet

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Chamer Gemeinderat. In einem Mitbericht zum Kiesabbau Hatwil/Hubletzen vom 6. März 2018 zu Handen der Zuger Baudirektion findet er ebenfalls, dass das Ziel, sich autark mit Kies zu versorgen, zu überprüfen sei.

Insbesonderem da zwischenzeitlich klar sei, dass bei einem weiteren Abbau in Cham Aufwand und Ertrag in einem «krassen Missverhältnis stehen». Weiter hält der Gemeinderat fest, dass die Gemeinde bereits heute einen «erheblichen Beitrag» zur Kiesversorgung des Kantons leiste.

Sie sei dem Kiesabbau im Äbnetwald «immer wohlwollend» gegenübergestanden. Im November 2017 hatte der Rat mit einem Beschluss seine ablehnenden Haltung schon einmal Kund getan: «Der Gemeinderat spricht sich vehement gegen ein neues Abbaugebiet im Gebiet Hatwil/Hubletzen und für den Schutz der wertvollen Landschaft aus», ist dem Mitbericht zu entnehmen.

Chams Bauchef Rolf Ineichen (SVP) sagt deshalb: «Die Motion ist ein klares Signal und eine Bestätigung für den Gemeinderat, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.» Er und seine Kollegen seien über die «unerwartet grosse Unterstützung» erfreut.

Die Motion helfe vor allem in politischer und psychologischer Hinsicht, vorausgesetzt der Chamer Souverän erklärt sie an der Juni-Gemeindeversammlung als erheblich. «Wenn sich der Gemeinderat, alle Chamer Kantonsräte, alle Ortsparteien und die Bevölkerung gegen einen Kiesabbau in diesem Gebiet stellen, sollte dies nicht unbeachtet bleiben», findet Ineichen.

Das Verfahren ist nun beim Regierungsrat hängig. «Bevor ein Abbaustandort im Richtplan definitiv festgesetzt wird, muss eine umfassende Interessenabwägung gemacht werden», erklärt Urs Hürlimann (FDP), Baudirektor. So sei etwa auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission bereits ins Verfahren einbezogen worden.

Die Gemeinde Cham und die Zürcher Nachbargemeinden seien auch in den Prozess eingebunden und hätten sich bereits geäussert. «Mit einem konkreten Abbaugesuch für das Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen wäre aber wohl erst nach Abschluss des Kiesabbaus im benachbarten Gebiet Äbnetwald zu rechnen», sagt Hürlimann.

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

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