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POLITIK: Zuger Jungparteien wollen mit Podien das Interesse der Jugendlichen wecken

Die Zuger Jungparteien wünschen sich mehr politisches Engagement von Jugendlichen. Durch eine Diskussionsreihe an Oberstufen soll dieses Ziel erreicht werden. Der Pilotversuch war ein Erfolg.
Samantha Taylor
Das erste Jugendpolitpodium in Unterägeri war laut den Veranstaltern ein Erfolg. (Bild: PD)

Das erste Jugendpolitpodium in Unterägeri war laut den Veranstaltern ein Erfolg. (Bild: PD)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Zuger Jugendliche sollen sich vermehrt für Politik interessieren und auch für politische Anliegen engagieren. Dieses Ziel verfolgen die Jungparteien des Kantons. Und damit dies nicht nur eine theoretische Sache bleibt, sind sie auch schon aktiv geworden. Am vergangenen Montag fand an der Oberstufe in Unterägeri das erste Jugendpolitpodium statt. Organisiert wurde es von sämtlichen Jungparteien des Kantons zusammen mit den Schulen Unterägeri sowie der kantonalen Kinder- und Jugendförderung Punkto.

Rund 100 Schüler aus sechs Klassen nahmen an dem Anlass teil. Im Vorfeld des Podiums erhielten die Schüler mehrere mögliche Diskussionsthemen zur Auswahl. Mittels Onlineabstimmung konnten sie das Thema bestimmen. Die Wahl fiel auf das Thema bezahlbarerer Wohnraum. Im Unterricht wurden die Jugendlichen in das Thema eingeführt und es wurden Fragen vorbereitet. Am Podium selbst diskutieren Vertreter der kantonalen Jungparteien schliesslich über die Thematik, wobei die Schülerinnen und Schüler in die Diskussion einbezogen wurden und ihre Fragen stellen konnten.

«Es brauchte, wie immer bei solchen Dingen, etwas Anlaufzeit. Doch schon nach kurzer Zeit gab es eine angeregte Diskussion mit vielen Fragen», sagt Konradin Franzini, Co-Präsident der Junge Alternative Zug. Das Thema sei bei den Schülern auf grosses Interesse gestossen. «Viele von ihnen haben sich auch gerne damit befasst, weil sie wissen, dass es sie auch betreffen wird. Nämlich dann, wenn sie selbst von zu Hause ausziehen wollen.»

Packender als theoretischer Unterricht

Das Podium in Unterägeri war eine Art Testlauf. «Im nächsten Jahr oder auch schon dieses Jahr möchten wir regelmässig solche Veranstaltungen mit Schulen durchführen», sagt Franzini. Er ist überzeugt, dass solche Veranstaltungen ein gutes Mittel seien, um Jugendliche an die Politik heranzuführen und für lokale oder nationale Themen zu begeistern. «Gerade mit den Auftritten der Jungparteien sehen die Jugendlichen, dass auch andere junge Leute sich für politische Themen interessieren und engagieren. Und wir können ihnen aufzeigen, wie die Politik sie betrifft.»

Diese Ansicht teilt auch Gian Brun, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons: «Wir sind überzeugt, dass solche Podien mit lebendigen Diskussionen die Jugendlichen mehr packen als trockene Theoriestunden.» Die Jungparteien des Kantons hätten sich darum auch sehr bewusst für dieses Format entschieden. «Wir haben auch über einen Vorstoss für eine Projektwoche mit Fokus Politik diskutiert oder über die Einführung einer Politikstunde im Stundenplan», sagt Brun. Diese Vorhaben hätten aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen und längere Wege gehen müssen. «Wir wollten etwas, das man gleich umsetzen kann und das gleich wirkt. Mit den Podien haben wir ein solches Mittel gefunden», sagt Brun.

Eine «Win-Win-Situation»

Seitens der kantonalen Kinder- und Jugendförderung wird das Engagement der Jungparteien geschätzt. «Es ist für uns eine Win-Win-Situation. Die Jungparteien wollen zwecks politischer Bildung vermehrt in die Schulen und wir wollen die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen fördern», sagt Projektleiter Christian Schalch. Die Podien würden für die Schüler eine gute Möglichkeit bieten, sich zu diversen Themen eine Meinung zu bilden. «Das wiederum ist die Voraussetzung, um am politischen und gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen zu können.» Schalch sieht die Podien als Ergänzung zum jährlichen Jugendpolittag. «Beim Jugendpolittag geht es uns darum, Jugendlichen eine Diskussion mit Politikerinnen und Politikern auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Podien setzen quasi eine Stufe vorher an, eben bei der Meinungsbildung.» Den ersten Anlass in Unterägeri wertet der Projektleiter als Erfolg. Aktuell sei er nun daran, die Ergebnisse aus den Feedbacks der Jugendlichen auszuwerten. Das Ziel ist auch für Schalch klar: «Wir möchten weiterhin solche Podien veranstalten, und dies auch beispielsweise am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum oder an den Kantonsschulen.»

Konradin Franzini und Gian Brun sind überzeugt, dass solche Podien eine nachhaltige Wirkung haben. «Natürlich ist es schwierig, jemanden, der sich gar nicht für Politik oder politische Themen engagiert mit einer solchen Veranstaltung dafür zu begeistern», räumt Brun ein. «Aber», betont er, «man kann Politik so lebendig machen.» Für viele Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sei die Politik noch nicht Bestandteil ihres Alltags, sagt Franzini. «Mit solchen Anlässen können wir es zu einem machen und den Jugendlichen auch aufzeigen, dass sie und ihre Anliegen ernst genommen werden. Damit ist bereits ein erster wichtiger Schritt getan.»

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